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Jens Spahn wirbt im Bagno für sich und die CDU

Heimspiel für den Gesundheitsminister

Steinfurt

Rund 100 Zuhörer konnte Bundesgesundheitsminister und Direktkandidat für den Steinfurter Wahlkreis, Jens Spahn, auf das Bagno-Quadrat locken. Er enttäuschte die Besucher nicht.

-ar-

Sakko-Knopf zu und los: Jens Spahn steigt aus seinem Dienst-Audi und lächelt für die ersten Erinnerungsfotos in die Handy-Kameras. Foto: Axel Roll

„Viel Erfolg, Herr Spahn“, ruft der ältere Herr mit Fahrradhelm dem zur Bühne schreitenden Bundesgesundheitsminister hinterher. Und auch auf dem Podium zeigt sich am Donnerstagabend schnell: Dieser Wahlkampfauftritt des CDU-Direktkandidaten für Steinfurt ist ein Heimspiel. Keine Demonstranten, keine bösen Zwischenrufe. Die Polizisten und BKA-Beamten können lässig an den Absperrgittern und ihren Dienstwagen lehnend den einstündigen Auftritt ihres Schutzbefohlenen verfolgen.

Jens Spahn kann Wahlkampf. Erst verbreitet er Optimismus: „Da geht noch was.“ Drei Tage blieben, um um jede Stimme der Spätentschlossenen zu ringen. Dann lenkt er über zur Pandemie und bilanziert: „Wir haben in den letzten 18 Monaten ganz gut aufeinander aufgepasst.“ Sein Rezept, um Impfgegner und -verweigerer doch noch zum Pieks in den Arm zu überzeugen: „Klar im Werben sein und im Gespräch bleiben.“ Seine Erklärung für Taten wie den „kaltblütigen Mord“ in Idar-Oberstein: „Es fängt mit Worten an. Worte führen zu Taten.“ Darum komme es darauf an, welche Worte man wähle.

Nach der rhetorischen Frage, ob die Politik das zarte Pflänzchen Wachstum gießen oder rausreißen solle, ist klar, welche Rolle er den Christdemokraten zuschreibt. „Der SPD fallen an dieser Stelle immer nur neue Steuern und Schulden ein.“ Beispiel Vermögenssteuer. „Die würgt jedes Wachstum ab“, so der Wahlkämpfer Spahn. Rot-grün habe schon 1998 bis 2005 nicht funktioniert. „Das brauchen wir nicht nochmal.“ Den Wählern der Grünen rät der CDU-Direktkandidat:  „Ihren Autoschlüssel können Sie Ihrem Wahlzettel gleich hinterherwerfen.“

Natürlich betont Jens Spahn nicht nur einmal, dass er ein Kind der Region ist, die Sprache der Menschen hier spricht und genau weiß, was der Münsterländer braucht. So fragt er: „Der abgehängte ländliche Raum – fühlen Sie sich hier abgehängt?“ Ganz im Gegenteil, gibt der gebürtige Ottensteiner selbst die Antwort: „Wir leben hier in einer der lebenswertesten Regionen überhaupt.“ Geprägt durch die Landwirtschaft. Da ist der Begriff Heimat nicht weit: Sie sei der Boden, der dem Menschen Halt gebe.

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