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Erster Beigeordneter mahnt:

Grundschulen platzen bald aus allen Nähten

Steinfurt

Erster Beigeordneter Michael Schell macht Druck. „Die Entwicklung der Schülerzahlen in Steinfurt schreit nach Planung“, machte er den Mitgliedern des zuständigen Ausschusses am Dienstagabend unmissverständlich klar. Dem Dezernenten treibt die beständig wachsende Zahl der i-Männchen die Sorgenfalten auf die Stirn. Die Politik müsse jetzt schnell entscheiden, welche Grundschulen in der Stadt in welchem Umfang erweitert werden müssen. „Und dabei müssen wir zusätzlich den Offenen Ganztag und die Inklusion berücksichtigen“, warnte Schell.

Axel Roll

Die Steinfurter Grundschulen, im Archivbild die Dumter Schule, müssen räumlich erweitert werden. Die Schülerzahlen wachsen. Foto: Axel Roll

Der Erste Beigeordnete stützt seinen Appell auf die Prognosen aus der Schulentwicklungsplanung der Stadt. Die sagen voraus, dass in den nächsten Jahren pro Schuljahr zwei bis drei Eingangsklassen zusätzlich eingerichtet werden müssen. Bis 2025 werde das so weitergehen, zitierte Schell die Berechnungen, die relativ fundiert seien: „Anders als bei den Kindertagesstätten gibt es die künftigen Erstklässler jetzt schon.“ Beim weiteren Blick in die Zukunft zeichne sich ab, dass auch nach 2025 kein eklatanter Rückgang bei den Schulanfängern zu erwarten sei.

Mit den jetzigen räumlichen Möglichkeiten an den Grundschulen platzen sie ganz schnell aus allen Nähten. Darum: „Wir müssen uns Gedanken machen, an welchen Schulen wir für wie viele Züge neu bauen“, brachte Schell die Hausaufgaben von Politik und Verwaltung auf den Punkt.

Widerspruch aus dem virtuellen Ausschussrunde – die Sitzung fand am Dienstag als Video-Konferenz statt – gab es keinen. Allerdings merkte CDU-Fraktionschef Norbert Kerkhoff an, dass schon für 2020 50 000 Euro für Planungskosten freigegeben waren. Passiert sei aber nichts, spielte er den Ball zurück in Richtung Verwaltung. Für ein Förderprogramm des Landes, aus dem die Stadt rund 350 000 Euro erhalten könnte, ist es wahrscheinlich schon zu spät, zu knapp sind die Fristen für eine erfolgreiche Teilnahme.

Im Vergleich zu den Neubauten an den Grundschulen, die in den nächsten Jahren kommen müssen, sind die Kosten für die IT-Aufrüstung in der Steinfurter Schullandschaft fast ein Sonderangebot. Obwohl, auch das machte Schell unmissverständlich klar, es mit der Anschaffung von Laptops und einem vernünftigen WLAN-Standard lange nicht getan ist. „Wir müssen die Schulen auf ein komplett neues Level hieven“, so Schell. Und dafür brauche es Personal, so der Erste Beigeordnete. Er geht davon aus, dass es wenigstens vier zusätzliche Stellen sein müssen. Er plädiert dafür, keine unbefristeten Arbeitsplätze in der Verwaltung einzurichten, sondern sich die Dienstleistung extern einzukaufen.

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