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Neujahrswanderung

Mit Eseln durch die Bauerschaft Veltrup

Steinfurt

Esel waren das Highlight bei der Neujahrswanderung, zu der das Ökumenische Forum geladen hatte. Gemeinsam mit den Tieren liefen die Teilnehmer am Samstag durch die Bauerschaft Veltrup in Burgsteinfurt. Los ging es ab dem Hof Beckmann in Richtung Horstmar-Leer.

Von Ralph Schippers

Familie Klumps aus Leer, vor allem die Töchter Maira und Miriam, hatte sichtlich Spaß an der Eselwanderung, Hermann immer voran, Bernhard gemächlicher hinterher. Foto: Ralph Schippers

Esel gelten als eigenwillig. Aber sie haben auch ganz unterschiedliche Charaktere. Das zeigt sich eindrucksvoll bei Hermann und Bernhard. Die beiden Großesel sind seit gut anderthalb Jahren auf dem Hof Beckmann in der Bauerschaft Veltrup zu Hause. Heidrun Beckmann und ihr Mann Klemens haben die beiden Zottel mit dem flauschigen Fell und den großen Ohren – der eine mit grauer Zeichnung, der andere schwarz gefärbt – ins Herz geschlossen. Ihre Töchter Annalena und Elisa legen da noch ein Schippe drauf: „Bernhard und Hermann gehören längst mit zur Familie“, sagt Elisa.

An diesem Samstagvormittag stehen die beiden Fellträger im Mittelpunkt einer besonderen Aktion. Das Ökumenische Forum der katholischen Kirchengemeinde St. Nikomedes und der Ev. Kirchengemeinde Burgsteinfurt, respektive die beiden Organisatorinnen Agnes Gröninger und Ulrike Wanink, haben zu einer ganz speziellen Neujahrswanderung eingeladen. Eben zu einer mit Eseln. Rund zwei Dutzend Interessierte sind der Einladung auf den Hof Beckmann gefolgt. Nach einer kurzen Begrüßung von Heidrun Beckmann und einem Gebetsimpuls geht es los. Und sogleich zeigt sich, um auf das Thema Charaktere zurückzukommen, welcher der beiden Vierbeiner mehr Temperament hat. Hermann, auch „Dominator“ genannt, lässt sich nicht lange bitten: Ein kurzer Zug am Geschirr, ein kleiner Anschubser von hinten und der sieben Jahre alte Vierbeiner setzt sich in Bewegung. Und das ordentlich: Der Schritt ist so schnell, dass die Gruppe alsbald auseinanderreißt. Also sind immer wieder Pausen angesagt, damit diese folgen und auch Bernhard, auch „der Folgsame“ genannt, wieder aufschließen kann.

Dass die Beckmanns überhaupt auf den Esel gekommen sind, ist auf Tochter Annalena zurückzuführen. Die hatte sich nämlich zu ihrem 25. Geburtstag im September 2020 eben einen solchen als Geburtstagsgeschenk gewünscht. „Ich war schon immer fasziniert von den Tieren und hatte Erfahrung mit Ponys“, erzählt die junge Frau. Und ihre Eltern erfüllten ihren Wunsch, sie wurden in Stadtlohn auf Hermann aufmerksam. Da Esel sehr soziale Wesen sind, kam mit Bernhard alsbald ein zweiter Vierbeiner hinzu.

Beide bereichern nicht nur das Familienleben der Beckmanns auf dem Hof in Veltrup (Elisa: „Wir können die beiden von unserer Küche aus immer auf der Weide beobachten“), sondern erfreuen auch Tierliebhaber, die sie für spezielle Eselausflüge buchen können. „Unsere Eseltouren erfreuen sich inzwischen großer Beliebtheit“, sagt Heidrun Beckmann.

Was die Touren so beliebt macht? Bei der Ökumenischen Neujahrswanderung merken es die Wanderer schnell. Die zotteligen Gesellen strahlen ein solch große Ruhe und Gelassenheit aus, dass sich diese unmittelbar auf die menschlichen Begleiter überträgt. Die Hektik des Alltags ist vergessen, Entschleunigung angesagt. Bei vielen sind die Esel zudem einfach tierische Sympathieträger. So auch bei den Klumps aus Leer, die an diesem Samstag mit dabei sind. Vor allem die jüngste Tochter Maira ist ein wahrer Esel-Fan, erzählt Vater Martin. Das ganze Kinderzimmer sei voller Plüschesel. Aber so ein echter Zottel, das sei noch einmal etwas ganz anderes.

Über Feldwege geht es zunächst zum Pferdehof Hölscher, wo die gut gelaunte Gruppe, die sichtlich auch die Gemeinschaft genießt, eine Pause einlegt. Alle halten, dass sei der Vollständigkeit halber erwähnt, die Coronaauflagen ein. Als Überraschung schließt sich die Familie Fischer aus Metelen, die aus der Zeitung von der Wanderung gehört hat, mit ihrem Esel Moritz an. Drei Esel auf einmal, das ist schon was Besonderes. Am Ziel, die katholische Kirche Ss. Cosmas und Damian, bekommt das Trio Heu und Wasser, die menschlichen Begleiter ein warmes Getränk. Dann geht es über die Zwischenstation Jannings Quelle zurück nach Veltrup. Ein Blick in die Gesichter dort zeigt: „Dominator“ Hermann und Bernhard, der „Folgsame“ haben ganze Arbeit geleistet, die menschlichen Wanderer fahren allesamt tiefenentspannt nach Hause.

Wer Interesse an einer Eseltour hat, kann sich bei Familie Beckmann unter Telefon 0170/3868687 informieren. Das Ökumenische Forum bietet zudem am 13. März (Sonntag) eine weitere Eselwanderung an.

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