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Politische Abwägung

„Straße der Zukunft“ in der Sackgasse?

Steinfurt

Verläuft die „Straße der Zukunft“ sprichwörtlich in eine Sackgasse? Das ist, zumindest für einen Teil dieses Zukunftsprojekts, das in der Weststraße in Borghorst umgesetzt werden soll, seit Dienstagabend nicht ausgeschlossen.

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In der Vorstellung der Planer könnte so ein neuer Treffpunkt für alle Generationen an der Weststraße aussehen. Auch Straße und Gehweg sollen umgestaltet werden. Die FWS bezweifelt, dass ausreichend Geld zur Verfügung steht, das gesamte Projekt umzusetzen. Foto: IBAK Ingenieure

Verläuft die „Straße der Zukunft“ sprichwörtlich in eine Sackgasse? Das ist, zumindest für einen Teil dieses Zukunftsprojekts, das in der Weststraße in Borghorst umgesetzt werden soll, seit Dienstagabend nicht ausgeschlossen.

Grund: FWS-Fraktionsmitglied Norbert Hageböck hat seinen Mitstreitern im Ausschuss für Bauen, Wohnen und Sicherheit eindringlich im Verlauf der Sitzung ins Gewissen geredet. Bei den anstehenden Haushaltsberatungen müssten Prioritäten gesetzt werden. „Wir haben die Asche nicht!“, wies Hageböck auf größere „Baustellen“ hin – beispielsweise in Schulen, Kitas und bei der Feuerwehr. Dort herrsche weitaus höhere Dringlichkeit, etwas zu unternehmen, um den andauernden Sanierungsstau abzubauen und zwingende Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen. Hageböck stellte die Idee nicht in Frage, ein Wohnquartier zum Reallabor für beispielhafte energetische, klimafreundliche und modernen Städtebau zu schaffen. Kämmerer Andreas Meyer habe der Politik aber gerade vor Augen geführt, wie angespannt die finanzielle Lage in Steinfurt insgesamt in den vergangenen Monaten geworden ist. Für vergleichbare Experimente sei da im Moment wenig Raum. Einzig für den Kinderspielplatz konnte sich die FWS vorstellen, Mittel bereitzustellen. Hageböck: „Kinder gehen immer vor.“ Mehr sei aber nicht drin.

Hageböcks Bedenken seien nachvollziehbar, erklärten sowohl Technischer Beigeordneter Hans Schröder als auch Werner Frenker (CDU) und Ausschussvorsitzender Frank Müller (SPD). Da müsse abgewogen werden, ob man ein zukunftsorientiertes Projekt weiter verfolgen will und kann, oder ob man die Sache aufgrund der wirtschaftlich angespannten Lage hintenan stellen muss.

Schröder hielt es im Hinblick auf die beschlossene Klimaoffensive „für gut, dass man solche Versuche unternimmt“. Es seien seit Beginn der Initiative sehr gute Grundlagen für die weiteren Planungen, insbesondere vom Klimamanager Simon Möser, geschaffen worden.

Niels Herrmann, Leiter des Tiefbauamts, wies außerdem daraufhin, dass man im Verlauf der Gespräche, die Verwaltung und Stadtwerke mit den Anwohnern der Weststraße geführt haben, viel Zuspruch erfahren und die Bereitschaft in Workshops gespürt habe, modellhafte Maßnahmen mitzutragen. Frank Müller ergänzte: „Wir sollten trotz der Bedenken weiterarbeiten und visionär bleiben.“

Beschlüsse wurden nicht gefasst, wohl aber der Vorschlag unterstützt, zumindest den Spielplatz in Angriff zu nehmen. Die Neugestaltung der Straße wird, so der Eindruck, zunächst noch verschoben. Die Fraktionen werden sich im Verlauf der weiteren Haushaltsplanberatungen mit dem Thema weiter beschäftigen. Niels Herrmann wies daraufhin, dass im Haushalt für den Spielplatz- und den Fahrbahnausbau der Weststraße getrennte Stellen geschaffen worden sind, entsprechend könnten die Maßnahmen auch unterschiedlich betrachtet und bewertet werden.

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