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Silvester-Böller-Verkauf ab Donnerstag

Sensibler Umgang mit Feuerwerk

Steinfurt

Ab Donnerstag ist der Verkauf von Feuerwerkskörpern wieder freigegeben. Besondere Einschränkungen oder Verbotszonen, um Böller und Raketen abzufeuern, gibt es in Steinfurt nicht. Dennoch gibt es aufgrund der aktuellen Lage Bedenken, ob die Knallerei gerade jetzt Sinn macht.

-mfe/dru-

Ab morgen ist der Verkauf von Feuerwerkskörpern im Handel wieder erlaubt. Foto: ec

In diesem Jahr darf an Silvester nach zweijähriger Coronapause wieder ein Feuerwerk gezündet werden. Ab dem morgigen Donnerstag (29. Dezember) und bis Samstag (31. Dezember) dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie II, zu der in der Regel das klassische Silvesterfeuerwerk zählt, wieder verkauft werden. Geregelt sei das im Sprengstoffgesetz. Discounter, Einzelhändler und Baumärkte sind auf den Ansturm vorbereitet. „Gezündet werden dürfen Raketen und Böller allerdings nur an Silvester und am Neujahrstag“, erklärt Susanne Laumann, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Steinfurt.

Besondere Einschränkungen oder Verbotszonen für ein Feuerwerk habe die Stadt Steinfurt in diesem Jahr nicht eingerichtet, erklärt Laumann auf Nachfrage dieser Zeitung weiter. Allerdings gebe es per Gesetz grundsätzlich Bereiche, in denen Silvesterfeuerwerk nicht gestattet sei. „Verboten ist ein Feuerwerk in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Seniorenheimen, Tankstellen und strohgedeckten Häusern.“

Susanne Laumann weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass diese Feuerwerkskörper nur von über 18-Jährigen gekauft und auch gezündet werden dürfen. Alkoholisierte Personen sei es ebenfalls nicht gestattet, Böller zu zünden. In Kinderhände gehörten diese Böller auf gar keinen Fall.

Appell von Ordnungsamts-Leiterin

Ganz allgemein appelliert Susanne Laumann an die Steinfurter Bürgerinnen und Bürger, verantwortlich und umsichtig mit Raketen und Böllern umzugehen. Krankenhäuser und Rettungsdienste arbeiteten ohnehin schon am Limit, diese müssten nicht noch zusätzlich belastet werden.

Auch im Hinblick auf die große Zahl geflüchteter Menschen in der Stadt sei ein sensibler Umgang mit einem Feuerwerk wünschenswert. Darüber hinaus sollten Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf Lärm und Feinstaub, den Schutz der Tiere und auch bezüglich des Mülls überdenken, ob ein Feuerwerk zu Silvester unbedingt sein müsse.

Angesichts vieler Verletzungen, die die Silvester-Knallerei Jahr für Jahr verursacht, wird derzeit von Vertretern der Ärzteschaft und Krankenhäusern diskutiert, ob das die ungeregelte Nutzung wert sei. Die Frage stelle sich um so dringlicher, als die gesamte Notfallmedizin und die Rettungsdienste wegen Personalmangels und zahlreicher schwerer Atemwegserkrankungen ohnehin schon extrem belastet sind. Bei den letzten beiden Jahreswechseln galt ein Verbot von Feuerwerkskörpern, um die Kliniken in der Corona-Pandemie nicht zusätzlich zu belasten.

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