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Wohnmobilstellplatz Hohe Wiese

Knappe Mehrheit für Nutzungsänderung

Borghorst

Denkbar knapp hat sich im Planungsausschuss eine Mehrheit von einer Stimme gefunden, den Flächennutzungsplan im Bereich Hohe Wiese zu ändern und einen Bebauungsplan mit dem Ziel aufzustellen, dort einen Wohnmobilstellplatz zu errichten (wir berichteten).

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Im Namen der betroffenen Anlieger trug Eckhard Meeßmann die Bedenken gegen die Pläne vor, in unmittelbarer Nähe zur Hohen Wiese einen Wohnmobilstellplatz zu errichten. Foto: Drunkenmölle

Neunmal Ja, achtmal Nein und zwei Enthaltungen. Denkbar knapp hat sich im Planungsausschuss eine Mehrheit von einer Stimme gefunden, den Flächennutzungsplan im Bereich Hohe Wiese zu ändern und einen Bebauungsplan mit dem Ziel aufzustellen, dort einen Wohnmobilstellplatz zu errichten (wir berichteten). „Für uns ist das Konzept vom Grundsatz her schlüssig“, bekräftigte Planungsamtsleiter Stefan Albers noch einmal die Position im Rathaus, das Konzept von Günther Schulze Düding zu unterstützen. Der Investor möchte auf einer Fläche von 135 mal 25 Metern in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wohnbebauung 20 Stellplätze für Wohnmobile errichten. Das Übernachtungsangebot soll insbesondere Besuchern von Patienten des Marienhospitals und des neuen Gesundheitscampus‘ gemacht werden, die mit ihren Wohnmobilen eine nahe Abstellmöglichkeit für Besuch und Übernachtung suchen.

Im Namen der betroffenen Grundstücksnachbarn brachte Eckhard Meeßmann eine ganze Reihe von Bedenken gegen das Projekt vor. Die Kritik bezog unter anderem auf mangelnden Abstand zur Wohnbebauung und auf zunehmenden Durchgangsverkehr in dem verkehrsberuhigten Bereich. Meeßmann bezweifelte außerdem, ob die Baumaßnahme in ein städtebauliches Gesamtkonzept passt. Daniel Breilmann (CDU) hatte nach dem Verweis auf die Planungen für Wohnbebauung am „Frahlings Kamp“ eingeworfen: „Wir wissen noch gar nicht, was dort noch alles geschehen wird.“ Nicht unerwähnt ließ Meeßmann eine „unerträgliche Geruchs- und Geräuschbelastung“ sowie erhöhtes Verkehrsaufkommen, das schon heute aufgrund der vielen Fahrten zur Biogasanlage und den Mastställen von 120 000 Hähnchen für schlechte Luft sorge. Alternativ sollten die vorhandenen Anlagen in Burgsteinfurt an der Liedekerker Straße und Borghorst auf dem Rathhaus-Parkplatz ein „Upgrade“ erhalten, könne der Bau eines modernen Hotels vorangetrieben oder beispielsweise „Urlaub auf dem Bauernhof“ in größerer Nähe zu der Hofstelle angeboten werden.

Wichtig war sowohl Befürwortern als auch Bedenkenträgern, welche Zuwegung der Wohnmobilstellplatz bekommen soll. Albers schloss eine Anbindung für Pkw über die Hohe Wiese aus. Frank Müller (SPD) bewertete die Entwicklung als „reizvoll“, war sich mit Sprechern der anderen Parteien aber auch einig, dass die Erschließung des Stellplatzes ein zentrales Thema der weiteren Planungen sein werde.

Die betroffenen Anwohner der Hohen Wiese haben das Votum des Ausschusses ohne weitere Reaktion aufgenommen. Der Rat wird über das Planungsrecht am 9. Juni noch einmal beraten. Ausschussvorsitzender Norbert Kerkhoff (CDU) appellierte an seine Mitstreiter, die Einwände der Anwohner bei der abschließenden Abstimmung nicht unter den Tisch fallen zu lassen.

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