Baudezernat arbeit an Ausschreibung für Straßenbeleuchtung

Wo viel Licht ist. . .

Steinfurt

3000 Straßenlaternen müssen in Steinfurt regelmäßig gewartet werden. Keine leichte Aufgabe, die künftig wieder in die Hände eines externen Dienstleisters gelegt werden soll. Und soll noch einige weitere Aufträge bekommen, wie die Verwaltung plant.

Von Axel Roll

Die gusseisernen Straßenlaternen in den beiden Innenstädten bleiben den Steinfurtern erhalten. Auch wenn es die Firma, die sie mal hergestellt hat, gar nicht mehr gibt. Foto: Axel Roll

Mastsicherheitsprüfung, Isolationsmessung, Lichtfarbe und -intensität, das soziale Sicherheitsgefühl der Bürger, natürlich der Energieverbrauch und damit der CO2-Ausstoß – die Begriffssammlung ließe sich beliebig ergänzen. Um klar zu machen, dass die Straßenbeleuchtung einer Stadt eine komplexe Angelegenheit ist, soll es als Einstieg in diese Thematik aber erst einmal genügen. 3000 Mal geht den Steinfurtern an jedem Abend ein Licht auf. Und genauso oft wird es ihnen am Morgen wieder ausgedreht. Vollautomatisch.

Bekanntlich ist dort, wo viel Licht ist, auch manchmal Schatten. Und diesen möchte das Baudezernat möglichst „hochwertig“, wie Hans Schröder als zuständiger Dezernent sagt, aufhellen. Übernehmen soll das ein externer Dienstleister. Die entsprechende Ausschreibung ist in Vorbereitung, schon zum 1. Januar soll eine Firma, die sich des Straßenbeleuchtungsgeschäfts in Steinfurt annimmt, gefunden sein. „Wir bedienen uns auch schon heute einer Fremdfirma. Allerdings soll der neue Vertrag noch zusätzliche Aufgaben beinhalten“, erläutert Niels Heermann, in dessen Fachdienst Tiefbau die Straßenbeleuchtung fällt. Weiteres Beispiel: Künftig sollen alle vier Jahre die Birnen, korrekt ausgedrückt Leuchtmittel, ausgetauscht werden.

Bislang kostet die nächtliche Erleuchtung den Steuerzahler rund 100 000 Euro im Jahr. Schröder und Heermann gehen davon aus, dass wegen der zusätzlichen Aufträge dieser Betrag künftig nicht mehr reichen wird.

Gerade die Wohnbereiche, im Besonderen aber auch die beiden Innenstädte machen Arbeit. So sollen die Laternen Schritt für Schritt auf moderne LED-Technik umgerüstet werden. Dabei ist es nicht damit getan, die alte Birne raus und eine neue reinzudrehen. „Es müssen auch sogenannte LED-Trägerplatten eingebaut werden“, erläutert Fachdienstleiter Heermann. Die geschwungenen Lampen aus Gusseisen in den beiden Innenstädten bergen für die Verwaltung ein besonderes Problem. Hans Schröder: „Den Hersteller gibt es leider nicht mehr.“ Darum werden Teile, die demnächst ausgetauscht werden müssen, von einem anderen Betrieb angefertigt.

In diesem Zuge haben Schröder und Heermann mit den beiden Innenstädten Großes vor. Der Fachdienstleiter nennt als Beispiel den Warendorfer Marktplatz, den er bei seiner früheren Tätigkeit in buntes Licht tauchen konnte. „Gerade die historischen Gebäude bieten da viel Potenzial“, weiß Hans Schröder. In Borghorst soll die vielzitierte Stadtachse quer durch die Stadt eine eigene Beleuchtung samt eines besonderen Laternentyps erhalten.

Da wird es in den Wohngebieten, wo es nach Einschätzung der beiden Fachleute auch noch Defizite gibt, einfacher. Niels Heermann: „Dort bleiben in der Regel die Masten stehen und die Köpfe werden ausgetauscht, wenn wir auf LED umstellen.“ Für Straßen, an denen Anwohner Wünsche für zusätzliche Laternen haben, wie zum Beispiel am Juteweg in Burgsteinfurt, strebt das Baudezernat ein standardisiertes Verfahren an, in dem die Notwendigkeit weiterer Leuchten abgeklopft werden soll. Lichtverschmutzung ist für Hans Schröder in diesem Zusammenhang ein weiteres wichtiges Stichwort. „Beleuchtete Autobahnen wie in Belgien, die brauchen wir hier nicht.“

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