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Stadt rechnet mit Kosten von 240 000 Euro

Kita-Provisorium am Rathaus

Borghorst

Es soll nur eine vorübergehende Lösung sein. Maximal zwei Jahren soll eine Kita in Containern am Rathaus stehen. Politik und Verwaltung haben allerdings da so ihre Zweifel.

Von Axel Roll

Container im Rathaus-Innenhof hat es schon bei der Flüchtlingskrise 2016 gegeben. Im Sommer sollen dort Pavillons für ein Kita-Provisorium aufgestellt werden. Foto: Axel Roll

Container am Rathaus, das hat es schon 2016 bei der großen Flüchtlingskrise gegeben. Ende Juli soll nun wieder eine kleine Pavillon-Stadt im Innenhof des Verwaltungssitzes entstehen. Diesmal werden dort zwei Gruppen einer Kindertagesstätte Platz finden. Nur für zwei Jahre, hoffen alle Beteiligten. In dieser Zeit soll die IGP, die auf dem Websaal-Gelände bekanntlich den Gesundheitscampus baut, an der Rubensstraße die dort geplante Kita erstellt haben.

Die zusätzlichen Kita-Plätze werden dringend benötigt, erläuterte der zuständige Dezernent Michael Schell am Dienstagabend noch einmal vor den Mitgliedern des Sozialausschusses. Die bisherigen Provisorien sind blockiert, die Regenbogenschule braucht die Räume selbst, an der Billungerstraße sind mittlerweile Flüchtlinge aus der Ukraine untergebracht.

Der Platz am Rathaus kostet die Stadt erst einmal nichts, die Anschlüsse für die Versorgungsleitungen sind noch vorhanden und die Wiese in der Nachbarschaft kann als Spielplatz genutzt werden.

Kostenlos ist das Provisorium trotzdem bei weitem nicht. Für die Miete der Container werden fast 240 000 Euro fällig. Die IGP übernimmt zwar das Aufstellen und die Planungen, das eigene Portemonnaie will der Investor aber nicht weiter öffnen. Darum ist die Stadt mit dem genannten Löwenanteil in der Pflicht. Die Gesamtkosten liegen nochmal 80 000 Euro darüber. Sie werden aber vom Land übernommen. Das zahlt pro Quadratmeter rund neun Euro bei einer Gesamtfläche pro Gruppe von 185 Quadratmetern.

Ob die IGP tatsächlich die Kita in zwei Jahren eröffnen kann? Politik und Verwaltung haben da durchaus ihre Zweifel. „Ich kann nicht sagen, ob die Tagesstätte pünktlich fertig wird“, musste der Technische Beigeordnete Hans Schröder eingestehen. Wolfgang Alfers von den Grünen fasste die Meinung des Ausschusses dann so zusammen: „Was bleibt uns anderes übrig als dem Provisorium zuzustimmen?“

Warum es überhaupt zu so einem Engpass kommen konnte, erläuterte Michael Schell als Erster Beigeordneter: „Anders als bei den Schulen sind Kita-Plätze schwer im Voraus zu kalkulieren.“ Kinder würden von null bis sechs dort untergebracht. Einen Vorlauf, der für Planungen genutzt werden könne, den gebe es nicht.

An die Container zu kommen, war nach Mitteilung der Verwaltung schwer genug. Die meisten Lieferanten hätten abgewunken und den Aufbau frühestens im Herbst zusagen können. Außerdem seien die meisten teurer gewesen als das jetzt unter Vertrag genommene Unternehmen.

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