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Polizei informiert über das Einsatzgeschehen 2021

Mehr Bürgernähe und Transparenz

Steinfurt

Durchschnittlich alle zwölf Minuten sind Polizeibeamte im Kreis Steinfurt gefordert, Gefahren abzuwehren und für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Das geht aus der Einsatzbilanz hervor, die Landrat Dr. Martin Sommer als Leiter der Steinfurter Kreispolizeibehörde sowie Polizeidirektor Andreas Weiß, Chef der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz, und sein Stellvertreter, Polizeirat Christian Sommer, am Dienstagnachmittag für das Jahr 2021 und die Arbeit ihrer Abteilung gezogen haben.

Von Dirk Drunkenmölleund

Am 21. Januar sind einige hundert Menschen in Burgsteinfurt auf die Straßen gegangen, um Corona-Leugnern und Impfgegnern die Stirn zu zeigen. Eine Gegenkundgebung zog vom Baumgarten durch die Innenstadt. Zahlreiche Polizeikräfte waren im Einsatz, damit die Versammlungen friedlich verlaufen sind. Foto: Drunkenmölle

Durchschnittlich alle zwölf Minuten sind Polizeibeamte im Kreis Steinfurt gefordert, Gefahren abzuwehren und für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Das geht aus der Einsatzbilanz hervor, die Landrat Dr. Martin Sommer als Leiter der Steinfurter Kreispolizeibehörde sowie Polizeidirektor André Weiß, Chef der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz, und sein Stellvertreter, Polizeirat Christian Sommer, am Dienstagnachmittag für das Jahr 2021 und die Arbeit ihrer Abteilung gezogen haben. Etwa zwei Drittel der insgesamt rund 600 Vollzugsbeamten sind in dieser Direktion überwiegend im Wach-, Wechsel- und Bezirksdienst oder der Leitstelle rund um die Uhr im Einsatz.

Überwiegend sind es Verkehrsunfälle mit Sach-, Personen- oder Wildschäden, Unfallfluchten, Ruhestörungen und Streitigkeiten, die ein Eingreifen der Streifenwagenbesatzungen nötig machen. Häusliche Gewalt, Schlägereien, Verkehrsbehinderungen folgen auf den Plätzen. Ein Raub kommt alle fünf Tage vor. Allein aus einsatztaktischen Gründen vermeidet es die Polizei allerdings, Einsatzschwerpunkte zu nennen, begründet Weiß, warum das Zahlenmaterial nicht weiter in die Tiefe der Region geht.

So viel Grundlagen sind dann aber doch bekannt. Insgesamt fünf Wachen gibt es an sieben Standorten in der Region. Rund 83 400 Bürgerinnen und Bürger sind es, für die die beiden Wachen in Steinfurt und Ochtrup unter der Leitung von Andreas Schramm zuständig sind. Neben Steinfurt und Ochtrup zählen noch Horstmar, Laer, Metelen und Wettringen zum Einzugsbereich dieser Organisationseinheit.

Weiß stellte fest, dass seine Teams durchschnittlich in den vergangenen Jahren nicht nur deutlich jünger (auf aktuell 39 Jahre) geworden sind, mittlerweile deutlich mehr Frauen (auch in Führungspositionen) im Polizeidienst tätig sind und die Ausrüstung von der Uniform über die Schussweste bis hin zur Bodycam und zur komplett modernisierten Fahrzeugflotte deutlich verbessert worden ist.

Was sowohl Sommer als auch die beiden Spitzenbeamten zunehmend beunruhigt, ist die steigende Zahl der Übergriffe und Anfeindungen, denen die Polizisten immer häufiger ausgesetzt sind. Durchschnittlich jeden Tag kommt es aktuell zu solchen Zwischenfällen. 524-mal sind Beamte in vergleichbare körperliche Auseinandersetzungen verwickelt oder ist ihnen mit Respektlosigkeit begegnet worden. Um 50 Prozent haben diese Fälle binnen Jahresfrist zugenommen. „Das ist erschreckend“, kommentierte Sommer die Entwicklung. Die Behörde fahre hier eine Null-Toleranz-Strategie, die Vorkommnisse konsequent zu verfolgen und zur Anzeige zu bringen. Weiß bedauerte in diesem Zusammenhang allerdings, dass einige, von der Staatsanwaltschaft eingestellte Verfahren nicht so gelaufen sind, wie sich es die betroffenen Beamten gewünscht hätten. Hier solle noch einmal das Gespräch mit den beteiligten Stellen gesucht werden.

Was die zunehmende Zahl von öffentlichen Versammlungen, Demonstrationen und Kundgebung in Zusammenhang mit der Coronapandemie, Klimaschutz, Krieg und Frieden in der Ukraine betrifft, so erklärte André Weiß, dass er eine solche Lage noch nicht erlebt habe. Allein im vergangenen Dezember wurden 16 Demonstrationszüge von Impfgegnern im Kreis Steinfurt von der Polizei begleitet. Weiß: „Das war schon eine große Herausforderung und hat enorm viel Personal gebunden.“

Der Termin im Kreishaus war übrigens eine Premiere. Landrat Sommer betonte, die Polizei wolle noch mehr Bürgernähe und Transparenz zeigen. Der komplette Jahresbericht der Polizeibehörde ist zurzeit im Druck. Er soll in Kürze in den Rathäusern ausgelegt werden.

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