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Schäden an einer Talbrücke bei Lüdenscheid

A 45 bleibt vorerst gesperrt

Lüdenscheid/Münster

Es ist so eine Art Super-GAU, das größtmögliche Unglück für Auto- und Lkw-Fahrer: Vollsperrung einer Autobahn, weil eine Brücke nicht mehr hält. Ende offen. Nahe Lüdenscheid ist seit Donnerstag die Sauerlandlinie A 45 dicht, was großräumig für Chaos sorgt. Die Autobahngesellschaft war auch am Freitag noch ratlos, wie es weitergehen soll.

Von Gunnar A. Pier

In Lüdenscheid-Mitte endet für Richtung Norden fahrende Fahrzeug der Spaß: Weil eine Brücke marode ist, wurde die A 45 gesperrt. Nun schlängelt sich der Verkehr auf einer Umleitungsstrecke durchs Tal. Foto: dpa

Die 453 Meter lange Talbrücke Rahmede überspannt zwischen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid unter anderem eine Bundesstraße und Gebäude. Sie wurde von 1965 bis 1968 gebaut. Seinerzeit, erklärte am Freitag Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH, seien die Experten davon ausgegangen, dass einmal 25 000 Fahrzeuge am Tag die Brücke queren. Inzwischen sind es Tag für Tag 64 000 Fahrzeuge, davon 13 000 Lastwagen, die zudem schwerer sein dürfen als früher.

Zu viel für die über 50 Jahre alten Brücken im Zuge der A 45. Sie werden sukzessive neu gebaut – ein Riesenprojekt, das längst läuft. Doch die Rahmede-Brücke wurde zurückgestellt, wie Sauerwein-Braksiek nun bedauerte, da sie bei der letzten Hauptprüfung vor vier Jahren noch die Gesamtnote 3,0 bekommen hatte, die Standsicherheit wurde gar mit einer 1 bewertet.

Weitere Untersuchungen

Bei neuerlichen Untersuchungen am Donnerstag aber entdeckten Kontrolleure mit Hilfe eines Laser-Scans Verformungen an der stählernen Fachwerk-Kons­truktion, auf der die Betonplatte liegt. „Die Entscheidung war unumgänglich“, sagt Sauerwein-Braksiek: Die Autobahn ist dicht.

An der Brücke werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Foto: Autobahn GmbH

Umleitungsstrecke durch Lüdenscheid

Nun schlängelt sich der Verkehr auf einer Umleitungsstrecke durch Lüdenscheid. „Ein untragbarer Zustand“ sei das. Der Verkehr soll großräumig umgeleitet werden – nicht einfach, weil etwa die mögliche Ausweichroute über die Autobahn 3 und den Kölner Ring schon so hoffnungslos überlastet ist.

Die Experten hoffen nun, dass weitere Untersuchungen bis Mitte kommender Woche Aufschluss geben über die Zukunft der Brücke. Wenn es gut laufe, könne sie zumindest für Pkw wieder freigegeben werden, eine Verstärkung sei wohl in jedem Fall notwendig. Dann ein Neubau. Der dauert inklusive Planungen und Planfeststellungen üblicherweise acht bis zehn Jahre.

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