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Diskussion um Unterbringung von Geflüchteten erhitzt die Gemüter

Verwaltung wehrt sich gegen Vorwürfe

Steinfurt

Aufregung im Bauausschuss. Dort haben sich Technischer Beigeordneter Hans Schröder und Detlef Bogs, Fachdienstleiter für das Steinfurter Gebäudemanagement, gegen Vorwürfe gewehrt, die Verwaltung würden Wohnungsangeboten für Geflüchtete nur schleppend nachkommen.

Sowohl Technischer Beigeordneter Hans Schröder als auch Detlef Bogs, Fachdienstleiter für Gebäudemanagement, haben sich in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses entschieden gegen Vorwürfe gewehrt, Mitarbeiter der Stadtverwaltung würden Wohnungsangeboten Steinfurter Bürger für geflüchtete Menschen nur schleppend, wörtlich „lahmarschig“, nachgehen. Ihm sei das aus der Bevölkerung so zugetragen worden, hatte CDU-Ratsherr und Integrationsbeauftragter Günther Gromotka die Frage in den Raum gestellt, ob die Kritik möglicherweise berechtigt sei. Schröder stellte sich daraufhin demonstrativ vor seine Kollegen. Er sprach von einer Unterstellung. „Diese Kritik lasse ich nicht zu“, erklärte der Baudezernent. Jede Offerte werde möglichst umgehend geprüft, ob sie geeignet ist, Flüchtlingen ein Dach über den Kopf zu bieten. „Wir versuchen das mit maximalem Einsatz“, erklärte Schröder weiter. Dafür sei eigens ein Team gebildet worden, das die Angebote sichtet und bewertet. Schnellstmöglich würden Termine vereinbart, fügte Bogs an. Täglich werde berichtet, sagte Schröder.

Aber, auch das machten Schröder und Bogs klar, nicht jedes gut gemeinte Angebot sei für die Zwecke geeignet und könne alle Anforderungen erfüllen. Wenn die bauliche und technische Substanz nicht ausreiche, etwa Heizungs- oder Sanitäranlagen defekt sind, die erst aufwendig repariert oder ausgetauscht werden müssen, müsse man abwägen, ob sich ein Kauf oder eine Anmietung lohne oder der wirtschaftliche Aufwand, der betrieben werden muss, zu hoch ist. Ad hoc ließen sich solche Entscheidungen nicht treffen. Das wäre unverantwortlich.

Vorangegangen war der ganzen Aufregung zum Ende der Ausschusssitzung die Information von Detlef Bogs, dass die geplante Container-Anlage möglicherweise schon bis Ende Januar am Ascheweg in Burgsteinfurt (wir berichteten) errichtet werden kann. Aufgrund des Wohnungsmangels war die Entscheidung getroffen worden, Geflüchtete vorübergehend in solchen Modulen unterzubringen. Nach fünf Jahren soll die Anlage wieder abgebaut werden.

Sebastian Buck (CDU) hatte daraufhin nachgefragt, in wieweit Kritik und Anregungen bei der Umsetzung berücksichtigt worden sind, die die Nachbarschaft in der Bürgerinformation am 18. Oktober im Rathaus vorgebracht hat. Die betroffenen Anlieger fühlten sich nicht ausreichend informiert. Befürchtungen wurden vorgetragen, dass möglicherweise Sicherheit und Ordnung gefährdet seien. Lage und Größe der Module sowie die dafür bereitgestellten finanziellen Mittel ließen auf dem begrenzten Areal nur wenig Spielraum für Veränderungen, antwortete Bogs. Er sei an den Auftrag und die Vorgaben gebunden, die ihm der Rat aufgegeben habe.

Wenn man den Eindruck habe, dass das Grundstück nicht den Vorstellung entspricht, müsse man Alternativen suchen, spielte Bogs den Ball in die Politik mit der Bitte zurück, ihm andere Standorte zu nennen, wo sich das Projekt zu gleichen Bedingungen umsetzen lasse. Eine Antwort hat der Fachdienstleiter in der Sitzung nicht bekommen.

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