1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. Viel verbessert in den vergangenen Jahren

  8. >

Abwasserexperte im Rathaus Stefan Overberg zum Hochwasserschutz bei Starkregen

Viel verbessert in den vergangenen Jahren

Burgsteinfurt

Ist das Abwassersystem der Stadt auch vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels ausreichend gewappnet für Starkregenereignisse wie am Mittwoch? Stefan Overberg, Leiter der Abteilung Entwässerung und Kanalbau im Fachdienst Tiefbau der Stadt, sieht die Stadt gut aufgestellt, wenngleich es Grenzen gebe.

Der Bau von Regenrückhaltebecken – wie auf dem Foto das an der Terberger Straße – hat dazu beigetragen, dass der lokale Hochwasserschutz zuletzt deutlich verbessert werden konnte. Foto: R. Schippers

Rund 60 Millimeter Regen, also 60 Liter auf den Quadratmeter, sind am Mittwochnachmittag innerhalb kürzester Zeit auf Burgsteinfurt niedergegangen. In Teilen der Altstadt führte das zu Überschwemmungen, das Wasser stand bis zu 20 Zentimeter hoch. Ist das Abwassersystem der Stadt auch vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels ausreichend gewappnet für Starkregenereignisse wie am Mittwoch? Stefan Overberg, Leiter der Abteilung Entwässerung und Kanalbau im Fachdienst Tiefbau der Stadt, sieht die Stadt gut aufgestellt, wenngleich es Grenzen gebe. Bei Wassermassen von 200 Litern und mehr, die am Mittwoch in der Eifel, dem Bergischen Land und dem Sauerland registriert wurden, seien diese deutlich überschritten.

Die im Vergleich bescheidenen 60 Liter in Burgsteinfurt hatten zu Teilüberschwemmungen geführt. „Es handelte sich dabei um Senken wie zum Beispiel im Bereich Mühlenstraße“, erläutert Overberg und ergänzt: „Über den Grüngürtel und die Straße ist das Wasser relativ schnell in die Aa abgeflossen.“ Der Fluss sei dabei nicht übergelaufen. Zu den Überschwemmungen komme es, weil Wettringer und Tecklenburger Straße deutliches Gefälle aufwiesen. „Das Wasser schießt dann ab einer gewissen Niederschlagsstärke über die Gullys und sammelt sich in Senken“, weiß der Abwasserexperte der Stadt.

Deutlich zur Entlastung des Abwassersystems sowie zur Verringerung der Gefahr, dass die Aa bei Starkregen über die Ufer tritt, beigetragen habe in den vergangenen Jahren der Bau von Regenrückhaltebecken wie das an der Terberger Straße. Sie sorgten als Zwischenspeicher dafür, dass Niederschlagswasser aus der Stadt nur dosiert an die Aa abgegeben wird.

Darüber hinaus tue die Stadt viel, um Hochwassergefahren zu minimieren. Man schaue genau, wo Häuser in Gefahr sind, wo beispielsweise Trafostationen installiert sind und handele entsprechend, so Overberg. „Wir sind da schon seit Jahren dran, bauen bei Kanalsanierungen größere Durchmesser ein.“ Auch bei größeren Bauvorhaben wie zum Beispiel vor einigen Jahren im Karree Friedrich-Hofmann-, Bahnhof- und Rohdewaldstraße werde Wert auf eine leistungsfähige Abwasserbeseitigung gelegt – zum Beispiel in Form des Einbaus eines Stauraumkanals mit erhöhter Kapazität.

Das es trotz allem zu Überschwemmungen ab einer bestimmten Niederschlagsintensität komme, sei auch auf individuelle topografische Gegebenheiten zurückzuführen. So sei es kaum zu verhindern, dass zum Beispiel die Bahnunterführung an der Leerer Straße bei Starkregen volllaufe.

Dass Borghorst grundsätzlich besser vor Unwetterfolgen gefeit ist als Burgsteinfurt, hält Stefan Overberg für eine Mär. Am Mittwoch sei dort schlichtweg weniger Niederschlag gefallen: 35 Liter statt besagter 60 in Stemmert. Immobilienbesitzern rät der Abwasserchef im Rathaus, stets auf die Gangbarkeit der hauseigenen Rückhalteeinrichtungen (Rückstauklappen) zu achten.

Startseite