1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. Wünsche sind umzusetzen

  8. >

Caritasverband informiert über neues Betreuungsrecht ab 1. Januar

Wünsche sind umzusetzen

Steinfurt

Das neue Betreuungsrecht, das am 1. Januar in Kraft tritt, stärkt insbesondere das Recht der oder des Betreuten. Über die Änderungen informierten sich 50 Interessierte bei einem Vortrag in der Familienbildungsstätte.

Von und

Setzen sich für das Wohl und die Wünsche der Betreuten ein: Gundula Winkelmann (l.) und Sabine Gathier vom Amtsgericht Steinfurt Foto: Caritas Steinfurt

Sabine Gathier und Gundula Winkelmann, langjährigen Rechtspflegerinnen im Amtsgericht Steinfurt, haben im Verlauf eines Vortrages des Betreuungsvereins des Caritasverbandes Steinfurt die Veränderungen im Betreuungsrecht vorgestellt, die am 1. Januar in Kraft treten. Rund 50 Frauen und Männer waren der Einladung in die Familienbildungsstätte gefolgt.

Das neue Betreuungsrecht stärkt vor allem das Recht der oder des Betreuten, sie oder ihn an Entscheidungen in allen rechtlichen Angelegenheiten soweit wie möglich zu beteiligen. „Dadurch steht künftig der Wille der oder des Betreuten noch mehr im Vordergrund“, erklärte Gundula Winkelmann. „Die Betreuerin oder der Betreuer hat die Wünsche der oder des Betreuten zu ermitteln und entsprechend umzusetzen“, fügt Sabine Gathier hinzu. Dazu seien künftig noch intensivere Gespräche zur Abstimmung zwischen der oder dem Betreuten und der Betreuerin oder dem Betreuer notwendig, insbesondere das Anfangsgespräch mit der betroffenen Person in seiner persönlichen Umgebung.

Ehe und Familie

Ehe und Familie sollen mit dem „Ehegatten-Vertretungsrecht“ künftig stärker geschützt werden. Ehepartner sowie nahe Angehörige sollen, wenn möglich, für die Betreuung ihres Angehörigen herangezogen werden. „Insbesondere dürfen die Ehepartner – wenn keine Vorsorgevollmacht vorliegt – aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses in akuten gesundheitlichen Krisen füreinander entscheiden, ohne Rücksprache mit dem Amtsgericht nehmen zu müssen“, so Gathier. Diese besondere Regelung sei auf einen Zeitraum von sechs Monaten befristet. Sollte nach diesem Zeitraum eine weitere Betreuung nötig sein, sei eine Betreuerbestellung beim Amtsgericht notwendig.

Betreuungsverein

Die Betreuungsbehörde, der Betreuungsverein sowie das Amtsgericht sollen gemäß des neuen Betreuungsrechts künftig verstärkt nach Möglichkeiten suchen, wer aus dem familiären oder sozialen Umfeld der oder des zu Betreuenden die rechtliche Betreuung ehrenamtlich übernehmen kann, oder, ob der oder dem Betroffenen anders geholfen werden kann. „Dabei wird bei der Bestellung einer Betreuerin oder eines Betreuers besonders der Wunsch der oder des zu Betreuenden berücksichtigt“, erläuterte Winkelmann. Allerdings sei künftig stärker auf die Eignung von außerfamiliären Betreuerinnen und Betreuer zu achten. Dazu müssen der Betreuungsbehörde künftig unter anderem ein polizeiliches Führungszeugnis, eine Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis sowie die Mitgliedschaft in einem Betreuungsverein vorgelegt werden.

Caritas

Die Aufgabe der fachlichen Begleitung der ehrenamtlichen, rechtlichen Betreuerinnen und Betreuer wird weiterhin vom Betreuungsverein des Caritasverbandes Steinfurt übernommen. „Daher müssen alle Betreuerinnen und Betreuer, die keine Familienangehörige sind, Mitglieder im Betreuungsverein sein, um fachlich beraten zu werden und an Weiterbildungen teilzunehmen“, so Barbara Roters vom Betreuungsverein. Die Mitgliedschaft im Betreuungsverein ist dabei weiterhin kostenlos.

Weitere Informationen und Auskünfte erteilen im Steinfurter Amtsgericht die Mitarbeiterinnen Sabine Gathier, Telefon 0 25 51/6 61 62, und Gundula Winkelmann, Telefon 0 25 51/6 61 63, sowie Barbara Roters vom Betreuungsvereins des Caritasverbandes Steinfurt, Telefon 0 25 52/7 02 49 10.

Startseite
ANZEIGE