1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. „Sieger ist die Kinderkrebshilfe“

  8. >

Sternlauf für den guten Zweck mit Borghorster Beteiligung

„Sieger ist die Kinderkrebshilfe“

Borghorst

Peter Willner von „Marathon Steinfurt“ ist ein passionierter Läufer. Zum vierten Mal nahm er am Samstag am „Münsterland Sternlauf“ zugunsten der Kinderkrebshilfe Münster an der UKM-Kinderonkologie teil. Als er gegen 14 Uhr an der St. Nikomedes-Kirche in Borghorst ankam, hatte er bereits rund 36 Kilometer in sengender Sonne hinter sich. „Wir sind heute Morgen um 9.30 Uhr in Rheine gestartet“, so Willner. Er bewegte sich auf der „Route Nord“ von Rheine nach Münster mit einer Länge von 73 Kilometern. Zahlreiche weitere Teilnehmer der Routen Ost, Süd-Ost, Süd und West starteten von Liesborn, Lippetal, Hamm und Stadtlohn aus.

Rainer Nix

In Borghorst erfrischten sich die Läufer erst einmal mit Brunnenwasser. Im Vordergrund der Borghorster Peter Willner, der schon zum vierten Mal an dem Wohltätigkeitslauf teilnahm. Foto: nix

Gemeinsames Ziel war das Campusgelände der Sportwissenschaften der Uni Münster. „Sportliche Herausforderung ist natürlich die weite Strecke, aber vor allem engagiert man sich natürlich für den guten Zweck“, so der Marathonläufer. „Das ist in jedem Fall eine sinnvolle Sache.“ Obschon Laufen „seine“ Sportart und der Körper gut trainiert ist, bekannte Willner, dass die extrem heiße Wetterlage das Laufen auch für einen routinierten Läufer erschwert. Zweimal war er bereits bis zum Ziel im Rennen, doch diesmal konnte er sich vorstellen, den Lauf bereits vorher zu beenden.

Mit Regierungspräsidentin Dorothee Feller flankiert eine prominente Schirmherrin den Sternlauf. Insgesamt 40 „Wechselpunkte“, von Kolpingsfamilien betreut, bieten den Läufern Gelegenheit, zu verschnaufen, Wasser zu trinken und zu den einzelnen Etappen einzusteigen. „Jeder kann den Lauf aus persönlichen Gründen auch vorzeitig beenden“, erläuterte Initiator und Koordinator Jürgen Jendreizik.

Am Ende des Läuferfeldes wachte ein Rotkreuz-Team über die Gesundheit der Sportler. „Der Münsterland-Sternlauf ist auch eine gute Vorbereitung für Marathonläufe“, so Wilfried Kwiatkowski, Läuferherz e.V.

Die Teilnehmerzahlen des Benefiz-Laufes steigerten sich kontinuierlich. Waren es im Jahr 2012 noch 130 Starter, wuchs das Interesse 2018 bereits auf 1224 Teilnehmer. Diesmal reduzierten die tropischen Temperaturen allerdings das Teilnehmerfeld. Trotzdem gingen zahlreiche Läufer an den Start. „Heute morgen erschienen sogar aus der Kindertagestätte St. Antonius in Liesborn 15 erwachsene Teilnehmer“, freute sich Jendreizik.

Ein Startgeld wird nicht erhoben, dafür darf jeder Starter nach eigenem Ermessen Geld spenden. Dabei greifen Teilnehmer und auch Sponsoren teilweise tief in die Tasche. Die Bandbreite bewegt sich zwischen fünf und 500 Euro pro Nase. Unterwegs sind die Sternläufer mit eher gemäßigtem Tempo, zehn Kilometer pro Stunde. Hobbysportler sind ebenso darunter wie besonders leistungsfähige „Ultra-Läufer“, die auf jeden Fall die gesamte Strecke bis zum Ziel anpeilen. Ihre Spezialität ist der „UItramarathon“, dessen Länge die normale Marathon-Distanz von 42 Kilometern übersteigt.

Das Spendenaufkommen pro Sternlauf liegt normalerweise zwischen 10 000 und 15 000 Euro. Diesmal rechnen die Veranstalter mit runden 11 000 Euro für den guten Zweck. „Einen Gewinner gibt es beim Münsterland-Sternlauf nicht“, so Kwiatkowski, „Sieger ist in jedem Fall die Kinderkrebshilfe.“

Initiator Jendreizik, bekannt als Langstreckenläufer des Leichtathletikverein Oelde (LVO) und als Streckenvermesser für den Deutschen Leichtathletik Verband (DLV), wurde 2010 durch einen Fernsehbeitrag auf die Kinderkrebshilfe in Münster aufmerksam. Für ihn war gleich klar, etwas für die Mädchen und Jungen zu tun, obwohl er als Vater nicht selbst betroffen ist. Er engagiert sich quasi als Dank für seine gesunden Kinder.

Startseite
ANZEIGE