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Demonstrations-Korso der Grünen von Burgsteinfurt nach Borghorst

Mehr Platz für Fahrräder

Burgsteinfurt

Bei dem Fahrrad-Korso der Grünen von Burgsteinfurt nach Borghorst wurde deutlich, wie sie sich die Verkehrswende vorstellen: Mehr Platz für Fahrräder. Darum bildeten sich lange Autoschlangen hinter den Rädern auf der Landstraße.

Von Matthias Lehmkuhl

Der Rad-Korso der Grünen auf der Fahrbahn der L 510 sorgte schnell für lange Autoschlangen hinter den Fahrrädern. Ziel der rollenden Demonstration war die Borghorster Innenstadt. Foto: lem

Mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeden Alters zählten die Steinfurter Bündnisgrünen bei ihrer Fahrrad-Demonstration am Samstag, die auf dem historischen Markt in Burgsteinfurt startete und auf dem Platz auf dem Schilde in Borghorst endete. Um einige ihrer Ziele auf Bundesebene, aber auch vor Ort, wie beispielsweise für einen menschengerechten Verkehr und für die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, zu verdeutlichen, fuhr der Tross – begleitet von zwei Polizeifahrzeugen und einem Polizeimotorrad mit Blaulicht - von Burgsteinfurt nach Borghorst nicht auf dem Radweg, sondern auf der L510.

Hinter dem Korso bildete sich schnell eine lange Autoschlange, die im langsamen Radtempo hinterher fuhr und nicht überholen durfte. „Wir wollen für die Verkehrswende demonstrieren“, kündigte der Ortsverbandssprecher der Steinfurter Grünen, Heinz-Bernhard Bödding, an. Ziel sei es nicht, die Autos aus dem Verkehrsraum herauszudrängen, sondern die Verkehrsflächen gerechter zu verteilen.

„Wir brauchen mehr Platz für Fahrräder und emissionsfreien Verkehr“, so Bödding weiter und ergänzte: „Wenn ich an Steinfurt denke, gibt es auch hier noch viel zu tun.“ Birgit Koch-Heite, Sprecherin des ADFC Altenberge, machte darauf aufmerksam, dass ihr Heimatort der Knotenpunkt der geplanten Velo-Route von Steinfurt nach Münster sei. „Ich will dafür werben, dass wir uns mehr vernetzen“, so Koch-Heite.

Alexandra Schoo, Bundestagskandidatin der Grünen aus Ochtrup, beschwerte sich über die Schlagzeilen der Bildzeitung zu den Zielen der Grünen „Aus des Autos – der ländliche Raum im Würgegriff“. „Das ist natürlich ein katastrophaler Titel. Wie müssen bis 2030 einen großen Teil CO2 einsparen. Wenn wir darüber nachdenken, dass es nur noch neun Jahre sind, ist das eine Mammutaufgabe“, bezeichnete Schoo die Verkehrswende im ländlichen Raum als die größte Herausforderung. „Wir sind hier ganz anders aufgestellt als in der Stadt. Wir brauchen gut ausgebaute Fahrradwege. Ganz wichtig ist aber, dass wir im ländlichen Raum nicht ohne Autos auskommen werden. Deswegen brauchen wir einen gesunden Verkehrsmix mit der E-Mobilität im Zentrum“, sagte die Bundestagskandidatin. „CO2-freie Mobilität macht das Leben besser als schlechter. Wir brauchen autofreie Ortskerne mit einer hohen Aufenthaltsqualität“, meinte Ulrich Ahlke vom Verein WieWollenWirLeben.

Bei der Schlusskundgebung auf dem Borghorster Platz Auf dem Schilde warb der Arbeitskreis-Sprecher für Mobilität der Steinfurter Grünen, Max Kauermann, für mehr Verkehrssicherheit und den Ausbau des ÖPNV.

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