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Stadt und NRW.Urban unterzeichnen Kooperationsvertrag

Mehr Licht für den Sonnenschein

Burgsteinfurt

Wie kann aus dem guten Gewerbegebiet Sonnenschein ein besseres entstehen? Die Stadt nimmt am Landesprogramm Bau.Land.Partner teil und hofft auf die Expertise der Profis aus Düsseldorf. Im Mittelpunkt stehen die Eigentümer der Immobilien.

Von Axel Rollund

Der Blick auf den Sonnenschein ist im Augenblick noch getrübt. Foto: Axel Roll

Das Hinweisschild für das Gewerbegebiet Sonnenschein zeigt, was Michael Schell als Erster Beigeordneter der Stadt meint: Das sprießende Unkraut versperrt zunehmend die Sicht auf den optischen Hinweis. Mit einigen gezielten Heckenscherenschnitten wäre der Blick wieder frei. Und so soll es mit den 72 Sonnenschein-Hektaren in Gänze passieren. Aus einem guten Gewerbegebiet, in dem derzeit an die 90 Unternehmen angesiedelt sind, soll ein besseres werden. Schell nennt das: mehr aus den Flächen machen.

Die Stadt hat sich für das Vorhaben Hilfe vom Land geholt. Die Experten der landeseigenen Gesellschaft NRW.Urban schauen im Rahmen des Programms Bau.Land.Partner vor Ort, was geht. „Das funktioniert natürlich nur gemeinsam mit den Eigentümern der Gewerbeflächen“, betont NRW-Urban-Geschäftsführer Henk Brockmeyer, der am Donnerstagvormittag im Steinfurter Rathaus den Kooperationsvertrag unterzeichnete. Darum wird seine Kollegin Ulrike Holtel in den nächsten Wochen bei den Sonnenschein-Immobilienbesitzern eifrig die Klinken putzen.

„Wir sind neutral, quasi Mittler zwischen Unternehmen und Stadt“, betont die Projektleiterin. Ihr geht es in erster Linie darum, die Ideen der Eigentümer für ihre Flächen zu erfahren, um dann Möglichkeiten zu einer besseren und damit effektiveren Nutzung zu suchen. Michael Schell nennt ein Beispiel: „Es gibt viele Lagerhallen, die nicht sonderlich intensiv genutzt werden.“ Für solche Standorte gelte es gemeinsam zu überlegen, ob es nicht bessere Nutzungsmöglichkeiten gebe.

Besser, das heißt für Schell nicht unbedingt mehr Gewerbesteuern. Obwohl die Stadt im Zweifel natürlich nicht nein sagt zu Mehreinnahmen. „Es gibt 1000 Faktoren“, so der Dezernent, die unter die Überschrift Weiterentwicklung fallen. Ein Grund für intensivere Nutzung sei zum Beispiel die Tatsache, dass neue Gewerbeflächen kaum noch zu bekommen sind. Gerade in Steinfurt ist der Rahmen, vorgegeben durch den Flächennutzungsplan, so gut wie ausgeschöpft.

Die Fachleute aus Düsseldorf werden ausschließlich den Sonnenschein unter ihre Fittiche nehmen. Debbie Kattenbeck und Hanno Wiesmann von der örtlichen Wirtschaftsförderung sind sich aber sicher, dass sich viele in Burgsteinfurt gewonnenen Erkenntnisse auf andere Areale in der Stadt übertragen lassen.

Warum das Vorhaben in einem Gewerbegebiet klappen könnte, obwohl ähnliche Ansätze in den Steinfurter Innenstädten bislang zum Scheitern verurteilt waren? NRW.Urban-Chef Brockmeyer führt zum einen die Erfahrung an, die das Land gesammelt habe: „Wir haben an 272 Standorten Kontakt mit 1600 Immobilieneigentümern.“ Außerdem, so Ulrike Holtel, müsse es nicht bei Gesprächen bleiben: „Wir können unter anderem konkrete Gutachten in Auftrag geben.“ Wo es vorbildlich geklappt habe, sei im benachbarten Nordwalde. Dort wurde mit Landeshilfe aus der Industriebrache Wattendorff ein Wohnquartier entwickelt.

Der Startschuss für das Projekt, bei dem Steinfurt übrigens erst im zweiten Anlauf den Zuschlag bekam, ist direkt am Donnerstag gefallen. Nach der Vertragsunterzeichnung ging es zu einer Besichtigung in den Sonnenschein. Ulrike Holtel schätzt, dass ihr Team drei bis sechs Monate benötigt, um mit allen Eigentümern des Areals zu sprechen. Michael Schell hofft natürlich auf handfeste Ergebnisse. Die weichen Faktoren so eines Projektes dürften aber nicht unterschätzt werden: „Miteinander reden ist immer gut.“

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