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Kinderimpfungen

Unnötig verunsichert

Wie beim Boostern kommt Deutschland auch bei den Kinderimpfungen viel zu spät aus den Startlöchern. Und erneut gibt die Ständige Impfkommission (Stiko) keine gute Figur ab. Ein Kommentar.

Von Stefan Biestmann

Die Kinderimpfungen haben auch in NRW begonnen. Foto: Laci Perenyi via www.imago-images.de

Es ist eine gute Nachricht, dass die Impfung der Fünf- bis Elfjährigen losgeht. Schließlich ist die Inzidenz in dieser Altersgruppe besonders hoch. Und erste Berichte aus Südafrika, nach denen Omikron für Kinder gefährlicher sein könnte als die Delta-Variante, sollte man zumindest ernstnehmen. Doch wie beim Boostern kommt Deutschland auch bei den Kinderimpfungen viel zu spät aus den Startlöchern.

In den USA gab es eine Genehmigung schon im Oktober: Fünf Millionen der unter 12-Jährigen haben dort mittlerweile eine Spritze verabreicht bekommen. Größere Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt. In Deutschland dagegen folgte eine weitere Hängepartie – und erneut gibt die Stiko eine unglückliche Figur ab.

Stiko-Chef Mertens trug mit seiner Einlassung, er würde sein eigenes Kind nicht gegen Corona impfen lassen, unnötig zur weiteren Verunsicherung bei – auch wenn er die Aussage später bedauerte. Dass die Stiko im Gegensatz zur Europäischen Arzneimittelbehörde Kinderimpfungen nur eingeschränkt empfiehlt, erschwert vielen Eltern die Entscheidung. Gesundheitsminister Karl Lauterbach will die Stiko personell aufstocken. Damit könnten Entscheidungswege endlich beschleunigt werden. Doch von der Stiko ist noch etwas anderes gefordert: mehr Fingerspitzengefühl.

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