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Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes

Millionen für die Kanalisation

Steinfurt

Die Kanalisation der Stadt ist in beiden Stadtteilen auf dem neuesten Stand. Trotzdem müssen in den nächsten Jahren Millionenbeträge im Erdboden versenkt werden. Was getan werden muss, dazu gibt die Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes Auskunft.

Von Axel Rollund

Die Kläranlagen in Steinfurt sind auf dem neuesten Stand, sagen die Fachleute. Für die Wartung wird mitunter zu außergewöhnlichen Mitteln wie Kläranlagen-Tauchern gegriffen. Foto: Axel Roll

Ein Fazit zu einem 50-seitigen Expertenbericht zu ziehen, ist nicht ganz so einfach. Im Falle des fortgeschriebenen Abwasserbeseitigungskonzeptes für die Stadt könnte es vielleicht so heißen: Das Kanalnetz in Borghorst wie in Burgsteinfurt ist in einem sehr guten Zustand, Schwachpunkte sind nicht bekannt. Aber: Um diesen Stand zu halten, müssen in den nächsten Jahren Millionen von Euro investiert werden.

Um es genauer zu sagen: 12,4 Millionen Euro hat das Büro Tuttahs und Meyer aus Bochum zusammenaddiert. Diese Summe schließt Investitionen bis ins Jahr 2033 ein. Der Löwenanteil geht dabei für die allgemeine Kanalsanierung und den -neubau drauf. Das Büro, das Steinfurt schon seit vielen Jahren in Abwasserfragen berät, kommt dabei auf einen Betrag von 9,9 Millionen Euro. Die Modernisierung der drei Kläranlagen sowie die Kanal-Erschließung wird mit jeweils rund einer Million Euro zu Buche schlagen. In so einem Abwasserbeseitigungskonzept muss eine Stadt darstellen, was sie in den kommenden Jahren für diese wichtige Aufgabe unternehmen will. In Steinfurt wurde das erste Konzept 1985 aufgestellt, die letzte Fortschreibung erfolgte in 2010.

Im fortgeschriebenen Abwasserbeseitigungskonzept werden auch die Maßnahmen aufgeführt, die von der Stadt in den nächsten Jahren in Angriff genommen werden müssen. Auf der Investitionsliste stehen zum Beispiel eine Druckentwässerung für Sellen, die Modernisierung des Regenüberlaufbeckens am Klünderbach und die kanaltechnische Erschließung des Gewerbegebietes Ostendorf.

Stefan Koenen vom Fachbüro Tuttahs und Meyer machte bei der Vorstellung des Konzeptes klar, dass ein funktionierendes Kanalnetz und der Schutz vor Hochwasser, wie er jetzt nach der Katastrophe in der Eifel diskutiert wird, zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Bei derartigen Mengen von Wasser könne ein Kanalnetz, egal in welchen Dimensionen gebaut, auch nicht mehr helfen. In Steinfurt ist der Starkregen aus 2010 noch in guter Erinnerung, als die Kläranlage in Dumte nur knapp einer Überflutung entging.

Zum Thema Hochwasserschutz haben jetzt die Grün-Alternativen einen Ratsantrag gestellt. Danach soll für die Stadt ein Starkregenrisikomanagement erstellt werden, in dem „Schwachstellen in der Begegnung mit Starkregenereignissen dargelegt und präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Überflutungen“ aufgezeigt werden. Entsprechende Haushaltsmittel sollen nach dem Willen der GAL für 2022 bereitgestellt werden.

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