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Museumskreis des Heimatvereins zurrt Programm für die kommenden Monate fest

Von Spinnrädern bis Zeitungswesen

BurgSteinfurt

In der vergangenen Woche hat sich der Museumskreis des Heimatvereins erstmals seit Monaten wieder in Präsenz getroffen, um das Programm der kommenden Monate unter der Prämisse, dass sich die Pandemie-Lage weiter entschärft, zu konkretisieren. Die Einrichtung soll laut Planung am ersten Wochenende im Juli wieder für das breite Publikum geöffnet werden.

Von Ralph Schippers

Schon 2015 war Museumskreismitglied Robert Lambers (l.) aus dem Katthagen mit seinem Spinnrad im Einsatz bei „Anno 1604“. Das kleine Foto zeigt ein Porträt von Franz Wieschebrink. Foto: hjp

Die Corona-Pandemie hat auch im Stadtmuseum im ehemaligen Behördenhaus ihre Spuren hinterlassen: Nach Angaben der Verantwortlichen des Museumskreises im Heimatverein Burgsteinfurt sind die Besucherzahlen im vergangenen Jahr um rund zwei Drittel im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit zurückgegangen. „Ein regulärer Besucherbetrieb war monatelang nicht möglich“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Hans Knöpker. In eine finanzielle Schieflage sei das ehrenamtlich geführte Museum trotzdem nicht geraten. Dies dank des städtischen Zuschusses für das Aufsichtspersonal an Wochenenden sowie dank der Spenden, die Gönner der Einrichtung haben zukommen lassen.

In der vergangenen Woche hat sich der Museumskreis erstmals seit Monaten wieder in Präsenz getroffen, um das Programm der kommenden Monate unter der Prämisse, dass sich die Pandemie-Lage weiter entschärft, zu konkretisieren. Wenn die Einrichtung wie geplant am ersten Wochenende im Juli wieder für das breite Publikum geöffnet wird – bislang waren nur Sonderführungen unter Auflagen nach Vereinbarung möglich –, soll zunächst die Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg in Burgsteinfurt fortgeführt und mindestens bis September zu besichtigen sein, kündigt Knöpker an.

Zur am 21. August geplanten Veranstaltung „Steinfurt anno 1604“ soll zudem eine Sonderausstellung zur Tradition der Textilherstellung am Spinnrad organisiert werden. Museumskreismitglied Robert Lambers hat dazu einige originale Leinenspinnräder in der Werkstatt im Keller des Behördenhauses restauriert. Fotos und weitere Dokumente sollen die Präsentation komplettieren.

Gespannt sein darf man auf die weitere Sonderausstellung mit Werken des Burgsteinfurter Genremalers und Karikaturisten Franz Wieschebrink (1818 – 1884), die für das vierte Quartal auf der Agenda steht. Seine Werke, die überwiegend Szenen der münsterländischen Heimat zeigen, befinden sich heute unter anderem im Museum Breslau, im Ceviko Museo Revoltelle in Trient, im Art Museum Milwaukee und im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Der Museumskreis zeigt eine kleine, aber erlesene Auswahl. Noch in etwas weiterer Ferne, aber nach Auffassung der Verantwortlichen um Rainer Menebröcker schon jetzt der Ankündigung wert, ist eine Sonderausstellung im Frühjahr kommenden Jahres. Sie befasst sich mit dem Zeitungswesen in Burgsteinfurt und Borghorst von Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute.

Eine hervorragende Unterstützung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bedeutet nach übereinstimmender Meinung aller Mitglieder der Arbeitsgruppe der Einsatz dreier Mitarbeiterinnen, die im Rahmen der Eingliederungshilfe vom Jobcenter des Kreises im Behördenhaus beschäftigt sind. Romina El-Haijah, Renate Buntz und Farima Weber haben in den vergangenen Monaten unter anderem den kompletten Bestand digitalisiert sowie das externe Lager in der Schule am Bagno inventarisiert. Hans Knöpker anerkennend: „Wir sind froh, dass wir sie haben!“

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