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Zichoriengarten an der Aa wird konkret

Reminiszenz an die Muckefuck-Zeit

Burgsteinfurt

In die 2019 von der Landschaftsarchitektin Annegret Brinkschulte geäußerte Idee, im Bereich zwischen der DRK-Seniorenresidenz an der Aa und der Wasserstraße einen Zichoriengarten anzulegen, kommt langsam Bewegung: Der Technische Beigeordnete Hans Schröder sprach sich in der vergangenen Woche im Ausschuss für Bauen, Wohnen und Sicherheit für eine baldige Umsetzung des von der Burgsteinfurterin eingereichten Entwurfs aus.

Von Ralph Schippersund

Seit 1986 in der Denkmalliste der Stadt geführt:

In die 2019 von der Landschaftsarchitektin Annegret Brinkschulte geäußerte Idee, im Bereich zwischen der DRK-Seniorenresidenz an der Aa und der Wasserstraße einen Zichoriengarten anzulegen, kommt langsam Bewegung: Der Technische Beigeordnete Hans Schröder sprach sich in der vergangenen Woche im Ausschuss für Bauen, Wohnen und Sicherheit für eine baldige Umsetzung des von der Burgsteinfurterin eingereichten Entwurfs aus. „Das ist eine ganz tolle Idee, zumal die Nutzung historisch belegbar ist“, so der Baudezernent.

Auf Nachfrage von CDU-Fraktionschef Sebastian Buck erklärte Schröder, dem Bauausschuss in seiner Januar-Sitzung eine detaillierte Planung vorlegen zu wollen. Stimme dieser dem Vorschlag zu, sei unter der Regie des Baubetriebshofes eine Umsetzung im ersten Quartal möglich.

Vorgesehen ist, auf dem Gelände der ehemaligen Kaffeeproduktionsstätte des Burgsteinfurter Fabrikanten Bernhard Bruns, die auf der Verarbeitung von Zichorienwurzeln zu „Muckefuck“ beruhte, eine öffentliche Grünfläche entstehen zu lassen. Dabei soll in Erinnerung an die Historie des 19. Jahrhunderts die Zichorie, auch unter dem Namen Gemeine Wegwarte bekannt, wieder angepflanzt werden. „Auf dem freien Markt ist diese Pflanze nicht zu bekommen“, berichtete Schröder. Es sei eine Vorproduktion durch eine Baumschule erforderlich.

Erschlossen wird der Garten mittels eines wassergebundenen Weges, der von der Wasserstraße bis zum neuen Westflügel des Kreishauses führen soll. Ursprünglich war ein Durchstich bis zur Brücke geplant, die vom Kreishaus über die Aa zur alten Energiezentrale führt. Da indes der im Neubau untergebrachte kreiseigene Kindergarten dort sein Außengelände hat, gelingt dies nicht. Am Endpunkt soll, so hat es Annegret Brinkschulte vorgeschlagen, eine Laube zur öffentlichen Nutzung entstehen. Auf dem Weg sollen Bänke zum Verweilen aufgestellt werden.

Die Landschaftsarchitektin betonte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass sie die Grünfläche als Experimentierfeld für die Anpflanzung klimagerechter Pflanzen versteht, die später an anderer Stelle im öffentlichen Raum Verwendung finden könnten.

Bei dem Projekt soll auch das steinerne, direkt an der Wasserstraße stehende Gartentor restauriert werden. Es ist das einzig verbliebene Relikt der ehemaligen Brunsschen Produktionsstätte und stammt aus dem Jahr 1816. Dazu sei die Einholung einer denkmalrechtlichen Erlaubnis erforderlich, merkte die städtische Denkmalpflegerin Gerda Holstein an. Die Finanzierung des Vorhabens soll neben städtischen Mitteln auch mittels einer Leader-Förderung sichergestellt werden.

An den Gestaltungsvorschlägen für den Zichoriengarten wirkte der Heimatverein Burgsteinfurt mit. Politische Unterstützung hatte das Projekt von Beginn an durch die Bündnisgrünen erfahren.

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