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Unternehmensfrühstück in der Bagno-Konzertgalerie

Mitarbeiter und Klima im Fokus

Steinfurt

Mit zwei ebenso hochaktuellen wie -interessanten Vorträgen hat das von der Wirtschaftsförderung der Stadt organisierte Steinfurter Unternehmensfrühstück am Donnerstag nach coronabedingter Pause ein Comeback gefeiert.

Von Ralph Schippers

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer begrüßte die Gäste des Unternehmensfrühstücks in der Konzertgalerie und informierte in ihrem Part über aktuelle Entwicklungen in der Kreisstadt vom Gesundheitscampus bis hin zum Gewerbesteueraufkommen. Foto: Ralph Schippers

Mit zwei ebenso hochaktuellen wie -interessanten Vorträgen hat das von der Wirtschaftsförderung der Stadt organisierte Steinfurter Unternehmensfrühstück am Donnerstag nach coronabedingter Pause ein Comeback gefeiert. In der Bagno-Konzertgalerie begrüßte Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer als Referenten Marloes Göke und Thomas Pöhlker. Erstere ist Unternehmensberaterin in Nordhorn und trug über „Resilienz im Unternehmen – stark durch die Krise“ vor, Zweiterer ist Mitarbeiter des Beratungsdienstleisters „energielenkner“, der aktuell die Fortschreibung des seit 2013 bestehenden Klimaschutzkonzepts der Stadt begleitet. Abgerundet wurde das einstündige Vortragsprogramm mit der Gelegenheit zum gegenseitigem Austausch im Foyer durch die Bürgermeisterin selbst, die über aktuelle Entwicklungen in der Kreisstadt berichtete.

Welche Faktoren die persönliche Resilienz – und in der Kumulation auch die Mitarbeiterschaft eines Unternehmens – beeinflussen, darüber klärte Marloes Göke auf. Neben der Sinnhaftigkeit der Arbeit und der Nutzung der eigenen Stärken sei es vor allem der Spaß an der Tätigkeit, der die Motivation am Arbeitsplatz und damit direkt auch die Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten und Schutz vor chronischem Stress – so die Bedeutung von Resilienz – fördere.

Diese werde in der modernen, von Digitalisierung und Informationsflut geprägten Arbeitswelt von heute immer wichtiger, so die Unternehmensberaterin mit Blick auf vielen Veränderungen in relativ kleinen Zeiträumen. Fehle ein „Schutzpanzer“, werde als Folge die Gefahr des Ausbrennens immer größer. Studien zeigten, dass immer mehr Menschen betroffen sind – und das schon in jungen Jahren.

Von enormer Wichtigkeit für die psychische Gesundheit der Mitarbeiter sei deren Überzeugung, einer sinnhaften Betätigung nachzugehen. Genauso elementar sei die Wertschätzung ihrer Tätigkeit. Mit direkter Adresse an die Unternehmensleitungen betonte sie, nicht alles selber in die Hand zu nehmen. Marloes Göke: „Vermeiden Sie es, ins berüchtigte Hamsterrad zu gelangen.“

Thomas Pöhlker, Geschäftsführer der energielenker projects GmbH, berichtete zum Stand der Fortschreibung des Steinfurter Klimaschutzkonzepts. Das Ziel auf lokaler Ebene steht: Bis 2045 will die Stadt klimaneutral sein. Vor allem die nächsten Jahre werden eine große Kraftanstrengung bedeuten, um diese Marke auch zu erreichen, kündigte er an. „Wir haben die Klimaschutzgesetze und sie werden noch strenger werden. Wir werden also ambitioniert handeln müssen“, so Pöhlker. Mut mache, dass Steinfurt in einigen Bereichen schon weit fortgeschritten sei. Der energielenker-Mitarbeiter verwies dabei auf die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, besonders Windkraft. Diese übersteige den eigenen Verbrauch um 188 Prozent. Dem gegenüber stehen hohe Nachholbedarfe im Wärmesektor. Noch produziere jeder Steinfurter 7,8 Tonnen CO2 im Jahr. „Da müssen wir alsbald herunter.“ Auch Industrie und Gewerbe müssten ihr Scherflein beitragen. Die Hebel, an denen angesetzt werden kann und muss, seien Gebäude, Mobilität und Beschaffung.

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