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Abellio darf sich bewerben

Westfalenbahn fährt unabhängig von Entscheidung „wie gehabt“

Essen

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat die Entscheidung über ein Ausscheiden der angeschlagenen Regionalbahn Abellio verschoben. Unabhängig von dem Ausgang des Verfahrens  werden die Züge der Westfalenbahn im Münsterland und Niedersachsen weiterfahren.

Von Holger Göpel und Stefan Werding

Mitarbeiter von Abellio demonstrieren vor der Sitzung des VRR-Verwaltungsrats vor dem Tagungsort. Foto: dpa

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat die Entscheidung über ein vollständiges Ausscheiden der angeschlagenen Regionalbahn Abellio auf den 9. Dezember verschoben. Die langjährigen regulären Verträge mit Abellio würden beendet und ab Februar per Notvergabe neu vergeben.

An dieser Notvergabe dürfe sich Abellio vorbehaltlich einer rechtlichen Prüfung aber ebenfalls beteiligen, sagten die Vertreter des VRR-Vergabeausschusses, Norbert Czerwinski (Grüne), Frank Heidenreich (CDU) und Norbert Schilff (SPD) nach der nichtöffentlichen Sitzung. Voraussetzung sei allerdings, dass Abellio wichtige Daten etwa über den Personalbedarf seiner bisherigen Linien auch an die Konkurrenz weitergebe, so dass verbindliche Wettbewerbsangebote möglich seien.

Unabhängig von dem Ausgang des Verfahrens um Abellio Rail NRW werden die Züge der Westfalenbahn im Münsterland und Niedersachsen weiterfahren. Der Gläubigerausschuss der Westfalenbahn hatte unlängst eine Einigung verkündet. Die Westfalenbahn gehört zwar zu Abellio, doch muss in dem Insolvenzverfahren jede Tochter, die Züge betreibt, also Abellio Rail Mitteldeutschland, Baden-Württemberg und NRW, ein eigenes „Schutzschirmverfahren“ durchlaufen. Irritierenderweise gehört die Westfalenbahn nicht zu NRW.

Mutterkonzern schießt Geld in die Westfalenbahn

„Die Entscheidung zu Abellio Rail NRW hat keine Auswirkungen auf den Betrieb der Westfalenbahn. Die Westfalenbahn ist gerettet“, erklärt Sprecher Alexander Schaub auf Nachfrage. Auch ein Sprecher des Nahverkehrs Westfalen-Lippe (NWL) meinte zu dem Verfahren: „Wir gehen davon aus, dass die Westfalenbahn unabhängig von der Zukunft von Abellio weiter so fährt wie gehabt.“ Der holländische Mutterkonzern „Nederlandse Spoorwegen“ hatte angekündigt, Geld in die Westfalenbahn zu schießen. Wie viel, ist unbekannt.

Die Westfalenbahn verbindet unter anderem Münster, Rheine und Emden sowie Rheine und Osnabrück miteinander. Die Abellio Rail NRW betreibt wichtige Linien wie den RE1 von Aachen nach Hamm, den RE 19 von Düsseldorf nach Kassel und die S2 von Dortmund nach Essen.

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