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Zweiter Klimaaktionstag an der Realschule am Buchenberg

„Steinfurt ist führend, nicht Saerbeck“

Steinfurt

Online hat jetzt der zweite Klimaaktionstag an der Realschule am Buchenberg stattgefunden. Die Schule mache das nicht, „weil wir das als wichtig erachten, sondern um den Schülern Motivation und Einstellung in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg zu geben“, sagte Schulleiter Michael Groll in de Begrüßung. Die rund 70 Schülerinnen und Schüler der achten Klassen konnten aus insgesamt sechs Workshops wählen.

Erhard Kurlemann

Ein Bild, das eigentlich ausreichend als Hilferuf zum Handeln sein sollte: Die Erderwärmung lässt die Gletscher schmelzen. Foto: Christian Wüstenberg

„Die Begeisterung für das Klima wecken oder besser steigern“ – so hat Klimaschutzmanager Simon Möser das Ziel des zweiten Klimaaktionstages an der Realschule am Buchenberg beschrieben.

Rund 70 Schülerinnen und Schüler der achten Klassen beteiligten sich an Workshops zu den Themen Ernährung, Konsum, Mobilität, Digitalisierung und CO-Fußabdruck. Zuvor hatte Schulleiter Michael Groll darauf verwiesen, dass es der Schule wichtig sei, den Schülern viele neue und gute Einblicke in ein aktuelles Thema zu geben, „nicht nur, weil wir das als wichtig erachten, sondern auch den Schülern Motivation und Einstellung in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg zu geben.“

In den Workshops ging es auch darum, wie vor Ort – also etwa in Steinfurt – nachhaltig gelebt werden kann. Deshalb hatten sich Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und Erster Beigeordneter Michael Schell zugeschaltet. Sie freue sich über viele engagierte Jugendliche, sagte die Verwaltungschefin. Das Thema sei „hochaktuell, da die Stadt gerade an einem Mobilitätskonzept arbeite, das regelmäßig angepasst werden muss.“

Sie lud die Jugendlichen ein, ihre Ergebnisse mit den daraus für sie wichtigen Forderungen direkt den Politikern vorzustellen und mit ihnen darüber zu diskutieren. Möglicherweise könne sich daraus die Basis für einen Jugendbeirat ergeben, da auch ihr Eindruck sei, dass die Stimme der Jugendlichen in manchen Situationen zu wenig gehört werde.

Die Bürgermeisterin betonte, in Steinfurt werde viel für den Klimaschutz getan. „Steinfurt ist die führende Kommune im Kreis und nicht Saerbeck.“ Als aktuell Beispiele nannte sie einen autofreien Campus oder nur eine Art der Wärmeversorgung für ein neues Baugebiet vorzusehen.

Für die Kantine der Realschule wäre es sinnvoll, auch regionale Angebote für die Menüauswahl zu berücksichten, lautete ein Ergebnis aus dem Workshop Klima und Ernährung.

Mehr Sammelstellen für recycelbare Wertstoffe einrichten, war ein Ergebnis der Gruppe „Klima und Konsum“. „Und wenn es die bereits gibt, weiß kaum jemand davon“, forderten die Schüler für diesen Fall mehr Informationen. Weitere Aspekte: mehr und bessere Radwege, Fahrradstraßen oder ein Leihkonzept für Fahrräder, E-Bikes oder E-Roller etwa in Bahnhofsnähe zu installieren. Auch könnte der öffentliche Personennahverkehr verdichtet und so attraktiver gemacht werden, stellte der Workshop Mobilität einige Ergebnisse vor. Mehr öffentliche Mülltonnen und „einfach mehr Bäume pflanzen“ könne den eigenen CO-Fußabdruck vermindern helfen.

Die Wlan-Netze in der Stadt seien lückenhaft, und bei der technischen Ausstattung der Schulen müsse auch Energie sparen ein Argument sein. Erster Beigeordneter Michael Schell wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Kabelin-frastruktur aktuell im Aufbau sei, die Umsetzung aber, wie viele andere Dinge auch, „tatsächlich ihre Zeit brauchen.“

Simon Möser war mit Verlauf und Ergebnissen der Veranstaltungen sehr zufrieden. Die Themen seien in enger Abstimmung mit der Schule gewählt worden. Die Schüler würden ebenfalls zu dem Klimaaktionstag noch befragt. Er habe interessierte und engagierte Schüler erlebt, die sich durchaus bewusst seien, welche klimapolitischen Herausforderungen in allernächster Zukunft zu bewältigen seien.

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