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Großes Gemeinschaftskonzert im Borghorster Gymnasium

Plädoyer für Frieden und Gerechtigkeit

Steinfurt

Mit einem beeindruckenden Konzert sind Musiker und Sänger unterschiedlicher Gruppen am Samstag und Sonntag für Frieden und Gerechtigkeit eingetreten.

Von Rainer Nix

Samstag und Sonntag haben die Mitwirkenden des von der Kirchengemeinde St. Nikomedes veranstalteten Friedenskonzertes vor ausverkauftem Haus beim Publikum großen Eindruck mit ihren Leistungen und mit ihrem Engagement hinterlassen.Mit dem Bryan Adams-Supterhit „Summer of 69“ haben die Band und die Solistinnen Esther Dierks und Anna Berning den Abend eröffnet Foto: Rainer Nix

Mit dem Superhit „Summer of 69“ von Bryan Adams ist am Samstag das Friedenskonzert in der Mensa des Borghorster Gymnasium gleich fulminant gestartet. Zwei Stunden haben die Mitwirkenden dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm geboten. Auch das Konzert am Sonntag war komplett ausverkauft.

Die Schulband „Rockfort“ des Gymnasiums Borghorst drehte gleich voll auf. Als Solistinnen traten bei dem Einstiegssong Esther Dierks und Anna Berning auf, die darüber hinaus Co-Moderatorin war, in Erscheinung. Um es gleich zu schreiben: Die Bandmitglieder Benedict, Nico, Max, Moritz und Felix sowie alle Solisten überzeugten das zahlreiche Publikum. Es wurde reichlich Applaus gegeben.

Der Projektchor „The Peace-Fools“ beeindruckte durch seine breitgefächerte stimmliche Präsenz. Er bestand sowohl aus erwachsenen Sängern als auch aus Kindern und hat sich aus Chören der Marienschule, des GymBos sowie der Gruppen „Cantata“, und „Sing With Joy“ zusammengesetzt. Die große Gemeinschaft interpretierte unter anderem die Lieder „Komm wir ziehen in Frieden“, „What about us“, „Caravan of Love“ und „I have a Dream“.

Doch halt: „Summer of 69“? Wie der kanadische Rocksänger Adams einmal sagte, spiegelt es die beste Zeit seines Lebens wider. Die Botschaft ist doch eher „habt Spaß“ als „Gebt dem Frieden eine Chance“. Was hatte das mit dem Titel des Konzertes „Give Peace a Chance“ zu tun?

Die GymBo-Musiklehrerin Claudia Spandau-Schilke, Mitinitiatorin des Konzertes und Bandleiterin, gab eine Antwort. „Die meisten unserer Songs heute Abend sind kritisch und Friedensappelle, andere sollen einfach an schöne Phasen des Lebens erinnern.“ Lehrer Dr. Karsten Klockgeter und Kirchenmusiker Markus Lehnert waren weitere Initiatoren des Abends.

John Lennon, Anfang der 1970er Jahre gefeierter Friedensapostel, wäre mit seinen heute mehr als 80 Lebensjahren gerührt gewesen. Leider starb er im Dezember 1980 einen gewaltsamen Tod, als Mark David Chapman den Komponisten und Sänger vor seinem Domizil, dem „Dakota“ in New York, erschoss. Natürlich gehörte Lennons „Imagine“ mit einem Vokalsolo von Claudia Spandau-Schilke zur Setlist des Konzertes. Wer kennt ihn nicht, diesen in eine schöne Melodie verpackten Protest gegen Krieg, Habgier und Hunger?

Einfühlsam interpretierten Solisten und Band weitere Lieder wie das bewegende „Wozu sind Kriege da?“ von Udo Lindenberg mit Solopart von Johanna Lehnert oder auch das weltbekannte „We are the World“, „Zombie“ von den „Cranberries“ oder „Knocking on Heavens Door“ von Bon Dylan.

Brillante Gitarren und Klaviersoli begleiteten den Janis Joplin-Klassiker „Mercedes Benz“ mit Max Tiemeyer an der Gitarre und Karsten Klockgeter am Keyboard. Der Song attackiert den Glauben, durch hochwertige Konsumgüter das Glück finden zu können, in ironischer Weise. Dennoch hat der Autokonzern mit dem Stern ihn einst als Werbesong verwendet. Anna Berning sang das Lied, das ursprünglich in einer A-capella-Version veröffentlicht wurde.

Viele weitere Mitwirkende glänzten mit ihren Stimmen und haben zum Gelingen des Konzertes das mit Friedensappellen, Musik und toller Lightshow einen bemerkenswerten Eindruck hinterließ. Der Respekt für ihr Engagement und ihre Leistungen galt allen Mitwirkenden vor und hinter der Bühne an beiden Konzertabenden.

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