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Ausstellungseröffnung mit Werken von Wilhelm Imkamp im Neuy-Bauhaus-Museum

Natur als Ideengeber

Steinfurt

„Wilhelm Imkamp – Klang der Farben“ heißt die neue Ausstellung, die im Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum eröffnet wurde.

Gut besucht war die Ausstellungseröffnung mit Werken von Wilhelm Imkamp (Selbstportrait, oben) im Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum. Eine Einführung gab Dr. Gudrun Wessing. Foto: Annegret Rose

Es war voll, umtriebig und laut, so wie es bei einer Vernissage am Sonntagmorgen sein sollte. Ganz unerwartet hatte es Hedwig Seegers erreicht, den Musiker Matthias Fleige aus Laer zu engagieren, der selten in Steinfurt auftritt. Seit Jahren ist er Bandmitglied in der Götz-Alsmann-Band. Eine musikalische Hommage an den Maler und Musikliebhaber Wilhelm Imkamp,.

Wie es guter Brauch im Heinrich-Neuy-Bauhaus- Museum ist, hat sich Manfred Vellmer zunächst einmal bei allen Mitwirkenden bedankt, die diese Schau möglich gemacht haben. „Wilhelm Imkamp – Klang der Farben“ ist die Präsentation überschrieben, die bis zum 12. Februar am Kirchplatz 5 in Borghorst zu sehen ist. Sie konnte mit Leihgaben von der Familie Imkamp, der Oberfinanzdirektion NRW und von weiteren privaten Sammlern zusammengestellt werden. Die Familie des Künstlers aus Stuttgart war mit Enkeln anwesend und bereicherte so die Vernissage um eine persönliche, herzliche Note.

Studium in Paris

Dr. Gudrun Wessing, die auch das Begleitheft zur Ausstellung verfasst hat, hielt den Einführungsvortrag. Sie zeichnete das Bild des am 9. März 1906 in Münster geborenen Sohn eines Malermeisters nach, der seine Berufung früh gefunden hatte. Schon als Jugendlicher interessiert ihn neben der Malerei nur die Musik. Nach dem Abitur an der Oberrealschule wird er im Bauhaus von 1926 bis 1929 als Schüler angenommen. Danach folgt ein Jahr Studium in Paris. Eine berühmte Mappe entsteht, aus der auch Exponate in Borghorst zu sehen sind. Durch das Verbot der Nazis, ab­strakt zu malen, taucht Imkamp in die Porträtmalerei ab. 500 Exponate schließt er ab. Seine Passion bleibt die Abstraktion. Der Künstler entwickelte später eine starke Abneigung gegen Porträts.

Abstraktion

Eine Stärke dieser Schau ist die große Bandbreite. Einerseits den großartigen Porträtisten, andererseits den geistig Suchenden, den abstrakten Maler streng in der Farbgebung, und den Maler, der frei, heiter in der Auswahl seiner Farben und Übermalungen wirkt. Ende der 1940er Jahre kehrt er zu den Wurzeln des Bauhauses zurück. Er lebt und arbeitet in Stuttgart, „das seinerzeit ein Zentrum für abstrakte Kunst war“, wie Wessing ausführt. Sein dynamischer Pinselstrich bleibt, die Farben werden weicher. „Natur als Grundlage seiner Ideen“ spielt in den nicht gegenständlichen Werken eine wichtige Rolle. Seine Farbvermischungen scheinen die Betrachter auf die Wandelbarkeit von Wahrnehmung und Bewusstsein hinzuweisen. So entstehen atmosphärische Stimmungen, die die Betrachter berühren. Dabei wird in Kreisen und Schleifen eine unverwechselbare Verbindung zwischen Malerei und Musik sichtbar.

Farbgebung

Wilhelm Imkamp, Klang der Farben, Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum, Kirchplatz 5, Steinfurt,

  0 25 52/9 95 83 09; Öffnungszeiten: mittwochs bis freitags sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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