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U18-Wahl an vier Steinfurter Schulen mit großer Beteiligung der Schülerschaft

Jugendliche wollen mitreden

Steinfurt

Von wegen die Jugend von heute ist unpolitisch! Die hohe Beteiligung von 1056 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Arnoldinum (inklusive Lernzentrum Horstmar), des Gymnasiums Borghorst, Realschule am Buchenberg sowie der St.-Elisabethschule an der U18-Wahl im Vorfeld der Landtagswahl zeigt, dass dieses sich noch stets hartnäckig haltende Vorurteil nicht (mehr) stimmt.

Von Ralph Schippers

Auch in der St.-Elisabethschule war am Freitag eine Wahlurne für die U18-Wahl aufgestellt. Foto: Elisabethschule

Von wegen die Jugend von heute ist unpolitisch! Die hohe Beteiligung von 1056 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Arnoldinum (inklusive Lernzentrum Horstmar), des Gymnasiums Borghorst, Realschule am Buchenberg sowie der St.-Elisabethschule an der U18-Wahl im Vorfeld der Landtagswahl zeigt, dass dieses sich noch stets hartnäckig haltende Vorurteil nicht (mehr) stimmt. „Aus Sicht junger Menschen ist es gerade jetzt besonders wichtig, sich einzumischen“, wird Max Holzer, Vorsitzender des auf Landesebene organisierenden Landesjugendrings NRW, in einer Pressemitteilung zitiert. Denn: „Oft denken Politiker die Bedürfnisse junger Menschen immer noch zu wenig mit.“

„Die Jugendlichen nehmen das Thema politische Mitgestaltung sehr ernst“, gibt Ute Kriens, Stadtjugendpflegerin und Mitorganisatorin der U18-Wahl im Arbeitskreis offene Kinder- und Jugendarbeit, ihre Eindrücke auf lokaler Ebene weiter. Auch für die Politiker seien die Ergebnisse der Wahl zunehmend wichtig, ist doch das Klientel die Wählerschaft von morgen. Ute Kriens: „Nicht umsonst wird zurzeit intensiv über die Herabsetzung des Wahlalters öffentlich diskutiert.“ Interessant zudem: Erfahrungsgemäß lagen die Jugendlichen in Steinfurt in der Vergangenheit gar nicht so weit von den Ergebnissen der Erwachsenenwahl entfernt.

Aktuell hat bei der U18-Wahl an den genannten Schulen bei den Erststimmen ganz klar Christina Schulze Föcking (CDU) die Nase mit 34,5 Prozent vorn. Mit deutlichem Abstand folgt SPD-Kandidat Stevens Gomes (20,4 Prozent) vor Norwich Rüße (Grüne, 16,4 Prozent) und FDP-Mann Alexander Schmitt (12,1 Prozent).

Bei den Zweitstimmen bestätigt sich das Ergebnis, welches viele Wahlforscher auch für die Erwachsenenwahl voraussagen: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Christ- und Sozialdemokraten. Demnach votierten 21,9 Prozent der U18-Wähler für die SPD, dicht gefolgt von der CDU (21,6 Prozent). Für die Bündnisgrünen entschieden sich 16,6 Prozent der jungen Leute, für die FDP 13,5 Prozent. Nur eine untergeordnete Rolle spielt mit 6,0 Prozent die AfD.

Ute Kriens freute sich nicht nur über die hohe Wahlbeteiligung bei der U18-Wahl, sondern auch darüber, dass die Schulen Organisation und Durchführung in hohem Maß in Eigenregie durchgeführt haben. „Die Wahl ist fast zum Selbstläufer geworden“, so die Stadtjugendpflegerin.

Seit 2012 begleitet der Arbeitskreis offene Kinder und Jugendarbeit in der Kreisstadt Jugendwahlen im Vorfeld von Kommunal-, Landtags-, Bundestags und Europawahlen vor Ort. Dazu werden in den teilnehmenden Schulen im Vorfeld Materialien zu den Wahlprogrammen der Parteien verteilt und Hinweise auf Orientierungsangebote und Entscheidungshilfen wie zum Beispiel Wahl-o-mat oder WDR-Kandidatencheck gegeben. Für den Wahltag, in diesem Fall der vergangene Freitag, werden unter anderem Wahlzettel und Wahlurnen gestellt.

Weitere Informationen rund um die Wahl finden Sie außerdem auf unserer Special-Seite zur Landtagswahl in NRW 2022.

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