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Lockerung in Schulen 

Maske ab, jetzt ist Unterricht!

Seit vergangenen Dienstag müssen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen an ihren Plätzen keine Masken mehr tragen. Die Begründung des Schulministeriums: Es gebe keinen übermäßigen Anstieg des Infektionsgeschehens an den Schulen. Die Stimmungsbilder zu den Lockerungen sind aber durchaus durchwachsen.

Von Lisa Merker und Max Roll

Dieses Bild könnte bald der Vergangenheit angehören: Die Maskenpflicht im Unterricht fiel diese Woche, allerdings finden viele Schüler und Lehrer, dass der Zeitpunkt nicht gut gewählt ist. Foto: Matthias Balk/dpa

Die momentane Schülergeneration ist in den Augen vieler Experten eine gebeutelte, teils geschädigte. Die Corona-Pandemie brachte langfristige Unterrichtsausfälle, Distanzunterricht und Unterricht unter Hygieneauflagen mit sich. Inzwischen sind an den weiterführenden Schulen die ersten Schüler schon doppelt geimpft, die Lage ist in vielen Bereichen entspannt, auch wenn die Inzidenz weiter hoch ist. Trotzdem hat sich die Landesregierung dazu entschieden, ab dem 2. November die Maskenpflicht am Platz für alle Schüler abzuschaffen.

Sitzplatz

Seitdem müssen also an dem festen Sitzplatz keine Masken mehr getragen werden. Auch Lehrkräfte dürfen sich dem Mundschutz entledigen, wenn sie den nötigen Abstand zu ihren Schützlingen haben. Die Stimmungsbilder zu den Lockerungen sind aber durchaus durchwachsen.

Schaut man in den Kommentarsektionen der sozialen Medien nach, ist die Stimmung meistens positiv. Oft liest man Sätze wie: „Endlich bekommen die Kinder ihr Lachen zurück.“

Andere Nutzer ziehen Parallelen zu einem Restaurantbesuch, wo doch auch keiner mehr eine Maske aufsetzen muss und warum dies in der Schule denn anders wäre.

Freude

Befragt man nun die direkt betroffenen Gruppen, sprich die Schüler und Lehrer an den Schulen, ist die Freude über die Änderung doch etwas verhalten.

„Ich finde, dass der Beschluss ein unnötiges Risiko vor dem Hintergrund der gerade steigenden Zahlen darstellt. Wir Schüler haben uns sowieso an die Masken gewöhnt. Ich finde, wir können besser die Einschränkung in der Schule beibehalten, als Einschränkungen in unserer Freizeit ertragen zu müssen“, erzählt Louisa Schnieders, Schülerin der Oberstufe.

Klassenzimmer

Wirft man einen Blick in die meisten Klassenzimmer, zeichnet sich ein Bild ab, das dies auch bestätigt. Viele Schüler behalten während des Unterrichts ihren Mundschutz auf.

Diese Beobachtung macht auch Romuald Mevert, Konrektor der Realschule am Buchenberg. „Wir sehen, dass viele Schüler im Unterricht ihre Maske auflassen. Sogar auf dem Pausenhof sind viele der Kinder und Jugendlichen immer noch mit Maske unterwegs, obwohl sie diese seit Längerem nicht mehr draußen tragen müssen. Ich denke, das liegt daran, dass sich viele einfach an das Tragen der Maske gewöhnt haben. Wir haben es den Schülern freigestellt, ob sie die Maske im Unterricht auflassen, empfehlen aber gerade in Anbetracht der momentanen Infektionslage weiterhin, eine Maske zu tragen. Die Lehrkräfte verwenden – soweit ich das mitbekomme – ebenfalls weiterhin ihren Mundschutz. Hier fungieren wir sicherlich auch als Vorbilder für Schülerinnen und Schüler, die sich noch unsicher sind“, sagt Mevert.

Freiheit

Trotz der wiedergewonnene Freiheit sind sich Schüler und Lehrer aber größtenteils einig darüber, dass der Zeitpunkt für die Aufhebung der Maskenpflicht nicht gut gewählt ist. Anne Riedl vom Arnoldinum meint: „Ich finde es schade, dass die Maskenpflicht entfällt. Meiner Meinung nach hat sie viel geholfen, nicht nur wegen Corona, sondern auch gegen Grippe und andere Krankheiten. Außerdem halte ich den Zeitpunkt für unpassend, da die Zahlen gerade wieder so stark ansteigen.“

Die Meinungen vieler Schüler und auch der meisten Lehrer sind weitestgehend identisch und deswegen behalten viele die Maske auf. Wann also wieder ein ganz maskenfreier Unterricht stattfindet, lässt sich so schnell wahrscheinlich nicht abschätzen.

Lisa Merker & Max Roll

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