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Flutkatastrophe: Mitglieder der Steinfurter Feuerwehr unterstützten Kameraden in Stolberg bei Aachen

Per Kolonne ins Hochwassergebiet

Steinfurt/Stolberg/Mettmann

Auch die Stadt Stolberg bei Aachen wurde von Tief „Bernd“ heimgesucht. Am Sonntag fuhren rund 130 Einsatzkräfte der Informations- und Kommunikations (IuK)-Einheit des Kreises Steinfurt mit 25 bis 30 Fahrzeugen in das dortige Überschwemmungsgebiet, um die ortsansässige Feuerwehr zu unterstützen. Unter ihnen waren auch drei Brandschützer von der Freiwilligen Feuerwehr Steinfurt.

Von Matthias Lehmkuhl

Per Kolonne fuhren am vergangenen Sonntag Foto: Feuerwehr Steinfurt

Nach dem Sturmtief „Bernd“ wurden 1000 Frauen und Männer der Feuerwehrbereitschaften und Wasserrettungs- sowie Patiententransportzügen aus dem Regierungsbezirk Münster in die nordrhein-westfälischen Hochwassergebiete entsendet. Dazu gehörten auch rund 130 Einsatzkräfte der Informations- und Kommunikations (IuK)-Einheit des Kreises Steinfurt mit 25 bis 30 Fahrzeugen.

Darunter waren mit Sven Hölscher, Jens Pöttner und Michael Frieler drei Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Steinfurt. Die drei waren am Sonntag zusammen mit dem Ochtruper Kameraden Matthias Stücker und dem Einsatzleitwagen 2 (ELW) in Stolberg bei Aachen. Dort hatte die Flutkatastrophe ebenfalls zugeschlagen, das Unwetter besonders heftig gewütet. Nach starkem Regen trat der Vichtbach über und überschwemmte mehrere Straßen. Michael Frieler war übrigens noch Tage vorher in Mettmann. Dort verwandelte sich aufgrund der Regenmengen die sonst ruhig fließende Düssel in einen reißenden Fluss und zog durch die Straßenzüge der 40 000-Seelen-Stadt.

Sven Hölscher, Jens Pöttner, Michael Frieler trafen sich am frühen Sonntagmorgen (4 Uhr) mit ihren Kameradinnen und Kameraden aus dem Kreis Steinfurt im Weinerpark in Ochtrup. Dort gab es dann die Bekanntgabe des Einsatzortes.

In einer Kolonne ging es dann nach Stolberg, wo sie gegen 8.30 Uhr eintrafen. Auf dem Gelände der dortigen Kaserne Donnersberg wurde den Steinfurter Brandschützen und dem Ochtruper Kameraden von der einheimischen Feuerwehrleitung erklärt, für was sie und der zugewiesene Bereitschaftzug aus dem Kreis Steinfurt zuständig sind.

„Zu unserem Bereitschaftszug gehörten ein Logistik- und vier Löschfahrzeuge“, erklärt Sven Hölscher aus Burgsteinfurt, der die Organisationsleitung im ELW 2 inne hatte. „Unserer Einheit wurden Straßenzüge im Zentrum von Stolberg zugeteilt“, erläutert Jens Pöttner, ebenfalls aus Burgsteinfurt.

Per Digitalfunk waren die vier Feuerwehrleute im ELW 2 mit den Kameraden vor Ort verbunden. Die Häuser an den zugewiesenen Straßenzügen wurden durchkämmt. Dort wurde nach Verletzten gesucht und überflutete Keller mit Pumpen vom Wasser befreit. „Wir mussten die uns gestellten Aufgaben eigenständig abarbeiten“, unterstreicht Sven Hölscher. „In Einzelfällen erhielten wir die Bitte, dass ein Statiker herbeigerufen werden sollte, der ein stark beschädigtes Haus inspizieren und entscheiden sollte, ob es noch bewohnbar war. Das haben wir dann an die Stolberger Feuerwehrleitung weitergeleitet“, beschreibt Jens Pöttner und ergänzt, dass sie keine Probleme mit den Digital- und Mobilfunkverbindungen hatten, wie es in anderen Flutkatastrophengebieten gewesen sein soll.

Nur ein Mal musste das ELW-Quartett einen Rettungswagen rufen. „Eine Zivilperson hatte sich die Hand gebrochen“, erinnert sich Sven Pöttner an einen Verletzten. Ansonsten stellten die Einsatzkräfte aus dem Kreis Steinfurt erhebliche Sachschäden fest.

Gegen Abend gab es noch zum Dank ein deftiges Essen von den Stolberger Kameraden. Am Sonntagabend gegen 22.45 Uhr waren die vier mit dem Einsatzwagen 2 und der Kolonne wieder in Steinfurt.

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