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MGV-Sänger sind seit über 25 Jahren ein fester Bestandteil des Borghorster Karnevalsumzugs

Immer ein aktuelles Thema

Borghorst

Vier Mann, zwei Ecken: Heinz Wiggers und Helmut Tegethoff schrauben gerade eine der Dachlatten, die das Grundgerüst für das neue Motiv bilden, fest, Erich Sroka und Hans-Gerd Pauels tun das gleiche auf der anderen Seite der Wagenplattform.

Bernd Schäfer

Helmut Tegethoff (l.) und Heinz Wiggers können nicht nur mit dem Akkuschrauber umgehen – sie sind auch für die nächste Farbschicht der Grundbemalung des Wagens zuständig. Foto: Bernd Schäfer

Vier Mann, zwei Ecken: Heinz Wiggers und Helmut Tegethoff schrauben gerade eine der Dachlatten, die das Grundgerüst für das neue Motiv bilden, fest, Erich Sroka und Hans-Gerd Pauels tun das gleiche auf der anderen Seite der Wagenplattform. Vorher haben die Mitglieder des MGV Borghorst die Aufbauten des vergangenen Jahres entfernt – unter anderem die St. Marienkirche, deren Teilabriss damals Thema war. „Das war ganz schön aufwendig“, erinnert sich Tegethoff. Aber das ist eben auch das karnevalistische Markenzeichen des Männergesangvereins: „Wir haben immer ein aktuelles lokales Thema.“

Auf dem Wagenboden liegt schon ein Blatt Papier mit dem neuen Motiv, das Martin Bußmann, der passenderweise als Grafik-Designer seine Brötchen verdient, entworfen hat. Das Thema ist allerdings eine Koproduktion aller MGV-Sänger: „Das suchen wir uns immer beim ersten Singen im neuen Jahr aus“, erklärt Helmut Tegethoff, der Vorsitzende der Sangesbrüder. Welches Thema es diesmal ist? Das ist natürlich noch streng geheim.

Bei allem handwerklichen Eifer darf natürlich auch das Bier zur Meisterstunde nicht fehlen. Foto: Bernd Schäfer

Mitte Januar geht regelmäßig die Arbeit an dem Wagen los, der schon gut 20 Jahre auf dem Buckel hat. Gebaut wurde er damals von Helmut Hötker. „Da ist eine Achse vom VW Golf drunter, Helmut war ja Kfzetti“, geht Tegethoff in die technischen Details. Und lobt zwei Jahrzehnte nach dem Einbau: „Die läuft immer noch astrein.“ Davor gab‘s nur einen Bollerwagen – „aber der ist ins irgendwann zusammengebrochen“.

Dass die aktuelle Kons­truktion einmal auseinanderbrechen könnte, ist nicht zu befürchten, da sind sich die MGVler sicher. „Das Hauptgewicht sind schon nicht mehr Holz und Metall, sondern die Farbe – die hält das Ding zusammen“, lacht Hans-Gerd Pauels über die Schicht, die Jahr für Jahr dicker wird. In diesem Jahr sorgen Heinz Wiggers und Helmut Tegethoff für die Grundschicht – die Feinarbeiten überlassen sie dann Martin Bußmann und Heiner Bleiber.

Während Hans-Gerd Pauels (l.) akribisch die Schrauben platziert, wartet Erich Sroka schon darauf, den überstehenden Enden mit der Kreissäge zu Leibe zu rücken. Foto: Bernd Schäfer

„Wir sind handwerklich vorbelastet“, schätzt Heinz Wiggers die Fähigkeiten des MGV-Wagenbauteams ein und streckt dabei seine Hände so von sich, dass beide Daumen nach rechts zeigen. Zur Unterstützung präsentiert Erich Sroka das „wichtigste Werkzeug“: Ein Packung Heftpflaster. Das ist natürlich untertrieben, denn mit dem, was die Sängermänner da immer wieder für den Borghorster Rosensonntagszug zusammenschrauben, -sägen und -malen haben sie sich schon längst unverwechselbar gemacht. „Eine Zeit lang wurden die besten Wagen des Umzugs prämiert“, erzählt Helmut Tegethoff stolz. „Da sind wir immer auf einem der ersten beiden Plätze gelandet.“

Allerdings haben auch die MGV-Bastler mit der Altersstruktur zu kämpfen. Immerhin muss nicht nur der Wagen gebaut werden, auch beim Umzug wird eine gewisse Zahl von Helfern benötigt – und da wird manchem der Weg langsam recht lang. „Wir sagen immer: Wir müssen mindestens zehn Leute sein“, beschreibt Tegethoff die Faustregel. „Wenn wir die nicht mehr zusammenkriegen, machen wir‘s nicht mehr.“

Bis dahin soll der Wagen aber noch ein paar Jahre auf den Buckel kriegen – und noch einige neue lokale Themen auf die Schippe genommen werden.

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