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Borghorster „Shopping Queen“ Renate Muddemann veröffentlicht autobiografisches Werk

Mit „Klein Reni“ durch die Krise

Borghorst

2019 war sie die „Shopping Queen“ – mit damals 81 Jahren die älteste überhaupt bei der bekannten Vox-Fernseh-Show mit Modedesigner Guido Maria Kretschmer. Doch Renate Muddemann hat noch mehr Talente, als modisch guten Stil zu beweisen: Die Borghorsterin hat sich zwischenzeitlich ins schriftstellerische Fach begeben und mit „Klein Reni“ ihr Erstlingswerk veröffentlicht.

Von Ralph Schippers

Renate Muddemann hat unter ihrem Mädchennamen Barth eine Autobiografie ihrer Kindheit in der Zeit des Zweiten Weltkrieges und unmittelbar danach verfasst. Foto: Ralph Schippers

2019 war sie die „Shopping Queen“ – mit damals 81 Jahren die älteste überhaupt bei der bekannten Vox-Fernseh-Show mit Modedesigner Guido Maria Kretschmer. Doch Renate Muddemann hat noch mehr Talente, als modisch guten Stil zu beweisen: Die Borghorsterin hat sich zwischenzeitlich ins schriftstellerische Fach begeben und mit „Klein Reni“ ihr Erstlingswerk veröffentlicht.

Es handelt sich, der Titel lässt es erahnen, um ein autobiografisches Buch. Auf mehr als 200 Seiten beschreibt die Autorin ihre Kindheit in der Zeit des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach. „Für mich war das Schreiben ein Weg, um aus einer persönlichen Lebenskrise herauszufinden“, sagte die mittlerweile 83-jährige jetzt beim Pressetermin. Nach 34 Jahren Ehe hatte sie sich von ihrem zweiten Mann getrennt.

Unter ihrem Mädchennamen Barth entstand in rund einjähriger schriftstellerischer Tätigkeit die Autobiografie „Klein Reni“ ausschließlich aus der eigenen Erinnerung heraus. Beschrieben wird die Dekade der 1940er-Jahre, in der die Autorin, die im Ruhrgebiet geboren wurde, kriegsbedingt nach Coesfeld kam.

Mit ihren beiden Cousinen – die eine eher still, die andere genauso lebhaft wie sie – erlebt sie eine spannende Kindheit in der dortigen Bauerschaft Goxel. Trotz Kriegseinwirkungen sei es eine schöne Zeit gewesen, so Renate Muddemann rückblickend. Zusammen mit ihren Cousinen habe sie viele Abenteuer erlebt und Freundschaften gefunden. Ihr Selbstbewusstsein, welches mitunter auch in einer allzu „großen Klappe“ ausartete, sei ihr dabei von Vorteil gewesen, sagt sie. Eine Charaktereigenschaft, die ihr auch später im Leben entgegenkam, als sie unter anderem als Büroleiterin in einer großen Anwaltskanzlei und als kaufmännische Leiterin in der Schuhfabrik ihres damaligen Mannes in Münster arbeitete.

Materiell gesehen sei die damalige Zeit sicher entbehrungsreich gewesen. Mehr als aufgefangen wurde dies indes durch soziale Beziehungen. Freundschaften waren inniger, das Wertesystem gefestigter als heute. Gemeinsam etwas voranbringen sei wichtiger gewesen, als immer nur das Ego nach vorne zu stellen, wie es heute oft der Fall sei. Auch davon erzählt die Autobiografie „Klein Reni“.

Die Extrovertiertheit hat sich die Autorin ihr ganzes Leben hindurch bewahrt. Ein Höhepunkt, in der ihr dieser Wesenszug sehr entgegenkam, war ihr Mitwirken bei „Shopping Queen“ vor zwei Jahren. Unvergessen der Dreh in der Borghorster Innenstadt, als sie als Teilnehmerin der Vox-Fernsehshow dort das passende Outfit zum Wochenthema „Alles rund um den Rock“ suchte – begleitet von einem vielköpfigen Produktionsteam und natürlich dem pinken Bulli, in dem die Teilnehmerinnen stets von Station zu Station chauffiert werden. Und auch danach war sie weiter im Fernsehen zu sehen: Bei RTL-Doku „Alt und Abgefahren“ stellte sie ihre Qualitäten als Autofahrerin im Seniorenalter unter Beweis.

Die Autobiografie „Klein Reni“ ist im Medu-Verlag zum Preis von 19,95 erschienen und unter ISBN 978-3-96352-038-9 im Buchhandel erhältlich. Zusammen mit ihrem Autorenkollegen Peter Weidlich plant Renate Muddemann in naher Zukunft eine gemeinsame Lesung. Weitere Informationen dazu folgen.

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