Cliff Odum im Interview zu seinem neuen Song „I need to dance“

Sehnsucht, wieder zu tanzen

Der Borghorster Musiker Cliff Odum macht wieder von sich reden. Diesmal ist es ein Track, in dem er die Sehnsucht vieler Jugendlicher aufgreift: „I need to dance.“

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Lässig durch die Zeit reisen. In Cliff Odums neuem Song „I need to dance“ fährt er in einem Diner mit einem originalen DeLorean aus „Zurück in die Zukunft“ vor. Er hat sich mit Jugendfrei getroffen und berichtet vom Dreh und um was es in dem Track geht. Foto: Cliff Odum

Wer sich am Wochenende die Bilder vom Aasee in Münster angeschaut hat, sieht Menschen die tanzen und feiern, als wäre Corona vorbei. Sie sehnen sich danach, wieder Party machen zu können, endlich wieder die Chance zu bekommen, ausgelassen und ohne Angst auf Partys zu gehen.

Mit dieser Thematik beschäftigt sich Cliff Odum in seinem neuesten Track „I need to dance“. Der 21-jährige Steinfurter studiert inzwischen in Mannheim und Münster dual Wirtschaftsinformatik, macht aber seit vielen Jahren auch Musik. Angefangen hat er mit Deutsch-Rap, seit zwei Jahren macht er auch Musik auf Englisch. Sein neuester Track „I need to dance“ erschien mit einem aufwendig produzierten Video. In diesem sind vor allem Elemente aus dem Film „Zurück in die Zukunft“ enthalten, inklusive originalem DeLorean und den Marty McFly-Sneakern Über die Hintergründe des Songs, des Videos und wie es aussieht, während der Pandemie zu drehen, hat er mit Jugendfrei gesprochen.

WN: Hallo Cliff, wie kam es zu dem Stilwechsel von Deutsch-Rap zu poppiger, englischsprachiger Musik?

Cliff: Die Entscheidung, englische Musik zu machen, habe ich vor ungefähr zwei Jahren gefällt. Ich habe mich aber nicht vom Rap verabschiedet, auch wenn ich jetzt öfter singe. Für den neuen Song hatten wir uns ursprünglich überlegt, eine funkige Nummer zu machen, doch wie das oft ist: Man hat eine Idee, und am Ende kommt es doch ganz anders als geplant und deswegen ist „I need to dance“ viel poppiger als gedacht.

WN: Worum geht es in dem Song?

Cliff: Oberflächlich geht es darum, dass ich eine weitere Chance möchte, mich vorzustellen, quasi noch einmal zu tanzen. Ich bin nämlich ein wirklich schlechter Tänzer. Es gibt so einige Situationen, in denen ich gerne einen zweiten Tanz hätte. Auf einer höheren Ebene geht es darum, dass ich endlich wieder feiern will, tanzen will, eine Chance haben möchte zu tanzen. Die Pandemie macht unserer Generation schwer zu schaffen, und viele fühlen sich eingesperrt, können keinen Dampf ablassen. Das habe ich in dem Track thematisiert.

WN: Wie entstand die Idee zu dem Musikvideo?

Cliff: Wir haben mit vielen Köpfen einen Plan für das Video entwickelt. Es war mir wichtig, dass viele Leute ihren Ideen mitbringen und wir das Ding zusammen erstellen können. Dann wurde das erste Video gedreht, wir haben es ein paar Leuten gezeigt und wir haben dann doch einige Stellen noch mal komplett neu gedreht, einige Szenen rausgeworfen. Die Idee, „Zurück in die Zukunft“ mit reinzunehmen, entstand eher zufällig. Ich wollte schon immer mal mit einem richtigen DeLorean drehen, also habe ich viel rumtelefoniert und mit „DeLorean-Timemachine“ einen gefunden, der die Autos umbaut. Also haben wir das Video neu aufgezogen und waren mit dem zweiten Ergebnis viel zufriedener.

WN: Wie sahen die Drehtage aus? Welche Szenen waren besonders schwer zu drehen?

Cliff: Wir hatten insgesamt vier Drehtage. Diese gingen auch von morgens bis abends und waren teilweise wirklich anstrengend, aber alle hatten viel Spaß dabei, und das hat unglaublich motiviert. Dazu kamen zehn Schnitttage. Angefangen haben wir mit der Arbeit im Februar, dann haben wir uns von Termin zu Termin gehangelt. Wir mussten auch auf die jeweils geltenden Corona-Regeln aufpassen und die Finanzen im Blick behalten. Im Februar kosteten die Tests beispielsweise noch Geld, das unser Budget noch weiter eingeschränkt hat, später konnte man sich kostenlos testen lassen. Diese waren notwendig, wir haben immerhin mit über 20 Leuten gearbeitet. Die schwierigste Szene war wohl die, als ich den Milchshake ins Gesicht bekomme, da musste alles passen. Für den Fall der Fälle habe ich auch einen Berg an T-Shirts mitgebracht. Gott sei Dank war der Take mit dem zweiten Versuch im Kasten. Das wollte sich die Crew nicht entgehen lassen, wie mir der Shake um die Ohren fliegt. Die standen während des Drehs der Szene die ganze Zeit um mich rum. Ansonsten waren vor allem die Greenscreen-Szenen eine Herausforderung. Die mussten in der Post-Production aufwendig bearbeitet werden.

WN: Wie hat sich Corona auf die Drehs ausgewirkt?

Cliff: Es war schon sehr anstrengend. Wir brauchten ein Hygienekonzept, mussten getestet werden und brauchten auch die notwendigen Utensilien wie Desinfektionsmittel. Wir hätten gerne letztes Jahr schon gedreht, da hat uns Corona aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch wollten wir erst in Münster in einer Location drehen, doch auch die musste uns coronabedingt absagen. Außerdem mussten einige Szenen aufwendiger gedreht werden als gedacht. Die Tänzerinnen zum Beispiel sind alle einzeln aufgenommen und zusammengeschnitten worden, weil sie nicht in einem Raum sein durften zu dem Zeitpunkt. Trotzdem sind wir alle mit der Arbeit sehr zufrieden und hoffen, dass der Song ein wenig Aufmerksamkeit bekommt.

„I need to dance“ von Cliff ist auf Youtube mit dem Musikvideo zu hören und zu sehen. Produziert wurde das Video von Jannis van Dornick, die Choreo stammt von Habib Kajtazi vom HK Dance Studio Saerbeck. Der Song wurde von Kai Theyssen produziert.

                               Max Roll

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