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Rektor Michael Groll verabschiedet sich von der Realschule am Buchenberg

„I did it my way“

Borghorst

So einen Abschied hat die Realschule am Buchenberg selten gesehen: Michael Groll ging als Rektor in den Ruhestand, und viele waren gekommen, um dabei zu sein.

Von Axel Roll

Die Schulgemeinschaft und die Vertreter aus der Schullandschaft bereiteten Michael Groll einen Riesen-Abschied. Foto: Max und Axel Roll

In einem Punkt hat Michael Groll bei seinem Abschied nicht ganz die Wahrheit gesagt: „Ich werde hier die kürzeste Rede halten.“ Am Ende war es wohl die längste des Tages. Aber seine vielen Zuhörer hätten auch eigentlich nichts anderes von ihm erwartet. Und langweilig wurde es ihnen nicht. Denn der scheidende Rektor der Realschule am Buchenberg gab noch einmal in seiner unnachahmlichen Art Vollgas. Getragen von einem ganzen Füllhorn an Sympathiebekundungen.

Und die begannen noch vor dem ersten Gong. An seinem letzten Schultag – das Kollegium zweifelt daran immer noch – wurde der 63-Jährige mit einem Oldtimer-Cabrio von zu Hause abgeholt. Ab dem Kreisverkehr stand die Schulgemeinschaft winkend Spalier. Vor dem offiziellen Teil konnte Michael Groll von einem Thron einem Abschiedsprogramm der Extra-Klasse folgen.

Zur Feierstunde in der Mensa war dann alles gekommen, was in der hiesigen Schullandschaft Rang und Namen hat. Der Tenor der vielen Grußworte und Abschiedsreden: „Schade, dass Du gehst.“ Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer betonte: „Ich habe mich so an Sie gewöhnt.“ Die Kollegen der Steinfurter Schulen stellten Grolls Kooperationsbereitschaft heraus. Die Eltern lobten das stets offene Ohr für ihre Belange. Rektor-Vorgänger Dieter Chilla wagte den Blick voraus: „Du bist jetzt Herr Deiner Zeit.“ Und Lenn Widenka als Schülervertreter stellte fest: „Ohne Sie wäre die Schule nicht das, was sie heute ist.“ Für das Kollegium betonte Heinz-Bernd Lepping, dass im Lehrerzimmer immer ein Stuhl für den Pensionär frei ist. Und Konrektor Romuald Mevert gewährte Einblicke in die Arbeit des Leitungsteams. Er attestierte seinem scheidenden Chef nicht nur eine unkomplizierte Art, sondern außerdem Menschlichkeit und Zugewandtheit.

Michael Grolls Vorgesetzter bei der Bezirksregierung, Stefan Krems, überreichte die Urkunde zum Ruhestand. Und Michael Groll? Wie gesagt, der holte noch einmal locker, flockig aus und beschrieb mit Frank Sinatra sein berufliches Lebenswerk: „I did it my way.“ Und war damit sehr zufrieden.

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