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Unwetterlage in Steinfurt

Sturmfront zieht vorbei

Steinfurt

Auch am zweiten Unwettertag in Folge hat Steinfurt wenig Schäden erlitten. Die Stadt war von Sturm, Gewitter und Regen deutlich geringer betroffen als am Donnerstag. 57-mal mussten die Feuerwehrleute ausrücken, Hilfe zu leisten.

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an insgesamt sieben Stellen entlang der Zugstrecke von Münster nach Gronau war die Feuerwehr auf Steinfurter Gebiet im Einsatz, die Gleise wieder freizuräumen.An der Bismarckstraße war ein starker Ast abgebrochen und auf der Fahrbahn gekracht.Die Weiterfahrt für diesen Zug war in Sellen zu Ende. Die Front wurde durch einen Baum stark beschädigt. Foto: Feuerwehr Steinfurt

Auch die zweite Unwetterfront, die gestern Nachmittag aus Richtung Belgien und Holland über West- und Norddeutschland gezogen ist, hat in der Stadt Steinfurt im Vergleich zu anderen betroffenen Regionen wenig Schaden angerichtet, deutlich weniger als am Vortag. Bereits um 15.30 Uhr zogen dunkle Wolken über der Kreisstadt auf. Donnergrollen kündigte die erste Gewitterwelle an. Der befürchtete Starkregen ist aber ebenso ausgeblieben wie Orkanböen, die tags zuvor mit über 120 km/h gemessen worden waren. Deutlich heftiger waren das Ruhrgebiet und das Rheinland betroffen. Um 16.30 Uhr war der Niederschlag bereits wieder vorüber. Die zweite, für 17 Uhr vorhergesagt Welle, hatte kaum noch Auswirkungen auf Steinfurt. Die Lage hatte sich beruhigt. Die Front war weiter in den Norden und Osten gezogen.

Die Feuerwehr hatte sich dennoch gestern auf alle Lagen vorbereitet. Wie am Donnerstag-, so haben sich auch am Freitagnachmittag zusätzlich zum normalen Dienstbetrieb Männer und Frauen beider Löschzüge in Bereitschaft gehalten. Wie Feuerwehrchef Dirk Telgmann berichtete, haben die Brandschützer aus beiden Ortsteilen von Donnerstagnachmittag bis in die Nacht 57 Einsätze gefahren. Überwiegend musste in Burgsteinfurt Hilfe geleistet werden. Dort galt es, umgestürzte Bäume von den Fahrbahnen zu räumen. Der Radweg zwischen Burgsteinfurt und Borghorst war bis zur B 54-Auffahrt am Bagno übersät mit abgebrochenen Ästen, darunter viel vertrocknetes Holz. Ein ähnliches Bild bot sich auf den Waldwegen und entlang von Wirtschaftswegen und Landstraßen mit größeren Baumbeständen.

Besonders stark betroffen war die Bahnlinie von Münster nach Enschede. In Höhe des Kieferngrundsees wurde ein Triebwagen stark beschädigt. Die Frontscheibe des Führerstandes wurde voll getroffen. Auch Nase und Schürze des Zuges trugen deutliche Unfallspuren davon. Das Notfallmanagement der Bahn wurde alarmiert. Eine Weiterfahrt war für die Reisenden nicht möglich. Der Großteil ist offenbar von Angehörigen an der Strecke abgeholt worden, berichtete Telgmann. Verletzt wurde niemand. Der Zug musste aufgrund der Schäden aus dem Verkehr gezogen werden. Entlang der Gleise auf Steinfurter Gebiet, so Telgmann weiter, musste die Strecke an insgesamt sieben Stellen freigeräumt werden. Auch Mitarbeiter des Bauhofes waren im Einsatz.

Um 23 Uhr, so geht aus dem Bericht der Feuerwehr hervor, waren noch zahlreiche Kräfte unterwegs, die Einsätze nach und nach abzuarbeiten.

Rätselraten hat ein Unfall an der Tankstelle im Seller Esch aufgegeben. Dort hatte sich ein Wohnmobil auf einer Betonmauer festgefahren. Es konnte nur mit schwerem Gerät wieder von dem Sockel geholt werden. Telgmann wollte nicht über die Ursache spekulieren. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Wettergeschehen und dem Unfall gegeben hat, konnte niemand sagen.

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