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Energiewende im Kreis Steinfurt

Strom vom eigenen Dach? Photovoltaik ist im Trend

Kreis Steinfurt

Ein „Mammut-Projekt“ – das sagte der grüne Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kurz nach Amtsantritt. Gleich zwei Maßnahmen-Bündel für den Ausbau der Erneuerbaren Energien – Oster- und Sommerpaket – will die Regierung in 2022 durchsetzen. Dafür bedarf es vieler Maßnahmen.

Hohes Interesse gilt aktuell den Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen): Die Nachfrage nach unabhängigen Beratungsangeboten ist gestiegen. Foto: Kreis ST

Die Ziele sind: Klimaneutralität bis 2045, Unabhängigkeit von ausländischen Stromversorgern und Energiesicherheit. Was das für den Kreis ST bedeutet und was sich bereits bewegt, beleuchtet der Verein energieland2050 e.V. in dieser Themenreihe, der Serie „Energiewende im Kreis“.

Um Klimaneutralität im Kreis bis 2040 zu erzielen, bedarf es vieler Maßnahmen. „Einer der größten Hebel liegt dabei in der Solarenergie“, sagt Silke Wesselmann, Geschäftsführerin des energieland2050 e.V. „Es ist sinnvoll und vernünftig, Photovoltaikanlagen auf verfügbare Dachflächen zu installieren, um Solarstrom zu erzeugen. In Zeiten stetig wachsender Strompreise und aufgrund des zunehmenden Bedarfs durch Elektroautos oder Wärmepumpen, wirbt Wesselmann für die klimaneutrale Stromerzeugung per Sonne. Bisher ungenutzte Potenziale auf Privatdächern, auf gewerblichen Hallendächern, aber auch Freiflächenphotovoltaik bieten viele Möglichkeiten zur Produktion von grünem Strom.

Bis zur Installation dauert es

Die Servicestelle Sonne des Vereins stellt aktuell ein enorm hohes Interesse an Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) fest. Die Nachfrage nach unabhängiger Beratung ist hoch. Außerdem hatten sich fast 1700 Bürger für die Informationsveranstaltungen im Rahmen der Solartage 2022 angemeldet. Deshalb gibt die Geschäftsführerin den Tipp: „Jeder sollte sich lieber heute als morgen mit der Idee einer eigenen PV-Anlage beschäftigen, denn die Vorlaufzeiten bis zur Installation sind lang.“

Silke Wesselmann

Um einen guten Überblick zu bekommen, wie wirtschaftlich eine Photovoltaikanlage sein kann, empfiehlt sich beispielsweise das Solarkataster unter www.solare-stadt.de/kreis-steinfurt. Diese kostenlose Online-Plattform bietet eine erste Einschätzung, ob und wie gut das individuelle Dach geeignet ist, erklärt der Projektleiter der Servicestelle Sonne, Jens Leopold: „Im Solarkataster sind die Ausrichtung, die Dachneigung und die Verschattung des Daches einschließlich Beschaffenheit wie Fenstereinbauten, Schornsteine etc. hinterlegt. Mit Hilfe des Stromverbrauchs kann eine grobe Kalkulation inklusive Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgenommen werden.“ In der Regel kann mit einer Amortisationszeit von ungefähr elf Jahren ausgegangen werden.

Auch die Nordseite kann Strom bringen

Die im Osterpaket angekündigte Erhöhung der Einspeisevergütung bezieht sich bislang nur auf Volleinspeiseanlagen. Es bleibt zu hoffen, dass ebenso Eigenverbrauchsanlagen zukünftig mit einem ähnlich hohen Betrag vergütet werden. „Erfahrungswerte zeigen, dass mit einer Eigenverbrauchsanlage der Strombezug vom Versorger (z.B. Stadtwerke) durchschnittlich ca. um ein Drittel reduziert werden kann. Wird ein zusätzlicher Speicher installiert, können durchaus auch zwei Drittel des benötigten Stroms selbst erzeugt werden“, ordnet Leopold ein. Die Dachausrichtung spielt für die Effizienz einer PV-Anlage inzwischen keine große Rolle mehr, erklärt der Projektleiter: „Grundsätzlich ist jede Ausrichtung wirtschaftlich. Selbst eine Nordseite mit bis zu 30 Grad Dachneigung kann für die Stromerzeugung genutzt werden.“

Jens Leopold

Ist die Entscheidung für die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach gefallen, lohnt sich ein Blick in den kostenlosen PV-Leitfaden des Vereins, meint Jens Leopold: „Hier werden die wichtigsten Schritte beleuchtet. Neben Tipps zur Anlagengröße sind dort Informationen zur Anmeldung und Besteuerung von PV-Anlagen zu finden.“

Informationen für Solar-Interessierte

Außerdem hilfreich sind die im Rahmen der Solartage 2022 aufgezeichneten Vorträge, die sich Interessierte online ansehen können. Die Themen: Besteuerung von Photovoltaikanlagen, Photovoltaik in Kombination mit Elektromobilität, Photovoltaik-Balkonanlagen, Unternehmensphotovoltaik und auch Freiflächenanlagen. Tipp des Projektleiters für Einsteiger: ist der Vortrag von Prof. Dr. Konrad Mertens von der FH Münster (Speicheranschaffung, Dachausrichtung, Förderung für PV-Anlagen).

| Alle Infos sowie Leitfaden und Vorträge gibt es im Internet unter www.energieland2050.de

| Wirtschaftlichkeit prüfen im Solarkataster unter www.solare-stadt.de/kreis-steinfurt

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