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Studierenden-Ideen für die Borghorster City

Visionäres Brainstorming mit Expertise

Borghorst

Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und digitale Infrastruktur stellten zwei Studierendengruppen des Fachbereichs Architektur der FH Münster unter Leitung von Prof. Kazu Blumfeld Hanada am Donnerstag als Zwischenergebnis einer Semesterarbeit ihre Ideen dazu vor, wie die Borghorster City, insbesondere die Münsterstraße, revitalisiert werden kann. Politik wie Verwaltung zeigten sich angetan von den Vorschlägen.

Von Ralph Schippers

Roter Platz Foto: Kippelt/Stockhausen

Es ist ein Brainstorming mit viel Expertise, ein wissenschaftlicher Input für die weitere Entwicklung der Borghorster Innenstadt im Vorfeld des jetzt anstehenden Umsetzungsprozesses des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK): Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und digitale Infrastruktur stellten zwei Studierendengruppen des Fachbereichs Architektur der FH Münster unter Leitung von Prof. Kazu Blumfeld Hanada am Donnerstag als Zwischenergebnis einer Semesterarbeit ihre Ideen dazu vor, wie die City, insbesondere die Münsterstraße, revitalisiert werden kann. Das „konsumorientierte Nachkriegsmodell“ sei tot, sagte Blumfeld Hanada in seiner Einführung. Die Antwort sei ein multifunktionaler Stadtkern, der auch den jüngsten gesellschaftlichen Veränderungen durch die Pandemie Rechnung trägt. Doch der Reihe nach.

Die Masterstudierenden Jan-Niklas Kippelt und Anton Stockhausen schlagen in ihrer Arbeit mit dem Titel „Münsterstraße 2.0“ unter anderem vor, die vielen kleineren, entlang der Münsterstraße verteilten Parkplätze zugunsten eines zentralen Parkhauses auf dem Neuen Markt aufzugeben und den freiwerdenden Raum zur Begrünung, aber auch für eine wohnbauliche Nachverdichtung zu nutzen. In erster Linie denken beide an kleinere, urbane Einheiten mit einem hohen Anteil an gemeinschaftlich nutzbarem Wohnraum. Die Aufenthaltsqualität auf der Achse zwischen E-Center und Gesundheitscampus könnte neben der Anlegung von Grünflächen durch eine Priorisierung des Fußgänger- und Radverkehrs, ein Beleuchtungskonzept sowie eine ansprechende Stadtmöblierung verbessert werden.

Einrichtungen wie Tauschbörse, Nachbarschaftsbüro, Bibliothek oder Technik-Treff oder Spielzimmer sollen Anlaufpunkte eines neuen sozialen Miteinanders darstellen. Der Rote Platz soll, so sieht es der Masterplan vor, zu einem Multifunktionsfeld werden, das durch auswechselbare Steckelemente mal Spiel-, mal Sport- und dann wieder Wohnmobilstellplatz sein kann – um nur einige Beispiele zu nennen.

Der zweite vorgestellte Entwurf „Grüner Markt & Grüne Achse“ der Master-Studierenden Miriam Top­hinke und Nadine Graef gibt der Borghorster Innenstadt ausgehend von der künftig neuen Funktion Gesundheitscampus ein radikal neues Image in Richtung „grün, gesund und nachhaltig“. Wildblumenwiesen und Obstbäume entlang der Münsterstraße und Freiräume für Spiel- und Sportangebote statt versiegelter Parkflächen – auch diese beiden FH-Studierenden verfolgen das Ziel der Begrünung, gehen aber noch einen Schritt weiter und schlagen auch gemeinschaftliches „Urban Gardening“ vor.

Als Ankerpunkt fungiert der „Mobility Hub“, ein mehrgeschossiger, architektonisch anspruchsvoller Neubau auf dem Neuen Markt, der viel mehr sein soll als Schnittstelle für ÖPNV, Car-Sharing oder Radverkehr. Die Studie sieht eine flexible Nutzung für öffentliche Veranstaltungen, Gewerbe, Café oder auch privatem Wohnraum vor.

Die visionären Vorschläge der Studierenden trafen im Gremium auf positive Resonanz. Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer sprach von Studien, die „eine sehr fruchtbare Diskussionsgrundlage für die weitere Ideenentwicklung sein“ können. Technischer Beigeordneter Hans Schröder lobte die Anregungen als vielversprechende Aufwertungsvorschläge, die zudem ein hohes Maß an Flexibilität beinhalten. Erfreut zeigte er sich, dass beide Studierendengruppen seine schon vor geraumer Zeit geäußerte Idee der grünen Stadtachse aufgegriffen haben.

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