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Rund 20 Bäume wurden gefällt

Zu heiß und zu feucht: Folgen des Klimawandels setzen der Großen Allee zu

Steinfurt

Der Klimawandel setzt dem Baumbestand auf der Großen Allee im Bagno immer stärker zu. Insbesondere die Linden leiden. Rund 20 von ihnen mussten gefällt werden.

Entlang der Großen Allee sind rund 20 Bäume gefällt und große Lücken in den Baumbestand gerissen worden. Besonders betroffen sind die Linden, die die Folgen des Klimawandels weniger gut verkraften können. Foto: Drunkenmölle

Der Sommer zu heiß, der Winter zu feucht. Kerstin Timmers, Leiterin des städtischen Baubetriebsamts, bringt auf den Punkt, warum die zur „Regionale 2004“ neu angelegte und mit großem Aufwand wiederaufgeforstete Große Allee im Steinfurter Bagno mittlerweile einiges ihrer in fast 20 Jahren gewachsenen Pracht eingebüßt hat. Auch dort werden die Folgen des Klimawandels immer sichtbarer. Die bislang weitgehend geschlossenen Reihen von Kastanien und Linden haben teilweise erschreckend große Lücken bekommen. Insbesondere die Linden haben unter den teilweise extremen Temperaturveränderungen gelitten. Weitere rund 20 Bäume haben es nicht geschafft. Sie sind jetzt gefällt worden. Auch bereits in der Vergangenheit nachgepflanzte Bäume kämpfen ums Überleben. Die Kronen sind schon seit Wochen kahl. Wassersäcke hängen wie ein Tropf an den Stämmen.

Kerstin Timmers sagt, dass natürlich Ersatz geschaffen wird. Mit Blick auf die zurückgelassenen Stümpfe, die entlang der Allee aus dem Boden ragen, ist das ein schwacher Trost. Niemand kann wirklich abschätzen, wie viele Alleebäume noch den Klimatod sterben müssen. Für Schädlinge und Pilze ist die schwächelnde Natur ein gefundenes Fressen. Sie beschleunigen den Zerfall weiter.

Immerhin haben sich die Kastanien von dem Überfall der Miniermotten weitgehend erholt. Aber auch diese Baumreihen sind angeschlagen, ihre Vitalität lässt nach.

Um die brettharten Böden aufzubrechen und die Strukturen zu verbessern, hat der Bauhof eine neue Maschine bekommen. Mit einer Lanze wird der Untergrund gelockert und mit Druck belüftet. Auf diese Weise können die Wurzeln im Untergrund mehr Wasser aufnehmen. Wo es notwendig ist, wird zusätzliches nährstoffreiches Substrat untergemischt. Die Experten hoffen, dass sich auf diese Weise Verbesserungen erzielen lassen und die Allee widerstandsfähiger gegen die äußeren Einflüssen wird. „Wir versuchen, was wir können. Wir geben nicht auf“, fügt Timmers an.

Wann die Lücken geschlossen werden, konnte sie so genau noch nicht sagen. Auf jeden Fall werden auch ihre Gärtner und Baumpfleger die Bewerbung zur Landesgartenschau im Blick behalten. Die Große Allee besitzt als eine zentrale Achse der Bagno-Gestaltung große Bedeutung. Mit Lücken verliert sie nicht nur ihren ursprünglichen Charakter, sonder auch nachhaltigen Eindruck.

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