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Podiumsdiskussion an den Technischen Schulen Steinfurt

Wahlkampf im Live-Modus

Steinfurt

Die Wahlkreiskandidaten und Wahlkreiskandidatinnen der sechs Bundestagsparteien tauschten in einer lebhaften Debatte in den Technischen Schulen Steinfurt politische Positionen aus. Rund 700 Schülerinnen und Schüler verfolgten die Diskussion, technisch gut vernetzt, in den Klassenräumen. Einige von ihnen stellten den Politikern die Fragen.

Gut gefülltes Podium: Die Kandidaten des Wahlkreises Borken I/Steinfurt I stellten sich allesamt den Fragen der TSST-Schüler, darunter auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (3.v.r.). Foto:

Moderne Übertragungstechnik macht es möglich: Die gesamte Schülerschaft der Technischen Schulen Steinfurt war in ihren Klassenräumen live zugeschaltet, als am Donnerstagvormittag die Wahlkreiskandidaten und Wahlkreiskandidatinnen der sechs Bundestagsparteien in einer lebhaften Debatte politische Positionen austauschten. Rund 700 Schülerinnen und Schüler verfolgten die Diskussion, technisch gut vernetzt, in den Klassenräumen. Die anderen, rund 40 Schülerinnen und Schüler, stellten den Politikerinnen und Politikern im Multifunktionsraum des Berufskollegs zahlreiche Fragen.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Sarah Lahrkamp (SPD), Alexandra Schoo (Grüne), André Heeke (FDP), Gerrit Bresch (Linke) und Torsten Etgeton (AfD) saßen auf dem Podium. Nach der Begrüßung durch Schulleiter Thomas Dues, der die ausgefeilte technische und inhaltliche Vorbereitung seiner Mannschaft lobte und auf die lange Tradition solcher Podiumsdiskussionen an den Technischen Schulen hinwies, ging es zur Sache. Allerdings führten die Schüler-Moderatorinnen Katja und Tina Bülters streng Regie und pfiffen zu lange Reden ab. Auch Spahn musste sich anhören: „Ihre Redezeit ist abgelaufen!“

Weitgehende Einigkeit herrschte beim ersten Thema Corona. Spahn hob als Bundesgesundheitsminister den Erfolg der bundesweiten Impfaktion hervor und kündigte einen vorsichtigen Übergang in die Normalität an. Bis auf den Vertreter der AfD stimmten Spahn alle zu, als er mahnte, dass es nicht zu einer „Pandemie der Ungeimpften“ kommen dürfe. Insbesondere Alexandra Schoo (Grüne) und Sarah Lahrkamp (SPD) forderten wie Spahn, dass man sich solidarisch zeigen müsse mit jungen, noch ungeimpften Menschen oder denen, die sich in Krankenhäusern und auf Pflegestationen um Coronakranke kümmern.

Beim Thema Umwelt lautete eine Frage aus dem Kreis der Schüler und Schülerinnen: Wie wollen Sie Deutschland in der Klimapolitik konkurrenzfähig halten? Hier wurden Unterschiede zwischen CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken deutlich, einig waren sie sich aber darin, dass die Klima- und Umweltpolitik ein äußerst drängendes Thema ist. Einzig Torsten Etgeon (AfD) stellte den Klimawandel grundsätzlich in Frage. Spahn lobte die Kreise Steinfurt und Coesfeld, die zu 70 Prozent klimaneutrale Technologien verwenden.

Beim dritten Themenkomplex ÖPNV wurden die Unterschiede deutlicher. Gerade im ländlichen Raum sei es nicht möglich, jedes Dorf an die Schiene anzubinden. Die Palette an alternativen Möglichkeiten ist aber aus Parteiensicht groß: Senkung der ÖPNV-Preise, Anhebung der Spritpreise, weniger Förderung des Dieselkraftstoffes, Ablehnung der CO2-Bepreisung, mehr On-demand-Taxis…

Auch bei einem weiteren von der Schülerschaft vorbereiteten Thema präsentieren die Politik-Profis keine Patentlösung. Während die Regierungsparteien die gesunden und preiswerten Lebensmittel im Land lobten, kritisierte die Opposition das große Höfesterben, ein fehlendes Tierwohllabel und zu starke EU-Auflagen.

In einem abschließenden freien Fragenblock zeigte sich das große politische Interesse der Schülerschaft, die sich live oder in Chatbeiträgen in die Diskussion einbrachte. Maßnahmen gegen die Politikverdrossenheit, die unterschiedliche Entlohnung von Frauen und Männern und Ungleichheiten im Arbeitsleben, bessere Bezahlung in der Pflege – das alles waren gut vorbereitete Themen.

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