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Burgsteinfurter Kulturquartier beschäftigt die Kommunalpolitik

Neuer Fördertopf für Jüdische Schule?

Burgsteinfurt

Es gibt offenbar doch noch Chancen, Fördermittel für einen Umbau der alten Jüdischen Schule an der Kautenstege zu bekommen. Das berichtete Dr. Barbara Herrmann, Direktorin des Kulturforums und zugleich Vorsitzende des Heimatvereins Burgsteinfurt, jetzt gegenüber der Politik. Anlass zur Hoffnung, dass das „Dritte-Orte“-Projekt doch noch zustande kommt, gibt ein Gespräch mit Dr. Jan Heinisch, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung.

Von Dirk Drunkenmölle und Ralph Schippers

Ein Anbau an die Jüdische Schule war ursprünglich eng mit der Neugestaltung des Gebäudes verknüpft. Die erhoffte Förderung des NRW-Bauministeriums hat es allerdings dafür nicht gegeben. Die Neugestaltung des Platzes vor der Jüdischen Schule soll dem ganzen Quartier neue Attraktivität verleihen. Foto: Stadt SteinfurtIBAK Ingenieure

Es gibt offenbar doch noch Chancen, Fördermittel für einen Umbau der alten Jüdischen Schule an der Kautenstege zu bekommen. Dr. Barbara Herrmann hat die Hoffnung jedenfalls noch nicht aufgegeben. Zuversicht gibt der Direktorin des Kulturforums und Vorsitzenden des Burgsteinfurter Heimatvereins ein Zoom-Meeting, das sie mit Dr. Jan Heinisch, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, in dieser Woche geführt hat. CDU-Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking hatte den Kontakt zu diesem Spitzenbeamten im Ministerium ihrer Parteikollegin Ina Scharrenbach vermittelt. Vielleicht könne sich nach der Absage aus dem Düsseldorfer Ministerium für Kultur und Wissenschaft im Januar vergangenen Jahres doch noch an anderer Stelle eine Tür zu einem Fördertopf öffnen.

Herrmann hat im Ausschuss für Stadtentwicklung am Dienstag im Rathaus dargelegt, dass es offenbar vom Scharrenbach-Ministerium finanzielle Unterstützung geben könnte, vorausgesetzt, die Steinfurter feilen an der Konzeption, wie und in welchem Kontext sie das Haus umgestalten wollen. Bei einer Antragstellung, so Herrmann, müsse man wohl stärker als bisher geschehen auf die Geschichte des Hauses und die Bedeutung des Gebäudes für das jüdische Leben in der Stadt abheben. Diese Zusammenhänge müssten stärker herausgearbeitet und im Nutzungskonzept als ein Schwerpunkt berücksichtigt werden. Diese Möglichkeit, so appellierte Herrmann an die Politik, solle man nicht ungenutzt lassen, auch wenn man nicht abschätzen könne, wie klein oder große die Chance am Ende ist, Geld zu bekommen.

Parallel, so Barbara Herrmann weiter, soll auf jeden Fall das „Dritte Orte“-Projekt, für dessen Fortsetzung sie sich zusammen mit Günther Gromotka und Wolfgang Alfers stark macht, vorangebracht werden (wir berichteten ausführlich).

Technischer Beigeordneter Hans Schröder hat die Entwürfe für das Kultur-Quartier, das sich von der Jüdischen Schule über die Hohe Schule, das Stadtmuseum bis zur evangelischen Kleinen Kirche und Gemeindezentrum erstrecken soll, nochmals am Mittwoch im Bauausschuss vorgestellt. Es soll Teil des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für Burgsteinfurt werden, für das eine öffentliche Förderung in Aussicht steht.

In einem ersten Schritt soll zunächst der Teilbereich zwischen Hoher und Jüdischer Schule aufgewertet werden. Wie bereits berichtet, schlägt das Planungsbüro vor, die Gedenkstätte auf dem Areal der ehemaligen Synagoge mit einer Begrünung durch Bodendecker und einer Heckeneinfassung aufzuwerten. Der Raum zum Lesegarten sowie zur jüdischen Schule hin, aktuell noch als Parkplatz genutzt, soll zu einem öffentlichen Platz werden. Die Anregung, ihn mit hellem Betonsteinpflaster außen einzurahmen und innen mit einer wassergebundenen Decke zu versehen, stieß allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung. CDU-Fraktionschef Sebastian Buck würde den Platz lieber vollständig gepflastert sehen. Dieter Libutzki (Grüne) schlug vor, eine Zisterne unter dem Platz zu installieren, in der Regenwasser gesammelt werden kann. Hans Schröder zeigte sich von den Vorschlägen angetan, betonte aber auch, dass dies erhöhte Kosten in der Ausführung nach sich ziehen werde. Zudem kündigte er nach einer entsprechenden Anregung von Buck an, die im Bereich der ehemaligen Synagoge geplanten Änderungen mit den jüdischen Institutionen abzustimmen. Gleiches gilt in der Gesamtheit mit den Anliegern.

Die Verwaltung wurde beauftragt, die Anregungen des Bauausschusses in die Planung einzuarbeiten und die geänderte Fassung in einer der kommenden Sitzungen erneut vorzulegen. Die Beschlussempfehlung, 10000 Euro für Planungskosten des ersten Abschnitts im Haushalt bereitzustellen, ist zunächst vertagt worden.

Hans Schröder kündigte zudem eine Fahrt nach Deventer in Holland an. Das sehenswerte Museum Geert Groote Huis gibt seiner Auffassung nach für das Steinfurter Vorhaben eine anschauliches Beispiel dafür, wie sich ein altes Gebäude zu einem neuen Ort der Begegnung und Ortsgeschichte umgestalten lässt. Ein Termin steht noch nicht fest.

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