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Förderkreis kommt nach fast vier Jahren erstmals wieder zusammen

Hollicher Mühle ist Mitgliedern lieb und teuer

Burgsteinfurt

Fast vier Jahre ist es her, dass der Förderkreis Hollicher Mühle eine Jahreshauptversammlung abgehalten hat. Nach der langen Corona-Zwangspause konnte am Dienstag wieder ein Mitgliedertreffen stattfinden. Es ist viel passiert in den vergangenen Jahren.

Von Dirk Drunkenmölle

Landmarke und Wahrzeichen der Bauerschaft ist die Hollicher Mühle, deren Erhalt vom Förderkreis unterstützt wird. Nach fast vier Jahren Corona-Zwangspause konnte am Dienstagabend im Martin-Luther-Haus wieder eine Jahreshauptversammlung stattfinden. Johann Nefigmann, Hans Knöpker und Heinz-Bernd Buss (Bild l., v.l.) gaben am Vorstandstisch Rechenschaft. Günther Hilgemann beendete den Abend mit einem Bildervortrag über das artenreiche Tierleben in seinem Garten am Vorsundern. Foto: Schwarthoff (WN-Archiv)

Wie es Hans Knöpker und seine Mitstreiter immer wieder schaffen, Fördertöpfe anzuzapfen, Helfer, Unterstützer und Sponsoren zu finden, um die Hollicher Mühle weiter in Schuss zu halten, gibt Außenstehenden schon mal Rätsel auf. Es sind die vielen persönlichen Kontakte, ein fest geknüpftes Netzwerk und vor allem engagierte Heimatfreunde, denen die Mühle lieb und teuer ist, verrät Knöpker, warum sich fast 34 Jahre nach der Wiedereröffnung und Renovierung des Denkmals die Flügel immer noch sei leicht im Wind drehen. Wer Knöpker kennt, weiß, dass dabei auch viel Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen notwendig waren, den Standort zu erhalten.

350.000 Euro sind in den vergangenen vier Jahren in die Sicherung des Bauwerks geflossen. Eine gewaltige Summe, die allerdings ohne 80 Prozent Förderung durch die NRW-Stiftung nie zu stemmen gewesen ist. Was alles unternommen worden ist, darüber hat Hans Knöpker die Mitglieder des Förderkreises am Dienstagabend im Martin-Luther-Haus informiert.

Vier Jahre war es den Mühlenfreunden aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich, eine Jahreshauptversammlung abzuhalten. Die letzte hat im September 2018 stattgefunden. Kein Wunder, dass die Rückschau des Vorstandes lang und das Interesse der Besucher an den Veränderungen groß war.

Knöpker berichtete davon, wie zunächst das Flügelkreuz, die gesamte Steertwerk-Konstruktion, erneuert, nebenbei das Bremswerk erheblich verbessert und die Außenhaut mit Fachleuten aus dem Bayerischen Wald mit neuen Eichenschindeln wieder wetterfest gemacht worden ist. Nicht zu vergessen die Galerie, die ja zuvor noch rundum ausgetauscht worden war. Immer wieder habe sich das Prozedere wiederholt. Die Leistungen mussten beschrieben, Angebote eingeholt und, was am mühsamsten gewesen sei, Geld beschafft werden. Knöpker räumte ein: „Die Frage hat mir viele schlaflose Nächte bereitet.“ Und er bedauerte, dass der ehrenamtliche Einsatz so vieler Beteiligter „von der sogenannten Öffentlichkeit so gut wie gar nicht wahrgenommen und sicherlich als selbstverständlich hingenommen wird“.

Schatzmeister Heinz-Bernd Buss legte den Mitgliedern einen Drei-Jahres-Kassenbericht mit solidem Bestand und Reserven vor, um beispielsweise bei Schäden schnell handeln zu können.

Innerhalb der Führungsmannschaft des Förderkreises zeichnete sich zugleich ein Generationswechsel ab. Schriftführer Johann Nefigmann, der das Amt 27 Jahre inne hatte, stand für eine eine erneute Kandidatur nicht zur Verfügung. Seine Nachfolge tritt Marcel Kreft an. Hans Knöpker erklärte, dass auch er, nach drei Jahrzehnten Vorsitz, die Vereinsführung bei der Wahl im nächsten Jahr in jüngere Hände legen möchte. Rainer Hesseler ist bereit, ihn abzulösen. Hesseler wurde zunächst in den Beirat gewählt. Dort will er sich auf den Vorsitz vorbereiten.

Was die neue Mühlensaison betrifft, so hat der Betrieb bereits Fahrt aufgenommen. Die Obstbäume sind in einem Lehrkurs des Kreislehrgartens beschnitten, die Außenanlagen auf Vordermann gebracht, der Frühjahrsputz schon erledigt, eine komplett neue Küche eingebaut, Sanitär- und Versorgungsleitungen erneuert worden. Auch der Mehlboden wurde neu mit Gardinen aus der Blaudruckwerkstatt, Lampen aus Mühlenflügelholz und einem Tisch aus dem Stamm der Friedenseiche eingerichtet. Der Raum kann für Trauungen gebucht werden. Über 20 Brautleute haben sich bereits angemeldet. „So kann‘s weitergehen“, freute sich Knöpker und appellierte an die Versammlung, den Verein nicht nur finanziell, sondern weiterhin auch moralisch zu stärken.

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