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Fünf Begräbnisse seit Januar

Urnenstele ist in Steinfurt gefragt

Steinfurt/Altenberge

Mit der Urnenstele auf dem Friedhof Königskämpe hat die Stadt offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen. Zur Freude der Antragsteller, die die Idee in Politik und Verwaltung getragen haben.

Von Axel Roll

In der neuen Urnenstele auf dem Friedhof Königskämpe hat es seit Jahresbeginn fünf Bestattungen gegeben. Foto: Axel Roll

Elisabeth Rüve freut sich sehr, überrascht von der Resonanz auf die für Steinfurt neue Bestattungsform ist die ehemalige Vorsitzende des Seniorenbeirates hingegen nicht. „Wir haben im Vorfeld unseres Antrages viele Gespräche geführt. Dabei wurde deutlich, dass die Urnenstele ein Wunsch von vielen ist“, blickt Elisabeth Rüve zurück. Seit Anfang des Jahres steht ein 2,50 Meter hoher, sandfarbener Steinquader auf dem Borghorster Friedhof Königskämpe – und fünf von 16 Kammern sind bereits belegt.

Niels Heermann als zuständiger Fachdienstleiter im Rathaus hatte im Gegensatz zu Elisabeth Rüve mit einem eher schleppenden Start gerechnet. So sei das auch in den Nachbargemeinden gewesen, die Urnenstelen aufgestellt hätten. Trotz der guten Annahme des neuen Angebotes will Heermann in naher Zukunft keine weiteren Stelen anschaffen. Eine kostet knapp unter 20 000 Euro. „Wir warten jetzt erstmal ab“, so der Fachdienstleiter Tiefbau. Im kommenden Jahr könne man überlegen, ob man die Kosten für zusätzliche Stelen im Haushalt 2023 einplane.

Das wäre ganz im Sinne der ehemaligen Vorsitzenden des Seniorenbeirates. Elisabeth Rüve, die mit ihren Mitstreitern die Idee damals in die Politik transportiert hatte: „Ich fände es schon wichtig, dass auch auf dem Burgsteinfurter Kommunalfriedhof so eine Möglichkeit geschaffen wird.“ Außerdem, so ihre Überzeugung, sollte sich die Stadt über weitere Möglichkeiten von Urnenbestattungen Gedanken machen. Zum Beispiel Baumbegräbnisse. „Bislang gibt es das hier in der Nähe ja nur in der Alst. Dort müssen Besucher, die keine andere Fahrgelegenheit haben, mit dem Taxi hin.“ Generell, ist Elisabeth Rüve überzeugt, liegt die Urnenbestattung im Trend. „70 Prozent der Bundesbürger lassen sich mittlerweile in einer Urne beerdigen.“

Eine Kammer in der Stele auf dem Friedhof Königskämpe kostet für 30 Jahre 2160 Euro. Dazu kommen noch die Kosten für die Grabplatte. So steht es in der Gebührensatzung der Stadt, die im Dezember vom Rat verabschiedet wurde. Im Vergleich zu den Nachbargemeinden ist das kein Schnäppchen. Altenberge verlangt nur 900 Euro. Und in dem Preis ist die Grabplattengravur schon enthalten. Dass die Stele dennoch auf große Nachfrage trifft, liegt laut Fachdienstleiter Niels Heermann auf der Hand: „Es gibt, anders als bei einem normalen Grab, keine Folgekosten für Bepflanzung und Pflege.“

In Altenberge stehen zwei Stelen seit zwei Jahren. Sie wurden am 1. November 2019 eingeweiht. Sie sind denen in Borghorst ähnlich, auch sie fassen jeweils 16 Kammern für je zwei Urnen. Macht für Altenberge unterm Strich 64 Urnen. Wie Silke Schwier als zuständige Sachbearbeiterin auf Anfrage mitteilte, hat es im Hügeldorf seit November 2019 neun Beisetzungen gegeben. Jeweils eine in 2019 und 2021, sieben in 2020. „Darüber hinaus sind vier Kammern reserviert worden“, so Silke Schwier.

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