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Kommentar zum One-Love-Eklat

Der DFB knickt ein

Al-Shamal

Die deutsche Fußball-Nationalelf verzichtet auf die „One-Love-Kapitänsbinde“, nachdem der Weltverband Sanktionen dafür ankündigte. Dagegen setzte die iranische Nationalelf ein Zeichen und sang die Hymne vor dem Spiel gegen England nicht mit.

Von Alexander Heflik

DFB-Kapitän Manuel Neuer mit der «One Love»-Kapitänsbinde. Foto: Christian Charisius/dpa

Mutig war das von den Spielern des Irans. Sie sangen ihre Hymne nicht und verneigten sich so vor den Demonstranten und denen, die das Regime in Teheran bereits verurteilt haben. Das war eine politische Botschaft, hatte symbolische Sprengkraft – und dagegen konnte der Fußball-Weltverband nichts machen. Irans Spielern droht in ihrer Heimat nun Ungemach.

Fast schon lächerlich ist da zum einen die Fifa-Drohung, das Tragen der sogenannten „One Love“-Kapitänsbinde mit einer Gelben Karte zu sanktionieren. Lächerlich ist auch, dass zum Beispiel die deutsche Mannschaft deshalb darauf verzichtet. Was ist das für eine Haltung des Deutschen Fußball-Bundes und seiner Nationalelf? Weil Torwart Manuel Neuer gesperrt werden könnte, verzichtet man auf diese Botschaft. Das ist schwach – dieses Minimum an zivilem Ungehorsam gegenüber der Fifa hätte sich der DFB leisten dürfen, ja: müssen.

Der DFB gibt nach, beugt sich der Order der Fifa. Der sportlichen Taktik fällt alles zum Opfer. Waren das nur schnöde Lippenbekenntnisse von DFB-Chef Bernd Neuendorf? Beim ersten Gegenwind ist Schluss mit ­Widerstand. Schwach, ganz schwach.

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