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Steinfurter „Use-Lab“ unterstützt gestrandete Geflüchtete im Winterlager in Bosnien

Mit Team-Spirit gegen Flüchtlingsnot

Steinfurt

Man merkt Torsten Gruchmann, Geschäftsführer des Steinfurter Unternehmens „Use-Lab“, seine Dankbarkeit und Begeisterung regelrecht an. „Ein Stück weit hat auch unsere Firmenphilosophie dazu beigetragen, dass wir die Arbeit mit Flüchtlingen und Gestrandeten im Lager im bosnischen Bihac unterstützen können“, erläutert er. Stephanie Schwenke, Mitarbeiterin des seit 2001 unabhängigen Dienstleistungsunternehmens für professionelle und individuelle Beratung und Testung von Medizinprodukten, war im Verlauf ihres Sabbatjahres („Sabbatical“) 2020 mehrere Monat helfend vor Ort in Süd-Ost-Europa.

Martin Fahlbusch

Im Lager Bihac hat „Use-Lab“-Mitarbeiterin Stephanie Schwenke die Not der Geflüchteten hautnah miterlebt. Derzeit ist sie wieder auf Tour, um die gesammelten Hilfsgüter zu den notleidenden Menschen zu bringen. Foto: Schwenke

Man merkt Torsten Gruchmann, Geschäftsführer des Steinfurter Unternehmens „Use-Lab“, seine Dankbarkeit und Begeisterung regelrecht an. „Ein Stück weit hat auch unsere Firmenphilosophie dazu beigetragen, dass wir die Arbeit mit Flüchtlingen und Gestrandeten im Lager im bosnischen Bihac unterstützen können“, erläutert er. Stephanie Schwenke, Mitarbeiterin des seit 2001 unabhängigen Dienstleistungsunternehmens für professionelle und individuelle Beratung und Testung von Medizinprodukten, war im Verlauf ihres Sabbatjahres („Sabbatical“) 2020 mehrere Monat helfend vor Ort in Süd-Ost-Europa.

Die 32-jährige gebürtige Amerikanerin arbeitet seit einigen Jahren im GRIPS-III-Gebäude in der Nähe der Fachhochschule für die Steinfurter Firma. Für sie stand fest: Auf jeden Fall wollte sie sich neben einer Berufstätigkeit in der Arbeit mit Flüchtlingen und Asylsuchenden engagieren. „Solche Perspektiven waren mir bei der Wahl meines Arbeitgebers wichtig. Man kann schon sagen, dass die konkrete Beschäftigung mit Menschen, die sich in Notsituationen befinden, eine Herzensangelegenheit von mir ist. Von dem Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern profitieren wir letztlich alle“, macht sie mit einem gewinnenden Lächeln deutlich. Ganz wichtig sei, auch die dortige Bevölkerung im Grenzgebiet zwischen Kroatien und Bosnien in die Hilfe miteinzubinden. „Wir kaufen mit den Spendengeldern zum Teil Hilfsgüter vor Ort. Das nützt den Leuten dort und sie sehen die Flüchtlingsströme nicht nur als Bedrohung“, spricht sie über die Strategien.

„Um für unsere durchaus anspruchsvollen Tätigkeitsfelder qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, legen wir viel Wert auf Team-Spirit, bieten vernünftige Regelungen im Bereich der Elternzeit und Kindererziehung und haben auch Möglichkeiten für ein Sabbatjahr geschaffen. Wir müssen etwas in die Waagschale legen, um gute Leute zu bekommen“, benennt Torsten Gruchmann einige der sogenannten Softskills des Unternehmens bei der Gewinnung und Zusammenstellung des Mitarbeiterstabes.

„Ich habe hier in Steinfurt gleich Kontakt mit Gruppen aufgenommen, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv waren. Zudem konnte ich den Kontakt mit der Nichtregierungsorganisation „no name kitchen“, die auch in Bihac engagiert ist, weiter aufrechterhalten. Und auch hier bei „Use-Lab“ hatte man ein offenes Ohr für mein Engagement“, betont die in der Flüchtlingsarbeit engagierte Stephanie Schwenke.

Das nimmt Gruchmann auf: „Wir waren stets mit ihr im Kontakt, wussten von der katastrophalen Situation im Lager in Bihac und der ganzen Gegend – gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Als sie im Dezember nach einigen Monaten ihres Sabbatjahres zurückkam, war bei uns die Idee gereift, die Rotary Clubs in Steinfurt und Gronau um Unterstützung zu bitten und Geld, Kleidung, Hygieneartikel und Medikamente zu sammeln.“

Anfried Borgert, seine Partnerin und Kollegin, trug das Anliegen zu den „Soroptimistinnen Westmünsterland“ weiter und auch das Pascal-Gymnasium in Münster stieg aktiv in die Hilfsaktion mit ein.

„Ich bin hier geboren und Mitbegründer von Breitensport Burgsteinfurt. Wir kamen auf die Idee, neben der traditionell anstehenden Sammlung von ausrangierten Tannenbäumen auch um Kleidung und Hilfsmittel zu bitten. Was dann auch aus der Gruppe unserer Angestellten alles zusammenkam, hat uns umgehauen. Mein Sohn Tim und viele andere haben mit Anfried und mir ein ganzes Wochenende lang nur sortiert und verpackt“, so Gruchmann.

Stephanie Schwenke ist mittlerweile mit ihrer „No-Kitchen-Kollegin“ Hannah Parry wieder auf dem Weg nach Bihac, wo beide weitere drei Monate arbeiten werden. Den Transport der sieben Euro-Paletten Hilfsgüter, Kleidung und Medikamente von Burgsteinfurt aus hat „wir packen’s an“ organisiert und gesponsert. „Wir wollen und müssen uns einfach auch im Namen von Stephanie und ,no name kitchen‘ für die tolle Unterstützung und Hilfe bei allen Helfern, Spendern und Sponsoren bedanken“, unterstreicht Gruchmann am Ende noch einmal ganz besonders.

Spendenkonto: IBAN ES90 0081 5155 7100 0198 4102; BIC/SWIFT: BSABESBBXXX, Betreff: Bosnia.

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