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Der Technik entgeht nichts

Steinfurter Straßennetz wird 2023 digital erfasst

Steinfurt

Das 170 Kilometer kommunale Straßennetz soll im nächsten Jahr digital erfasst werden. Den Job erledigt ein Unternehmen aus Erfurt für die Stadt Steinfurt. Dazu wird ein mit hochmoderner Technik ausgerüsteter Transporter eingesetzt.

Frank Schulze vom Erfurter Ingenieurbüro Lehmann + Partner hat den Verwaltungsmitarbeitern am Rathaus am Donnerstag die hochmoderne Technik des Spezialfahrzeugs vorgestellt. Kameras und Laserscanner erfassen den Straßenzustand sehr genau. In dem Transporter lassen sich die gewonnenen Fotos sofort für die systematische Datenerhebung verarbeiten. Foto: Drunkenmölle (2), Lehmann + Partner (1)

Dem mit Kreiselkompass, GPS-Antenne, acht Kameras, zwei Laserscannern und bis unters Dach mit hochsensibler und -präziser Messtechnik, Elektronik und modernster Datenerfassung ausgestatteten Transporter entgeht nichts – kein Schlagloch, kein Riss, keine Bodenwelle, keine Spurrille, keine bröckelnde Bordsteinkante, kein loser Pflasterstein oder keine verwaschene Fahrbahnmarkierung. Spätestens im Frühjahr macht sich das so ausgerüstete Spezialfahrzeug des Erfurter Ingenieurbüros Lehmann + Partner im Auftrag der Stadt auf den Weg, um das rund 170 Kilometer lange kommunale Straßennetz und insbesondere seinen Zustand digital zu erfassen. Am Mittwoch ist bereits eine fünf Kilometer lange Referenzstrecke abgefahren, am Donnerstag sind Auftrag, Methodik und Ziele dieses Einsatzes der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Aktueller und effizienter soll die Arbeit im Rathaus werden, skizzierten Technischer Beigeordneter Hans Schröder und Niels Herrmann, Leiter des städtischen Fachdienstes Tiefbau, das Ziel, punktgenaue Daten über die Oberflächeneigenschaften des Straßennetzes in Steinfurt zu erhalten. Die Anwendung des Datensystems macht es möglich, erklärt Lehmann + Partner-Mitarbeiter Frank Schulze, mehrere unterschiedliche Ebenen übereinanderzulegen. Ob Planungs-, Hoch- oder Tiefbauamt, Bauhof oder Ordnungsamt, das Programm soll ämterübergreifend nutzbar sein, betont Herrmann den großen Vorteil. Zusätzliche Daten und Informationen, die bereits digital erfasst sind, lassen sich einpflegen. Und: Wichtig sei gewesen, die Anwendung einfach zu machen. Herrmann fügt an: „Jeder kann damit umgehen. Das ist ein enormer Nutzen.“

Das so gewonnene Material soll als Grundlage für die Werterhaltung und Weiterentwicklung des Straßennetzes dienen, also beispielsweise dazu, Neubauten zu planen, Sanierungsvorhaben zu bewerten, Kosten zu berechnen, Unterhaltungsarbeiten zu koordinieren und zu priorisieren. Klar wird: Der überwiegende Teil der Arbeit lässt sich künftig am Rechner im Rathaus erledigen und muss nicht zeitaufwendig vor Ort geleistet werden. Karten und Luftbilder werden weitgehend überflüssig.

Die Datenmengen, die von dem Videobus gespeichert werden, sind riesig. Sechs Gigabyte Speicher pro Kilometer sind da schnell belegt. Alle vier bis fünf Meter wird ein Bild aufgenommen. Erfasst werden von den Kameras dabei die Flächen, die zur Straße gehören – bis zur Grundstücksgrenze. „Am Zaun ist Schluss“, betont Schulze, dass Datenschutz und Privatsphäre der Anlieger peinlich genau beachtet werden. Schulze nennt in diesem Zusammenhang „konturscharfe Verpixelung“ als bewährtes Verfahren, beispielsweise Personen, Gebäude, Kfz-Kennzeichen unkenntlich zu machen. Darauf will die Verwaltung aber auch noch einmal hinweisen, wenn das Fahrzeug in Steinfurt im Einsatz ist. Nach gut einer Woche soll der Job erledigt sein, vorausgesetzt, das Wetter ist gut. Andernfalls liefern die Aufzeichnungen nicht die gewünschte Qualität.

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