Fachdienst Sicherheit und Ordnung als Corona-Berater gefragt wie nie

Heiße Drähte, heiße Ohren

Steinfurt

Auch wenn die Inzidenzzahlen im Sinkflug sind, für den zuständigen Fachdienst wird die Arbeit nicht weniger. Nur anders.

Von Axel Rollund

Kann der Muffenmarkt im Oktober stattfinden? Holger Brüggemann und Susanne Laumann beraten gerade viele Veranstalter von Groß-Events. Foto: Axel Roll

Mittwoch, das war die Krönung. Glühende Telefondrähte, heiße Ohren. 180 Anrufe zählten Susanne Laumann und Kollege Holger Brüggemann. Corona lässt – immer noch – grüßen. Auch wenn sich das Infektionsgeschehen merklich abgekühlt hat, sind die Mitarbeiter des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung im Rathaus gefragt wie nie. Inzwischen geht es aber weniger um Quarantäne und Isolation. Gastronomie außen wie innen, aber auch private Feiern und öffentliche Großveranstaltung sind in diesen Tagen die Riesen-Themen, denen sich die Experten der Verwaltung gerade stellen müssen. Aber Experte hin oder her – für die Mitarbeiter des Fachdienstes wird die schrittweise Öffnung nach dem Lockdown zunehmend zu einer Herausforderung.

„Dauernd gibt es neue Verordnungen vom Land“, hat Susanne Laumann in ihrem E-Mail-Eingang am Freitagmorgen schon wieder neue Post aus Düsseldorf entdeckt. Und es ändert sich nicht nur alle Nase lang die Rechtslage, sondern die Vorschriften werden auch immer komplizierter. „Wie soll da der normale Bürger durchblicken?“, hat Susanne Laumann vollstes Verständnis dafür, dass ihr telefonisch gerade die Bude eingerannt wird. Besonders gefragt ist ihr Team natürlich bei den Gastronomen der Stadt. Da geht es nicht nur um Innen- und Außenbewirtung. „Viele haben auch zusätzliche Ideen und wollen wissen, ob sie so umsetzbar sind“, weiß die Fachdienstleiterin. Was zur Folge hat, dass auch sie in den meisten Fällen erst einmal in den Verordnungstexten blättern muss, ehe sie fundiert Auskunft geben kann.

Schweine-, Erntedank-, Nikolaus- und Muffenmarkt, Marktschreier oder Schützenfeste – auch die Veranstalter der großen Stadtfeste scharren mit den Hufen. „Vieles soll wieder stattfinden“, sagt die Fachdienstleiterin. Nur unter welchen Vorgaben? Auch da kann es schwierig werden. Schließlich können die Fachdienst-Mitarbeiter nur vom jetzigen Stand ausgehen. Beispiel Marktschreier: Das Volksfest wurde auf den 11. Juli verschoben. Es könnte stattfinden, allerdings dürften nur maximal 1000 Besucher teilnehmen. „Und das nicht nach dem Motto: Wenn von den 1000 welche nach Hause gegangen sind, dürfen wieder neue Gäste nachrücken“, betont Susanne Laumann. „1000 dürfen rein, und dann ist wirklich Schluss.“

„Die Menschen wollen raus“, stellt Susanne Laumann auch in anderer Hinsicht fest. So gibt es zunehmend Anfragen zu privaten Veranstaltungen und Partys. Was durchaus zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Oder die Abibälle. Die dürfen bis zum 11. Juli gefeiert werden, allerdings ohne Eltern.

Am Wochenende ist der Sachverstand der Fachdienst-Mitarbeiter vor Ort gefragt. „Wir werden Samstag und Sonntag wieder rausfahren und gerade die Gastronomen vor Ort beraten“, sieht Susanne Laumann keine andere Möglichkeit. Und auch wenn das Infektionsgeschehen eine erfreuliche Entwicklung hingelegt hat, am Freitag gab es in der Stadt 13 Corona-Infizierte und eine Inzidenz von 23. „Das Virus ist immer noch da“, warnt Susanne Laumann.

Startseite