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„Abendvisite“ mit Marienhospital-Chefarzt Dr. Matthias Paul über Vorhofflimmern

Wenn das Herz aus dem Takt kommt

Steinfurt

Im Rahmen der Abendvisite stand das Thema Vorhofflimmern im Mittelpunkt. Prof. Dr. Matthias Paul gab dabei wichtige Tipps.

Professor Dr. Matthias Paul stellte das Thema „Vorhofflimmern“ in den Mittelpunkt seines Vortrages.

In einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“, veranstaltet vom Marienhospital, der FBS und dem Kulturforum Steinfurt, hat sich Prof. Dr. Matthias Paul, Chefarzt für Innere und Herz-Kreislauf-Medizin im Steinfurter Krankenhaus im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung Vorhofflimmern befasst. Mehr als 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an dieser Krankheit, die mit steigendem Lebensalter zu einem immer größeren Gesundheitsrisiko für die Betroffenen wird. Bei den 75-Jährigen ist etwa jeder Zehnte betroffen. Unbehandelt können ernste Folgen wie beispielsweise ein Schlaganfall oder auch eine Herzschwäche auftreten.

1,8 Millionen Menschen betroffen

Die Steuerung des Herzrhythmus erfolgt durch elektrische Impulse. Es gibt zahlreiche Risikofaktoren, diese zu stören, so unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, körperliche Inaktivität, allzu intensiver Sport, Rauchen oder Übergewicht. Die Bandbreite der klinischen Beschwerden, die Vorhofflimmern hervorrufen kann, ist groß. Neben dem unregelmäßig verspürten Herzschlag können auch andere wahrgenommen werden, wie Matthias Paul am Beispiel einer 53-jährigen Patientin schilderte: „Zuerst wusste ich nicht, was eigentlich los war und ich hatte große Angst, dass ich einen Herzinfarkt habe. Ich spürte einen sehr starken Druck und große Enge im Brustkorb.“ Bei solchen Beschwerden sollten Betroffene sich zeitnah in ärztliche Betreuung begeben, um einen Herzinfarkt zunächst sicher ausschließen zu können.

Herzschwäche

Es gibt aber auch viele Patienten, die Vorhofflimmern gar nicht wahrnehmen. Wieder andere verspüren ein zunehmende Leistungsschwäche oder Müdigkeit, weshalb sie sich dann ärztlich vorstellen.

Die Ausprägung der durch Vorhofflimmern bedingten Symptome ist ebenfalls sehr unterschiedlich und kann letztlich dazu führen, dass Alltagstätigkeiten nahezu unmöglich werden. Entscheidend für die weitere Therapie ist zunächst die Bestätigung der Diagnose „Vorhofflimmern“ im EKG. Hierzu können tragbare Geräte wie beispielsweise SmartWachtes oder bei klinisch selten auftretenden Rhythmusstörungen auch implantierbare EKG-Überwachungsgeräte, sogenannte Loop-Recorder, beitragen.

Therapie

Hinweise auf ein Vorhofflimmern können die Pulsmessung im Rahmen der Blutdruckeigenmessung geben. „Viele Blutdruckmessgeräte weisen auf einen unregelmäßigen Herzrhythmus hin“, hebt Paul hervor, „andere darauf, dass eine Pulsmessung aufgrund von Rhythmusstörungen nicht möglich ist.“

Treten wiederholt Pulsunregelmäßigkeiten auf, rät der Chefarzt, die Gründe auf jeden Fall ärztlich untersuchen zu lassen.

Von zentraler Bedeutung für Betroffene mit Vorhofflimmern ist die Schlaganfall-Risikobewertung durch den betreuenden Arzt, um dann das geeignete Medikament zur Blutverdünnung individuell wählen zu können. Darüber hinaus stehen sowohl moderne Medikamente zum Erhalt des Sinusrhythmus, dem normalen Herzschlag, als auch Katheter-basierte Verfahren zur Vorhofflimmer-Therapie an spezialisierten Zentren zur Verfügung. „Besteht der Verdacht auf Vorhofflimmern ist es wichtig, einen Experten zu Rate zu ziehen“, betont Paul.

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