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Elefantengras auf der Schlosswiese

Politik setzt auf Dialog

Burgsteinfurt

Was auf der 5000 Quadratmeter großen Schlosswiese künftig passieren soll, darüber will die Politik mit dem Fürstenhaus in aller Ruhe sprechen. Eine Konfrontation soll auf jeden Fall vermieden werden. Derweil planen die Anwohner ein Bürgerbegehren.

Von Axel Roll

Auf der Schlosswiese in Burgsteinfurt wächst jetzt Elefantengras. Die Nutzung der Parkplätze ist eingeschränkt. Die Stadt hat keine Handhabe gegen die neue Nutzung. Foto: Axel Roll

Die Signale aus der Politik sind eindeutig: keine Konfrontation mit dem Fürstenhaus. „Wir müssen den Konsens suchen“, sagte Kurt Lewandowski als Sprecher der FWS-Fraktion im Planungsausschuss, der sich am Dienstag in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit der Schlosswiese in Burgsteinfurt beschäftigte. Und Lewandowski steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Denn, das machte Stefan Albers als zuständiger Fachdienstleiter für Stadtplanung und Bauordnung klar: Selbst wenn die Stadt wollte, eine Handhabe, dem Fürstenhaus das Anpflanzen des Elefantengrases zu verbieten, hat sie nicht. Wie bereits mehrfach berichtet, sind die Nachbarn des 5000 Quadratmeter großen Areals gegen die vorangegangene Baumfällung und die Umnutzung auf die Barrikaden gegangen.

Und da wollen sie auch bleiben, wie Anwohner Rolf Cosse in einer Sitzungsunterbrechung deutlich machte. Der Sprecher der Bürgerinitiative, die gerade dabei ist, einen Verein „Steinfurt liebende Bürger“ zu gründen, sagte, dass ein Bürgerbegehren ins Auge gefasst sei. Ziel der Interessengemeinschaft ist es, langfristig eine Bebauung des Geländes zu verhindern. Auch das Elefantengras vor ihren Gärten lehnen sie ab, wird es doch als „erheblichen Eingriff in das über Jahrhunderte gewachsene Altstadtbild“ empfunden.

SPD-Sprecher Frank Müller regt an, die unterschiedlichen Interessen „in kleinerem Kreis“ zueinander zu bringen. Seine Fraktion habe gerade ein zweistündiges Gespräch mit dem Fürstenhaus geführt. Zustimmung für diesen Vorschlag kam auch von Seiten der CDU. Fraktionschef Norbert Kerkhoff: „Die Situation lässt sich nur im Dialog lösen.“

Fachdienstleiter Stefan Albers betonte, dass die Stadt keine Möglichkeit für irgendwelche bauordnungsrechtliche Maßnahmen habe. Das Anpflanzen des Elefantengrases, das die Domänenkammer als Heizmaterial für eine geplante Hackschnitzelheizung nutzen möchte, sei als Forst- und Gartenbau einzuordnen. „Wir haben wenig Handhabe einzugreifen“, so der Fachdienstleiter wörtlich. Grundsätzlich sei auf der Wiese auch eine Bebauung denkbar. So sei der Standort schon mal für einen Hotelneubau in der Diskussion gewesen. Dem habe auch der für Denkmalschutz zuständige Landschaftsverband unter gewissen Voraussetzungen zugestimmt.

Das Thema war auf Antrag der GAL auf die Tagesordnung des Planungsausschusses gesetzt worden. Die Bedenken der Bürger und die rechtliche Situation erforderten ihrer Ansicht nach eine „zeitnahe Reaktion der Entscheidungsträger“.

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