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Pastorale Pfarreileitung präsentierte sich am Sonntag im Nepomuk-Forum

St. Nikomedes auf neuen Wegen

Steinfurt

Quo vadis, St. Nikomedes? Die neue Pastorale Pfarreileitung hat am Sonntag sich und ihre Arbeit in der Pfarrgemeinde vorgestellt. So liegt die Verantwortung für die pastoralen Grundsätze in St. Nikomedes ab sofort in der Hand eines Laien-Teams. Die acht Mitglieder gestalten das Gemeindeleben entscheidend mit. Die neue Laien-Leitung ist auch für die strategische Ausrichtung zuständig.

Von Rainer Nix

Sechs von acht Mitgliedern der Pastoralen Pfarreileitung (v.l.): Bernadette Gövert, Pfarrer Bogdan Catana, Elisabeth Bussmann, Ansgar Jux, Mechthild Upmann und Ralf Uhlenbrock. Foto: Rainer Nix

Kreisdechant Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld hat die Gemeinde verlassen, die Strukturen in St. Nikomedes wandeln sich. Am Sonntag stellte sich im gut besuchten Nepomuk-Forum in Burgsteinfurt die „Pastorale Pfarrleitung“ vor. Es ist ein ambitioniertes Pilotprojekt in St. Nikomedes, das Zeichen setzen soll, bei dem es keinen leitenden Pfarrer, der über allem steht, mehr gibt. „Was sich hier entwickelt, betrifft uns alle, nicht nur die kirchlichen Gremien“, betonte Leitungsmitglied Mechthild Upmann, die das Prinzip und die Organisation vorstellte.

Ambitioniertes Projekt

Hauptamtliche und Ehrenamtliche übernehmen gemeinsam die Leitung der Pfarrei. Ein Organigramm machte die verschiedenen Ebenen deutlich: Die Leitungsgremien Kirchenvorstand, Pastorale Pfarreileitung und das Seelsorgeteam agieren auf einer Ebene.

Der Kirchenvorstand mit Pfarrverwalter Pastor Bogdan Catana als Vorsitzendem besteht aus 15 Personen. Er ist für alle finanziellen und wirtschaftlichen Belange zuständig. Das Seelsorgeteam umfasst vier Geistliche sowie Pastoralreferenten und einen Diakon. Ihnen stehen vier Pfarrer im Ruhestand zur Seite.

Die Pastorale Pfarreileitung besteht zurzeit aus acht Mitgliedern, namentlich Bernadette Gövert, Elisabeth Bussmann, Ansgar Jux, Pfarrer Bogdan Catana, Mechthild Upmann, Ralf Uhlenbrock, Yvonne Huesmann und Anke Borgmann. „Wir sind ein demokratisch legitimiertes Gremium, das die Gemeinde im November 2021 per Akklamation wählte“, so Upmann. Es fällt Entscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip. Alle Mitglieder inklusive des Pfarrers haben jeweils eine Stimme. Für schnelle Entscheidungen zwischen den Zusammenkünften gibt es einen Vorstand.

Mehrheitsprinzip

Im Unterschied zum bisherigen Pfarreirat trägt das Gremium mehr Verantwortung und hat weitreichendere Entscheidungsbefugnisse. „Wir legen die pastorale Ausrichtung fest und sind für die gesamte Pfarrei St. Nikomedes verantwortlich“, erläuterte Upmann. Gemeinsam mit den Gemeindeausschüssen werden das Gemeindeleben organisiert, Vernetzungsaufgaben wahrgenommen und die Pfarrei in der Öffentlichkeit repräsentiert. „Außerdem sind wir ein Strategiegremium, wir beschäftigen uns zum Beispiel mit der Frage, wohin sich unserer Pfarrei bewegt und wie wir zukünftig die ehrenamtliche Arbeit gestalten.“

Die zweite Ebene des Organigramms bilden die Gemeindeausschüsse in Burgsteinfurt und Borghorst. Sie unterstützen die pastorale Pfarreileitung, planen aber auch eigene Veranstaltungen und sind Ansprechpartner für die Gemeindemitglieder. Auf der dritten Ebene bewegen sich unter anderem die katholischen Gruppierungen und Einrichtungen, Kooperationspartner und Chöre.

Seelsorgeteam schrumpft

Basis für sämtliche Aktivitäten sei das Evangelium. Eine „Leitschnur“ soll Orientierung geben. Sie postuliert unter anderem die Vermittlung des Glaubens, Offenheit, Zutrauen und Vertrauen, Begleitung der Menschen in allen Lebenslagen sowie eine aktive Kinder- und Jugendarbeit. Der Glaube werde zusammen mit der gesamten Gemeinde gelebt, wachsen könne er nur im Austausch, da ist sich die Pastorale Pfarreileitung sicher. Sie versteht sich als „Sammelbecken“ für Ideen, die aus der Gemeinde herangetragen werden.

„Ich bin in diesem Gremium, weil ich in der Jugendzeit gute Erfahrungen in der Gemeinschaft Kirche gemacht habe. Ich finde es ganz wichtig, dass diese Gemeinschaft auch weiter lebt und das wir vielleicht einen Teil der guten Erfahrungen weitergeben können“, beschreibt Mechthild Upmann ihre Motivation, in der Pastoralen Pfarreileitung mitzuwirken.

Gruppierungen

Bernadette Gövert sagt: „Ich bin hier, weil ich daran glaube, dass es sich lohnt. In jedem Gremium und jeder Einrichtung des Schaubilds sind viele Menschen aktiv, die dafür sorgen, dass unsere Gemeinde bereits jetzt wirklich lebt. Wir stehen vor Veränderungen, die auch Strukturen betreffen und daran möchte ich gern mitarbeiten.“ Ralf Uhlenbrock erklärt sein Engagement so: „Ich bin schon relativ lange in Pfarrgemeinderäten oder ähnlichen Gremien und jetzt in der Pastoralen Pfarreileitung aktiv. Im Moment gäbe es viele Gründe, einen Haken an die Kirche zu machen. Ich glaube aber, dass es immer noch etwas gibt, das es Wert ist, aufgebaut zu werden. Es ist die Botschaft Jesu Christi und dass wir Gutes in dieser Welt tun können.“

Ansgar Jux: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir es gemeinsam schaffen können, unsere Kirchengemeinde zu weiter zu entwickeln. Ich möchte für meine Kinder eine Gemeinde mitschaffen, in der wir den Menschen die Liebe Gottes zeigen können.“

Mehrere Gesichter

„Das Seelsorgeteam schrumpft immer weiter. Die Lage ist nicht einfach, aber das möchte ich nicht als Klage verstanden wissen. Es ist schön, dass all die Ehrenamtlichen bei uns sind. Kurz gesagt: Gemeinde gehört mehr zu euch als zu mir als Pfarrer. Wir waren bislang das Bild des leitenden Pfarrers gewöhnt und jetzt besteht die Pastorale Pfarreileitung aus mehreren Gesichtern“, meint Pastor Bogdan Catana.

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