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Summerwinds-Festival mit Thomas Dobler‘s New Baroque in der evangelischen Großen Kirche

Musikalische Weltenwanderer

Burgsteinfurt

Im Rahmen des Holzbläser-Festivals „Summerwinds Münsterland“ machte das „Thomas Dobler‘s New Baroque“ Station in Burgsteinfurt – und traf dabei den Nerv der Zuhörer.

Von Rainer Nixund

Das Quartett (v.l.) mit Bandleader Thomas Dobler, Miquel Angel Cordero, Caroline Lambelé und Daniel Schnyder. sorgte für ein beeindruckendes Konzert am Sonntagabend in der evangelischen Großen Kirche Burgsteinfurt. Das Publikum war Foto: Rainer NixRainer Nix

Töne eines Sopran-Saxofones erklingen aus dem Nebenraum der evangelischen Großen Kirche. Tonleitern werden rauf- und runtergespielt. Dann treten vier Musiker auf und nehmen ihre Plätze ein. Das Publikum ist gespannt und neugierig. Es erwartet ein „Crossover“ verschiedener Musikstile auf Basis klassischer Kompositionen von Georg Friedrich Händel. Am Sonntag hat „Thomas Dobler‘s New Baroque“ Station in Burgsteinfurt gemacht und mit „Händel Reloaded“ den Nerv der Zuhörer getroffen.

Sopransaxophon

Das Quartett hat in Burgsteinfurt eines von insgesamt 50 hochkarätig besetzter Konzerte des einzigartigen Holzbläser-Festivals „Summerwinds Münsterland“ gegeben. Veranstalter ist die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit, Münster, die für den Termin am Sonntag die Evangelische Kirchengemeinde Burgsteinfurt mit ins Boot geholt hatte.

Zunächst gibt es einen Willkommensapplaus für die exzellenten Musiker Thomas Dobler, Vibrafon und Percussion, Caroline Lambelé, Violine, Miquel Angel Cordero, Kontrabass, und Daniel Schnyder, Sopransaxofon und Flöte. Dann nehmen die vier Instrumentalisten das Publikum mit auf eine musikalische Reise der besonderen Art.

Werke von Händel, unter anderem Highlights aus dem „Messias“, wurden reloaded, „neu geladen“. Während Doblers Arrangements die barocken Wurzeln niemals ganz verleugnen, sorgt die Mischung aus Jazz-, Pop-, und Flamenco-Elementen mit Einflüssen brasilianischer und afrokubanischer Musik ein ganz neues Klangerlebnis. Insbesondere Vibrafon und Saxofon stechen als Soloinstrumente hervor, setzten jazzige Akzente, während die Violine im Hintergrund den klassischen Charakter der Kompositionen bewahrt. Bass und Saxofon produzieren, wenn auch nur für kurze Momente, Jazzkeller-Atmosphäre.

Jazzkeller-Atmosphäre

Das Publikum hat sich gern auf den swingenden Charakter eingelassen. Die Triosonate in g-Moll spielte das Quartett zum großen Teil original, doch dann mutiert das Stück zur Filmmusik mit markanten Bass- und lockeren Vibrafonläufen. Insgesamt sticht das Klangbild der vier internationalen Musiker durch seine außergewöhnliche Dynamik hervor.

Die Arrangements lassen sich stilistisch nicht exakt einordnen, stechen aber in jedem Fall durch Originalität und Fantasie hervor. Das macht die Faszination der Crossover-Darbietungen aus.

Kontrabass

Bandleader Thomas Dobler, der die Jazz-Abteilung der HEMU Musikschule in Lausanne leitet, Daniel Schnyder, der in New York lebende Schweizer und renommierte Instrumentalist sowie Komponist, der vielfach ausgezeichnete Kontrabassist Miquel Angel Cordero aus Barcelona und die in ganz Europa gefragte Geigerin Caroline Lambelé aus Brüssel gelten zurecht als „Weltenwanderer“ zwischen den Genres.

Susanne Schulte, Intendantin der „Summerwinds“ und Leiterin der GWK, wies bei ihrer Begrüßung auch auf eines der Hauptanliegen der Gesellschaft hin. „Wir fördern exzellente junge Künstlerinnen aus Westfalen-Lippe und veranstalten mit Partnern vor Ort hochkarätige Kulturprojekte in der Region.“ Die Summerwinds-Saison 2022 ist noch nicht zu Ende. „Wir haben noch 17 Konzerte vor uns“, so Schulte.

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