1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. Neuer Markt sollmultifunktional werden

  8. >

Privater Investor hat Verwaltung Bebauungsvorschlag vorgelegt

Neuer Markt sollmultifunktional werden

Borghorst

Abseits der Maßnahmen des ISEKs tut sich für die Attraktivitätssteigerung Borghorsts nunmehr eine weitere Option auf: Die Aufwertung des Neuen Markts von privater Hand. Hajriz Brcvak, Unternehmer aus Horstmar und wohnhaft in Burgsteinfurt, hat der Verwaltung vorgeschlagen, das bislang als Parkplatz genutzte Areal in City-Randlage von der Stadt zu kaufen und dort eine multifunktionale Bebauung zu realisieren.

Von Ralph Schippersund

Nicht nur die Bebauung selbst, sondern auch die Neugestaltung des Umfelds stehen im Fokus des privaten Investors. Bislang präsentiert sich das Areal als nahezu komplett versiegelte, monotone Parkfläche. Foto: Schippers

Die Neugestaltung einer Stadtachse vom künftigen Gesundheitscampus über den Roten Platz bis zum BWS-Center ist eines der maßgeblichen Projekte beim zur Umsetzung anstehenden Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK). Gibt der Stadtrat in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag grünes Licht für das sich zunächst auf Borghorst beschränkte städtische Zukunftsprogramm, wird die Verwaltung bis Ende September den damit verbundenen Fördermittelantrag bei der Bezirksregierung stellen (diese Zeitung berichtete).

Doch auch abseits der zentralen Achse sind Maßnahmen notwendig, um die Innenstadt Borghorsts attraktiver zu machen. Konkret tut sich nunmehr eine Aufwertung des Neuen Markts auf – dies auf private Initiative: Hajriz Brcvak, Unternehmer aus Horstmar und wohnhaft in Burgsteinfurt, hat der Verwaltung vorgeschlagen, das bislang als Parkplatz genutzte Areal in City-Randlage von der Stadt zu kaufen und dort eine multifunktionale Bebauung zu realisieren.

In einem Pressegespräch im Vorfeld der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und digitale Infrastruktur, bei dem das Vorhaben des gebürtig aus Serbien-Montenegro stammenden Inhabers einer Firma für Glasfaserausbau am kommenden Dienstag (29. Juni) beraten wird, machte die Stadtspitze mit Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, dem Ersten Beigeordneten Michael Schell, dem Baudezernenten Hans Schröder sowie dem Ausschussvorsitzender Günther Gromotka keinen Hehl daraus, dass sie mit der Idee sympathisiert.

„Der Vorschlag von Herrn Brcvak bedeutet eine deutliche Aufwertung des Neuen Markts, bei dem innerhalb der Fläche des ISEKs kein Geld der Stadt oder von Fördermittelgebern in die Hand genommen werden muss“, sprach Schröder von einer großen Chance für Borghorst. Auch den Leitlinien des ISEK würde die Maßnahme entsprechen: „Das Büro Complan hat ausdrücklich eine multifunktionale Bebauung des Areals empfohlen“, ergänzte er.

Das Bauprojekt Brcvaks sieht vor, mittig auf dem Neuen Markt einen zur Innenstadt hin geöffneten dreigeschossigen Gebäudekomplex mit den Funktionen Gewerbe/Gastronomie im Erdgeschoss, Wohnen im ersten Obergeschoss sowie Übernachten in der zweiten Etage zu errichten. Zudem soll der Komplex, zu dem es zurzeit noch keine konkreten Planzeichnungen gibt, mit einer dreistöckigen Tiefgarage unterkellert werden. Sie soll Platz bieten für die Fahrzeuge von Wohnungsmietern, Arbeitnehmern sowie externen Interessenten. Unter dem Strich soll kein Parkplatz, der oberirdisch vorhanden war, verloren gehen.

Beigeordneter Michael Schell sieht es als großen Vorteil, dass ein lokal ansässiger Investor bei dem Projekt an den Start geht und nicht externe Geldgeber, die dann einen Betreiber suchen müssten. Denn Brcvak will sich selbst um die Gastronomie und das Gewerbe kümmern: Steinfurt soll zum Hauptstandort seines Unternehmensnetzwerks ausgebaut werden – die Schaffung von 80 neuen Arbeitsplätzen ist angekündigt. „Es werden dadurch auch Mehreinnahmen bei Grund- und Gewerbesteuern generiert“, merkte Schell an.

Hans Schröder machte deutlich, dass der Neue Markt nicht einfach zugebaut werde. Die Bebauung sei durch eine Grünplanung begleitet, die unter anderem die Pflanzung einer neuen Baumreihe und eine Fassadenbegrünung vorsieht.

Günther Gromotka betonte, die Schaffung neuen, innenstadtnahen Wohnraums komme dem Wunsch vieler älterer Bürger entgegen, ihr zu groß gewordenes Eigenheim in der Peripherie zu verkaufen und dorthin zu ziehen. Die frei werdenden Häuser könnten dann junge Familien übernehmen, neues Bauland werde nicht benötigt. Gromotka: „Das ist eine gute Verbindung von Ökologie und Ökonomie.“

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer sprach von einem möglichen weiteren starken Impuls für die Attraktivitätssteigerung Borghorsts. Sie kündigte an, Alternativplätze für Veranstaltungen wie den Muffenmarkt zu finden, die bislang auf dem Neuen Markt stattgefunden haben.

Der Ball liege nunmehr bei der Politik. Diese müsse ihr grundsätzliches Okay geben, damit der Vorschlag des Investors konkret werden könne.

Startseite
ANZEIGE