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Verein „WieWollenWirLeben“ fordert mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Vorreiterrolle für Steinfurt

Steinfurt

Weil ihm bei weitem nicht reicht, was Steinfurt bislang für den Klimaschutz unternommen hat, fordert der Verein „WieWollenWirLeben“, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärker als bisher geschehen im gesellschaftlichen und politischen Handeln berücksichtigt und umgesetzt werden. Ein Antrag wurde gestellt, Steinfurt zum Motor des gesellschaftlichen Transformationsprozesses zu machen.

Von Dirk Drunkenmölle

Im Kreislehrgarten überreichte Uli Ahlke Claudia Bögel-Hoyer im Beisein von Vertretern des Vereins „WieWollenWirLeben“ und der Ratsfraktionen den von über 100 Bürgern unterzeichneten Antrag, mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Steinfurt zu schaffen. Foto: Drunkenmölle

Weil ihm bei weitem nicht reicht, was Steinfurt bislang für den Klimaschutz unternommen hat, fordert der Verein „WieWollenWirLeben“, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärker als bisher geschehen im gesellschaftlichen und politischen Handeln berücksichtigt und umgesetzt werden. Vereinsvorsitzender Uli Ahlke und Mitstreiter haben Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer sowie Spitzenvertretern der Steinfurter Ratsfraktionen jetzt einen von über 100 Bürgern unterzeichneten mehrseitigen Antrag mit dem Ziel überreicht, Steinfurt zum Motor des gesellschaftlichen Transformationsprozesses zu machen. Städte und Gemeinden, so Ahlke, seien in diesem Zusammenhang besonders gefordert, weil der notwendige, kontinuierliche Dialog in dieser Sache nur auf kommunaler Ebene mit den Bürgern geführt werden könne. Klimaschutz sei zentrale Aufgabe kommunaler Daseinsvorsorge und Grundlage für die Entwicklung von Zukunftsfähigkeit. „Kommunen sind verantwortlich für die Infrastruktur, die Gestaltung der Lebensräume und sie definieren durch die Planungshoheit die Standards für Bauen und Wohnen“, heißt es in dem Antragsschreiben weiter. Steinfurt verfüge mit seiner Infrastruktur (Bürgerwindparks, Nahwärmenetz, FH, innovativen Stadtwerken, BEGST, regionaler Strommarke und „ernergieland2050“-Verein) sowie seinen zahlreichen Energie- und Klimaschutzpionieren und Experten über alle Voraussetzung, eine aktive Vorreiterrolle im Münsterland zu übernehmen. Jetzt, so lautet die Forderung, müsse sich endlich auch die Stadt an die Spitze der Bewegung setzen.

Der Antrag enthält elf Punkte, mit denen Klimaschutz in Steinfurt vorangetrieben werden soll. Unter anderem soll Klimaschutz als übergeordnete Querschnittsaufgabe etabliert, Klimaneutralität bis 2040 definiert und beschlossen und auf Grundlage des überarbeiteten Klimaschutzkonzept eine Maßnahmenplanung entwickelt werden. Alle Vorhaben wie ISEK, Mobilitätskonzept, Luftkurort- und LaGa-Beantragung, „Dritte Orte“ oder Zentrenmanagement sollen aufeinander abgestimmt und unter Beachtung des Klimaschutzes entwickelt und die ganze Stadtgesellschaft durch eine kontinuierliche und breit angelegte Beteiligung in alle Entwicklungen einbezogen werden. Gefordert wird außerdem, ein Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit aufzubauen, deutlich mehr Personal für das Klimaschutzmanagement einzustellen und einen Beirat für Klimaschutz einzuberufen.

„Wir wünschen uns, dass Klimaschutz als Chance und nicht als Bedrohung oder Last verstanden wird, bot der Verein „WirWollenWirLeben“ seine Mitarbeit und Unterstützung an. Aktiver Klimaschutz verbessere nicht nur die Lebensqualität der Menschen in Steinfurt, sondern schaffe auch lokale Wertschöpfung und sorge dafür, dass Kaufkraft vor Ort gebunden werde.

Grundsätzlich begrüßten Sebastian Buck und André Schwietert (CDU), Alfred Voges (SPD), Ludger Kannen (Grüne), Christian Franke (GAL) und Stefan Ludwigs (FDP) die Initiative des Vereins. Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer sicherte eine Beratung des Papiers zu, wehrte sich allerdings gegen den Vorwurf, die Stadt unternehme zu wenig, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen: „Wir haben uns bereits auf den Weg gemacht, können aber auch nicht alles von heute auf morgen umsetzen.“ Klimaschutz sei wichtig, Schulen und Infrastruktur beispielsweise aber auch. Da müsse man auch die finanziellen Möglichkeiten der Stadt immer im Auge behalten.

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